Die Helvetia Baloise BU - Gesundheitsfragen
- Gesundheitsfragen - Pro & Contra
- Bewertung risikoreicher Hobbys
- Wie läuft die Risikovoranfrage ab
Update: aktualisiert 11.08.2026
Die Gesundheitsfragen und die Risikovoranfrage sind entscheidend für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, da sie festlegen, ob und zu welchen Bedingungen du versichert wirst.
Auch die Baloise BU hat im Herbst 2023 ihre Fragen deutlich kundenfreundlicher gestaltet. Besonders hervorzuheben ist der verkürzte Abfragezeitraum für stationäre Aufenthalte auf nur 5 Jahre – im Vergleich zu den üblichen 10 Jahren anderer Anbieter, was die Baloise durchaus zu einer attraktiven Alternative macht.
In diesem Artikel erfährst du, welche Gesundheitsfragen die Baloise stellt, wie riskante Hobbys bewertet werden und warum eine anonyme Risikovoranfrage wichtig sein kann, um den besten Versicherungsschutz zu erhalten.
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Faire Abfragezeiträume: 5 Jahre, Beschwerden nur 6 Monate
Bagatell-Erkrankungen müssen nicht angegeben werden
Keine Abfrage nach abgelehnten Anträgen
Gefährliche Hobbys: individuelle Prüfung, Zuschläge oder Ausschlüsse möglich
Zwei Sonderaktionen: für junge Leute bis 30 & für Kammer- und MINT-Berufe bis 40 Jahre
Anonyme Risikovoranfrage möglich
Werfen wir einen genaueren Blick auf die Gesundheitsfragen der Baloise BU:
Die Baloise stellt ihre Gesundheitsfragen im Antragsformular sehr übersichtlich dar:
Abfragezeitraum:
Ambulante Behandlungen und psychische Erkrankungen i. d. R. fünf Jahre rückwirkend.
Stationäre Aufenthalte (mindestens eine Übernachtung) werden nur die letzten fünf Jahre rückwirkend erfragt (bei vielen anderen Versicherern sind es zehn Jahre).
Beschwerden ohne ärztliche Behandlung: Werden in der Regel nur für die letzten sechs Monate abgefragt.
Ausnahmen: Vorsorgeuntersuchungen ohne krankhaften Befund, harmlose Infekte (Magen-/Darm, Harnwege, Atemwege), zahnärztliche Routine und folgenlose Impfungen müssen meist nicht angegeben werden.
Krankschreibung: Abfrage bis zu 24 Monate (etwas länger als früher).
Du musst also keine Angst haben, falls du irgendeinen unbedeutenden Schnupfen oder Magen-Darm-Infekt von vor 3 oder 4 Jahren im Antrag nicht angibst, denn das ist explizit von der allgemeinen Fragestellung ausgenommen.

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Vorsorgeuntersuchungen ohne Befund, sowie viele Lappalien müssen explizit nicht angegeben werden
Bei Beschwerden, die nicht ärztlich behandelt wurden, werden nur die letzten 6 Monate abgefragt
Der Abfragezeitraum beträgt immer maximal 5 Jahre sowohl ambulant wie stationär
❌ Bei Krankschreibungen werden die letzten 24 Monate abgefragt
Die Baloise verzichtet im Antrag selbst (anders als manch anderer Versicherer) auf eine explizite Frage zu abgelehnten Voranträgen oder Erschwernissen bei anderen Gesellschaften.
Was bedeutet das?
Viele Versicherer fragen im Antrag, ob du in den letzten 5 Jahren einen BU-Antrag gestellt hast, der abgelehnt oder nur mit Erschwernissen angenommen wurde.
Diese Information wird oft negativ gewertet und kann dazu führen, dass Gesundheitsangaben auf den Tisch kommen, die im Rahmen der Gesundheitsfragen vielleicht gar nicht abgefragt worden sind. Die Baloise verzichtet auf diese Frage.
Vor 6 Jahren wurdest du wegen einer schwierigen privaten oder beruflichen Situation für ein paar Wochen krankgeschrieben. Der Arzt stellte mangels anderweitiger Symptome eine "F-Diagnose" (z.B. leichte depressive Episode) - danach warst du wieder gesund. In einem BU-Antrag einer anderen Gesellschaft musstest du das angeben (wegen der 10-Jahres-Abfrage), und der Antrag wurde abgelehnt.
Weil bei der Baloise nur 5 Jahre nach psychischen Erkrankungen gefragt wird, musst du diese Erkrankung nicht angeben.
Würde die Baloise allerdings nach abgelehnten Voranträgen fragen, würde auch dieses Thema wieder eine Rolle spielen, weil der Versicherer die Information quasi "durch die Hintertür" bekommen und vermutlich auch verwerten würde.
Dieses Beispiel zeigt gut, wie wichtig es ist, beim Thema BU mit einem Profi zusammenzuarbeiten, der auch die Annahmerichtlinien der vielen Gesellschaften bestens kennt - so lassen sich gewisse "Fehler" bei der Antragstellung vermeiden!
Natürlich möchte auch die Baloise wissen, ob du gefährliche Hobbys ausübst, welche die Gefahr einer möglichen Berufsunfähigkeit erhöhen.
Eine einfache „Ja/Nein“-Antwort reicht in der Regel nicht aus, um so ein Risiko vollständig einzuschätzen.
Eine vollständige und transparente Angabe deiner Freizeitaktivitäten hilft dem Risikoprüfer, dein individuelles Risiko besser einzuschätzen und kann zu einer faireren Bewertung führen.
Wenn du an Wettkämpfen teilnimmst oder die Sportart sehr intensiv ausübst, kann es in logischer Konsequenz zu einem individuellem Risikoausschluss oder höheren Beiträgen kommen.
Anhand dem Auszug einer Tendenztabelle zu den Freizeitrisiken kannst du erkennen, wie die Baloise bewertet:
Hier einige Hobbys, die bei der Baloise ohne Einschränkung angenommen werden:
| Bergwandern (unter 5.000 Meter) | Golf | Schattenboxen |
| Bouldern | Inline-Skating (Freizeit) | Ski-Alpin (Freizeit) |
| Capoeira | Paintball | Trekking (unter 5.000 Meter) |
| Eisschnellauf | Parkour (Freizeit) | Triathlon |
| Go-Kart-Fahren (ohne Wettbewerb) | Schnorcheln | Wandern |
Viele Versicherer bieten oft BU-Sonderaktionen mit vereinfachten Gesundheitsfragen für bestimmte Berufsgruppen (z.B. für junge Leute) oder auch verkürzte Abfragezeiträume an.
Die Baloise bietet mittlerweile zwei vereinfachte Antragsmöglichkeiten: den Junge-Leute-Antrag und seit 2026 zusätzlich einen Zielgruppenantrag für bestimmte Kammer- und MINT-Berufe.
Der Junge-Leute-Antrag richtet sich an junge Versicherte unter 30 Jahren. Darüber können bis zu 2.000 Euro monatliche BU-Rente mit verkürzten Gesundheitsfragen abgesichert werden.
Ein großer Vorteil sind die kürzeren Abfragezeiträume. Ambulante wie stationäre Erkrankungen werden nur drei Jahre rückwirkend abgefragt. Das gilt auch für psychische Erkrankungen. Beschwerden ohne ärztliche Behandlung werden lediglich für die vergangenen sechs Monate erfasst.
Auch wichtige Gestaltungsmöglichkeiten der BU bleiben erhalten, beispielsweise Beitrags- und Leistungsdynamik sowie umfangreiche Möglichkeiten zur späteren Erhöhung der BU-Rente.
Seit 2026 gibt es zusätzlich einen vereinfachten Zielgruppenantrag für Kammer- und MINT-Berufe. Damit können auch Versicherte bis zu einem Eintrittsalter von 40 Jahren bis zu 3.000 Euro monatliche BU-Rente mit einem gegenüber dem Standardantrag verkürzten Fragenkatalog abschließen.
Dafür müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:
Ob dein Beruf die Voraussetzungen erfüllt, wird anhand der Berufsdatenbank der Baloise automatisch geprüft.
Die Gesundheitsfragen ähneln weitgehend dem Junge-Leute-Antrag. Einen wichtigen Unterschied gibt es jedoch bei der Psyche: Psychische Erkrankungen werden beim neuen Zielgruppenantrag fünf statt drei Jahre rückwirkend abgefragt.
Interessant kann der Antrag beispielsweise für bestimmte Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Steuerberater, Informatiker, Ingenieure oder andere akademische MINT-Berufe sein. Entscheidend ist allerdings immer die konkrete Einstufung des Berufs und der Tätigkeit durch die Baloise.
Der Vorteil der Baloise-Aktion: Trotz vereinfachter Gesundheitsfragen bleiben alle BU-Optionen voll erhalten – inklusive Beitrags- und Leistungsdynamik, Cash+ Option und Pflegebaustein. Viele andere Anbieter schränken solche Optionen in Aktionen ein, wodurch die anfängliche Absicherung oft begrenzt ist.

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Jede Versicherung hat eigene Kriterien zur Risikoprüfung, was bedeutet, dass sie Gesundheitsfragen, Vorerkrankungen und Einträge im Hinweis- und Informationssystem (HIS) unterschiedlich bewertet. Deshalb kann es sein, dass ein Interessent mit Vorerkrankungen bei einem Versicherer abgelehnt und bei einem anderen angenommen wird.
Eine Risikovoranfrage hilft dir, schon vor der Antragstellung eine verbindliche Einschätzung zu deinem BU-Antrag zu erhalten, besonders bei Vorerkrankungen oder risikoreichen Hobbys.
Das ist wichtig, weil du sonst Äpfel mit Birnen vergleichst - es bringt dir ja herzlich wenig, wenn im Vergleichsportal die Pfefferminzia mit dem günstigsten Beitrag ganz oben steht und die dich dann aber aufgrund einer Erkrankung gar nicht versichern wollen - oder nur mit 50% Risikozuschlag.
Der Vorteil einer Risikovoranfrage: Du bleibst anonym, und eine mögliche Ablehnung müsste bei zukünftigen Anträgen nicht angegeben werden. So kannst du verschiedene Anbieter vergleichen und am Ende den optimalsten auswählen.
Für die anonyme Risikoprüfung ist jedoch deine aktive Mitarbeit gefordert. Eine Voranfrage kann nur erfolgreich sein, wenn alle relevanten Informationen zu Gesundheit, Vorerkrankungen und Risikofaktoren vollständig und innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens bereitgestellt werden.
Wir führen keine Voranfrage durch, wenn wir erwarten, dass sie keine positiven Ergebnisse liefern wird. Wir haben viel Erfahrung auf dem Gebiet der Risikoprüfung und können auch schon im Vorfeld häufig recht gut einschätzen, ob eine Antragstellung erfolgsversprechend ist oder nicht.
Formular ausfüllen: Zunächst füllst du ein Formular mit persönlichen Daten, beruflichen Informationen, deinem Gesundheitszustand und deinen Versicherungswünschen aus.
Wichtige Informationen sind dabei:
Genaue Diagnose
Ursprung der Erkrankung
Zeitraum
Behandlungsmethoden
Seit wann die Erkrankung vollständig ausgeheilt ist
Erste Einschätzung: Anhand dieser Angaben prüfen wir deinen Fall und informieren dich, ob weitere Unterlagen wie z.B. ärztliche Befunde benötigt werden.
Sei besonders vorsichtig bei versicherungsspezifischen Fragebögen mit Ja/Nein-Antworten! Solche Fragebögen sind oft zu standardisiert und wenig individuell, was häufig zu ungenauen oder schlechten Ergebnissen führt.
Schreib deshalb alle relevanten Details so genau und lückenlos wie möglich auf, damit der Risikoprüfer keine offenen Fragen mehr hat und auf die Idee kommt einen solchen Fragebogen nachzufordern.
Anonyme Anfrage: Mit allen gesammelten Informationen stellen wir dann eine anonymisierte Risikovoranfrage (z.B. bei der Baloise und bei zwei bis drei weiteren passenden Versicherern). Da die Risikobewertung je nach Gesellschaft variiert, erhöht dies deine Chancen auf ein passendes Angebot.
Ergebnisbesprechung: Nach Erhalt der Rückmeldungen besprechen wir gemeinsam deine BU Optionen und wählen das optimale Angebot aus.
Antragstellung: Passen die Annahmekonditionen, stellen wir zusammen den offiziellen BU Antrag. Dank der vorherigen Risikovoranfrage sind meist keine weiteren Rückfragen zu erwarten.
Möchtest du bei der Baloise eine sehr hohe BU-Rente (z. B. über 3.000 €) abschließen, musst du ggf. gewisse zusätzliche Prüfungen (z. B. ärztliches Zeugnis, Blutwerte) durchlaufen. Das hängt von den Annahmerichtlinien ab. Ab bestimmten Summen kann ein erweiterter Fragenkatalog, ggf. sogar ein Hausarztbericht oder ein medizinischer Check fällig werden.
Oft ist es sinnvoll, die Absicherung auf mehrere Versicherer aufzuteilen (z. B. zwei Verträge mit je 1.500 € statt einer mit 3.000 €), um das Risiko einer kompletten Ablehnung zu reduzieren. Sollte nämlich bei einer tiefergehenden Untersuchung etwas Unbekanntes auftauchen, gefährdet das dann nicht sofort deinen gesamten Versicherungsschutz. Daher lohnt es sich bei hohen Renten fast immer, eine zweite Berufsunfähigkeitsversicherung ins Auge zu fassen.
Die Baloise überzeugt mit kurzen Abfragezeiträumen – stationäre Aufenthalte werden nur fünf Jahre, psychische Erkrankungen teils nur drei Jahre rückwirkend erfasst. Viele kleinere oder längst ausgestandene Beschwerden müssen nicht mehr angegeben werden.
Bei Hobbys gilt es abzuwägen: Während Motorsport und Extremsportarten oft zu Zuschlägen oder Ablehnungen führen, sind moderate Sportarten in der Regel unproblematisch.
Junge Leute unter 30 sowie Kammer- und MINT-Berufe (bis 40 Jahre) profitieren von Sonderaktionen mit verkürzten Gesundheitsfragen, ohne auf wichtige BU-Optionen verzichten zu müssen.
Eine anonyme Risikovoranfrage bleibt der sicherste Weg, wenn Vorerkrankungen oder riskante Freizeitaktivitäten eine Rolle spielen.
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