Die Alte Leipziger BU - Gesundheitsfragen
- Gesundheitsfragen - Pro & Contra
- Bewertung risikoreicher Hobbys
- Wie läuft die Risikovoranfrage ab
Update: aktualisiert 12.08.2026
In diesem Ratgeber erhältst du einen strukturierten Überblick darüber, wie die Alte Leipziger BU ihre Gesundheitsfragen stellt, welche Rolle Freizeitaktivitäten oder Hobbys spielen und welche Besonderheiten es bei psychischen Vorerkrankungen gibt.
Ebenso erfährst du, warum und wie eine anonyme Risikovoranfrage ablaufen kann und was es mit einer möglichen vereinfachten Gesundheitsprüfung auf sich hat.
Beratung auf Augenhöhe
Anonyme Risikovoranfrage
Kostenlos & ohne Verkaufsdruck
Teils kurze Abfragezeiträume (3/5/10 Jahre) 
Meist klar formulierte Gesundheitsfragen (Psyche offen, Frage nach Beeinträchtigungen nicht optimal)
Keine Frage nach abgelehnten oder mit Erschwernis angenommenen Anträgen
Psychische Erkrankungen: leichter ausgeprägte Vorerkrankungen versicherbar
Hobbys und Freizeit-Sport: Die Alte Leipziger nutzt hierfür häufig Fragebögen
Derzeit keine Standardaktionen mit vereinfachter Gesundheitsprüfung
Anonyme Risikovoranfrage möglich
Sehen wir uns doch die Gesundheitsfragen der Alten Leipziger BU einmal etwas genauer an:
Im September 2024 hat die Alte Leipziger einige ihrer Fragestellungen überarbeitet und kundenfreundlicher gemacht. Die Abfragezeiträume (3 Jahre / 5 Jahre / 10 Jahre) bleiben zwar gleich, aber die Formulierungen wurden entschärft und präzisiert.
Insbesondere zwei Fragen, die zuvor sehr weit und ungenau formuliert waren, wurden verbessert:
Große Gesundheitsfrage (bisher sinngemäß): „Bestehen oder bestanden in den letzten 3 Jahren Krankheiten, Unfallfolgen oder körperliche Schäden?“
Früher: Die Formulierung war sehr offen, selbst leichte, folgenlos abgeklungene Beschwerden konnten theoretisch erfasst sein.
Jetzt: Die Frage ist sauberer abgegrenzt. Konkret geht es um ärztlich (oder therapeutisch) behandelte Leiden, und die „offene Beschwerde“-Formulierung wurde auf 3 Monate gekürzt. Das heißt, wenn du mehr als 3 Monate behandlungsbedürftige oder dauerhafte Beschwerden hattest, ist das relevant; Kleinigkeiten (z. B. ein Infekt) fallen aber nicht mehr automatisch darunter.
Frage nach Behinderungen bzw. länger zurückliegenden Einschränkungen (bisher sinngemäß): „Bestehen Behinderungen (auch angeborene) oder haben Erkrankungen oder Unfälle Folgen hinterlassen (Belastungsminderung, Bewegungseinschränkung, Schmerzen, Verlust oder Funktionseinschränkungen,..)?“
Früher: Diese Formulierung galt als regelrechte „Killerfrage“, weil nahezu jede frühere Verletzung (z. B. ein Kreuzbandriss von vor 20 Jahren mit minimaler Belastungseinschränkung) theoretisch angegeben werden musste.
Jetzt: Die Begriffe „Belastungsminderung, Bewegungseinschränkung, Schmerzen und Funktionseinschränkungen“ sind nicht mehr in dieser Pauschalität enthalten. Konkret bedeutet das: Wer etwas hatte, was aber längst ausgeheilt ist und keine relevanten Beschwerden verursacht, muss es nicht mehr zwingend angeben. Die Frage erfasst noch immer große Beeinträchtigungen, lässt aber Kleinigkeiten außen vor.
Stationäre Aufenthalte
Für Krankenhausaufenthalte, Reha-Maßnahmen oder Kuren gilt in der Regel ein 10-Jahres-Zeitraum. Auch geplante und empfohlene Eingriffe solltest du angeben.
Psychische Erkrankungen
Für psychosomatische oder psychische Beeinträchtigungen gilt weiterhin ein 5-Jahres-Zeitraum. Das kann z. B. eine Depression, Angststörung oder ein Burn-out sein.
Da psychische Diagnosen zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit zählen, hat die Alte Leipziger hat neue Regeln geschaffen, um auch Interessenten mit bereits bestehenden oder früheren psychischen Problemen einen Abschluss einer BU trotz Psychotherapie zu ermöglichen.
Neue Psyche-Klausel
Marktkonforme Lösung: Für gewisse milde oder klar umrissene Vorerkrankungen bietet die Alte Leipziger eine sogenannte „Psyche-Klausel“ an, die psychische Leiden aus dem Versicherungsschutz ausschließt, jedoch unter bestimmten Voraussetzungen auch wieder entfallen kann.
Anwendbar für BU-Renten bis 36.000 € p. a.: Wer eine höhere Rente wünscht, muss mit einer ausführlicheren Prüfung rechnen und eventuell wird dann eine Ablehnung oder ein Beitragszuschlag fällig.
Transparente Nachschau: Wenn du eine gewisse Zeit (z. B. 24, 36 Monate) beschwerde- und behandlungsfrei bist, kannst du die Streichung der Klausel beantragen. Voraussetzung: Du reichst aktuelle Befunde und Fragebögen ein, die eine anhaltende Stabilität dokumentieren.
Beispiele für Vorerkrankungen, bei denen die Psyche-Klausel zum Einsatz kommen könnte:
Kurze Trauerreaktionen mit minimaler Krankschreibung
Probatorische Sitzungen ohne weiterführende Therapie
Leichte Belastungsstörungen im privaten Umfeld (Prüfungsangst, Arbeitsplatzkonflikt)
Falls deine Erkrankung gravierender war (z. B. mehrere depressive Episoden mit Klinikaufenthalt), ist eine umfassendere Prüfung nötig. Das Ergebnis kann ein Zuschlag, eine weitergehende Klausel oder eine Ablehnung sein.
Unser Tipp: Auch wenn die Alte Leipziger weitreichende Fragen hat, gibt es dennoch eine faire und individuelle Risikoprüfung. Eine anonyme Risikovoranfrage ist möglich und unserer Einschätzung nach sinnvoll.

unabhängige Experten-Beratung
kostenlos & unverbindlich
mit vielen Spezial-Tipps
Der Abfragezeitraum beträgt in den meisten Fällen 3 Jahre, bei psychischen Beschwerden, längere Medikamenteneinnahme oder längere Arbeitsunfähigkeit 5 Jahre.
Bei stationären Aufenthalten sind die letzten 10 Jahre relevant.
Zusätzlich gibt es noch einen weiteren kleinen Pluspunkt: die Alte Leipziger fragt nicht nach abgelehnten oder mit Erschwernis angenommenen Anträgen bei anderen Versicherern!
Was bedeutet das?
Viele Versicherer fragen im Antrag, ob du in den letzten 5 Jahren einen BU-Antrag gestellt hast, der abgelehnt oder nur mit Erschwernissen angenommen wurde.
Diese Information wird oft negativ gewertet und kann dazu führen, dass Gesundheitsangaben auf den Tisch kommen, die im Rahmen der Gesundheitsfragen vielleicht gar nicht abgefragt worden sind. Die Alte Leipziger verzichtet auf diese Frage.
Vor 6 Jahren wurdest du wegen einer schwierigen privaten oder beruflichen Situation für ein paar Wochen krankgeschrieben. Der Arzt stellte mangels anderweitiger Symptome eine "F-Diagnose" (z.B. leichte depressive Episode) – danach warst du wieder gesund. In einem BU-Antrag einer anderen Gesellschaft musstest du das angeben (wegen der 10-Jahres-Abfrage), und der Antrag wurde abgelehnt.
Weil bei der Alten Leipziger nur 5 Jahre nach psychischen Erkrankungen gefragt wird, musst du diese Erkrankung nicht angeben.
Würde die Versicherung allerdings nach abgelehnten Voranträgen fragen, würde auch dieses Thema wieder eine Rolle spielen, weil der Versicherer die Information quasi "durch die Hintertür" bekommen und vermutlich auch verwerten würde.
Dieses Beispiel zeigt gut, wie wichtig es ist, beim Thema BU mit einem Profi zusammenzuarbeiten, der auch die Annahmerichtlinien der vielen Gesellschaften bestens kennt - so lassen sich gewisse "Fehler" bei der Antragstellung vermeiden!
Auch die Alte Leipziger fragt nach möglichen Freizeitrisiken und gefährlichen Hobbys, die ein erhöhtes Risiko für Berufsunfähigkeit haben. Leider pocht die Alte Leipziger oftmals auf Fragebögen mit einem, "Ja/Nein-Schema":
Das heißt für dich, dass du besser alles aufführst, was über den normalen Freizeitsport hinausgeht.
Hier beispielhaft einige Hobbys, die bei der Alten Leipziger ohne Einschränkung angenommen werden:
| Aerobic | Fußball | Rudersport (ohne Wildwasser) |
| Badminton | Handball | Skifahren |
| Basketball | Kanufahren | Skihochtouren (Europa) |
| Biathlon | Kajakfahren | Skateboarden (Freizeit) |
| Bogenschießen | Jagen (kein Großwild) | Tennis |
| Boxaerobic | Leichtathletik | Triathlon (max.Langdistanz) |
| Feldhockey | Paintball | Wakeboarden |
(08-2024 geprüft über: https://www.vermittlerportal.de/Appserver/B2c/EasyWeb/Leben/Risiko/Sportrisikenkatalog)
Diese Liste mit nicht versicherbaren Hobbys stammt direkt von der Alten Leipziger - sie ist allerdings nicht abschließend. Viele Sportarten, wie z. B. der Berg- oder Kampfsport werden zwar individuell geprüft, könnten aber ebenfalls zur Ablehnung führen.
Deshalb legen wir dir nahe, eine kurze möglichst genaue Beschreibung des Hobbys und des Umfangs bei der Alten Leipziger einzureichen - wir helfen gerne dabei.
Viele Versicherer bieten zeitweise BU-Sonderaktionen mit vereinfachten Gesundheitsfragen an (z. B. für gewisse Berufsgruppen, Studierende oder betriebliche Rahmenverträge). Bei der Alten Leipziger gibt es aktuell keine allgemeine, dauerhaft gültige BU-Aktion mit stark reduzierten Gesundheitsfragen.
Eine pauschal stark verkürzte Gesundheitsprüfung (wie nur 3–4 Fragen) ist bei der Alten Leipziger nicht Standard, sondern hängt von speziellen Vereinbarungen ab.
Jede Versicherung hat eigene Kriterien zur Risikoprüfung, was bedeutet, dass sie Gesundheitsfragen, Vorerkrankungen und Einträge im Hinweis- und Informationssystem (HIS) unterschiedlich bewertet. Deshalb kann es sein, dass ein Interessent mit Vorerkrankungen bei einem Versicherer abgelehnt und bei einem anderen angenommen wird.
Eine Risikovoranfrage hilft dir, schon vor der Antragstellung eine verbindliche Einschätzung zu deinem BU-Antrag zu erhalten, besonders bei Vorerkrankungen oder risikoreichen Hobbys.
Das ist wichtig, weil du sonst Äpfel mit Birnen vergleichst - es bringt dir ja herzlich wenig, wenn im Vergleichsportal die Pfefferminzia mit dem günstigsten Beitrag ganz oben steht und die dich dann aber aufgrund einer Erkrankung gar nicht versichern wollen - oder nur mit 50% Risikozuschlag.
Der Vorteil einer Risikovoranfrage: Du bleibst anonym, und eine mögliche Ablehnung müsste bei zukünftigen Anträgen nicht angegeben werden. So kannst du verschiedene Anbieter vergleichen und am Ende den optimalsten auswählen.
Für die anonyme Risikoprüfung ist jedoch deine aktive Mitarbeit gefordert. Eine Voranfrage kann nur erfolgreich sein, wenn alle relevanten Informationen zu Gesundheit, Vorerkrankungen und Risikofaktoren vollständig und innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens bereitgestellt werden.
Wir führen keine Voranfrage durch, wenn wir erwarten, dass sie keine positiven Ergebnisse liefern wird. Wir haben viel Erfahrung auf dem Gebiet der Risikoprüfung und können auch schon im Vorfeld häufig recht gut einschätzen, ob eine Antragstellung erfolgsversprechend ist oder nicht.
Formular ausfüllen: Zunächst füllst du ein Formular mit persönlichen Daten, beruflichen Informationen, deinem Gesundheitszustand und deinen Versicherungswünschen aus.
Wichtige Informationen sind dabei:
Genaue Diagnose
Ursprung der Erkrankung
Zeitraum
Behandlungsmethoden
Seit wann die Erkrankung vollständig ausgeheilt ist
Erste Einschätzung: Anhand dieser Angaben prüfen wir deinen Fall und informieren dich, ob weitere Unterlagen wie z.B. ärztliche Befunde benötigt werden.
Sei besonders vorsichtig bei versicherungsspezifischen Fragebögen mit Ja/Nein-Antworten! Solche Fragebögen sind oft zu standardisiert und wenig individuell, was häufig zu ungenauen oder schlechten Ergebnissen führt.
Schreib deshalb alle relevanten Details so genau und lückenlos wie möglich auf, damit der Risikoprüfer keine offenen Fragen mehr hat und auf die Idee kommt einen solchen Fragebogen nachzufordern.
Anonyme Anfrage: Mit allen gesammelten Informationen stellen wir dann eine anonymisierte Risikovoranfrage (z.B. bei der Alten Leipziger und bei zwei bis drei weiteren passenden Versicherern). Da die Risikobewertung je nach Gesellschaft variiert, erhöht dies deine Chancen auf ein passendes Angebot.
Eine Risikovoranfrage erfordert für die Versicherer denselben Aufwand wie ein verbindlicher Antrag – ein medizinisch qualifizierter Risikoprüfer muss die Anfrage prüfen und eine Entscheidung (Votum) treffen. Das kostet den Versicherer bares Geld.
Stell dir vor, wir würden die Anfrage an 10 Gesellschaften schicken – am Ende kann nur eine Versicherung das Geschäft machen. Die 9 anderen würden leer ausgehen.
Die Versicherer, mit denen wir verstärkt kooperieren, wissen einerseits, dass sie von uns top aufbereitete Anfragen bekommen und somit meist wenig "Nacharbeit" seitens der Risikoprüfer notwendig ist. Zum anderen wissen sie, dass unsere Umwandlungsquote bedeutend besser ist als nur 10 % – dementsprechend arbeitet man auch beim Thema Risikovoranfragen gerne mit uns zusammen.
Ergebnisbesprechung: Nach Erhalt der Rückmeldungen besprechen wir gemeinsam deine BU Optionen und wählen das optimale Angebot aus.
Antragstellung: Passen die Annahmekonditionen, stellen wir zusammen den offiziellen BU Antrag. Dank der vorherigen Risikovoranfrage sind meist keine weiteren Rückfragen zu erwarten.
Bei einer gewünschten Absicherung von mehr als 3.000 € pro Monat ist in der Regel eine ärztliche Untersuchung erforderlich. Um mögliche Risiken zu minimieren, empfehlen wir oft, die Absicherung auf zwei Versicherer aufzuteilen. So kannst du unerwartete Befunde und ausführlichere Nachfragen vermeiden.
Die Alte Leipziger geht in ihrer Antragsprüfung über reine Standardfragen hinaus und bewertet deine Angaben individuell.
Hast du etwa Rücken- oder Bluthochdruckprobleme oder bereits psychische Beschwerden gehabt, kann es sein, dass du einen zusätzlichen Fragebogen ausfüllen musst.
Bei besonders hohen Renten oder komplexeren Diagnosen fordert der Versicherer unter Umständen sogar ein ärztliches Zeugnis an.
Darüber hinaus ermöglicht das elektronische Tool e-Votum eine rasche Klärung mancher Sachverhalte, da du in vielen Fällen direkt ein vorläufiges Votum erhältst.
Wichtig ist dabei stets, dass du deine Krankengeschichte ehrlich und vollständig angibst – vorhandene Arztberichte oder Befunde solltest du am besten gleich mitschicken, um unnötige Rückfragen zu vermeiden.
Exemplarisch möchten wir dir anhand folgender Beispiele einmal aufzeigen, wie die Alte Leipziger einzelne Krankheiten bewertet:
unabhängige Experten-Beratung
kostenlos & unverbindlich
mit vielen Spezial-Tipps