Berufsunfähigkeitsversicherung für Anwälte & Juristen
- Versorgungswerk reicht oft nicht
- Günstige Beiträge für Juristen
- Top-Tarife & Sonderaktionen
Update: aktualisiert 12.08.2026
Auch wenn Anwälte und Juristen keine schwere körperliche Arbeit verrichten, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Juristen wichtig. Denn dein Einkommen hängt direkt von deiner geistigen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit ab.
Genau diese Fähigkeiten können durch Burn-out, Depressionen, Rückenprobleme, neurologische Beschwerden oder schwere Krankheiten dauerhaft eingeschränkt werden.
Das Versorgungswerk oder bei verbeamteten Juristen der Dienstherr können zwar Leistungen bieten, ersetzen aber nicht automatisch eine private BU. Gleichzeitig sind Juristen bei vielen Versicherern vergleichsweise günstig versicherbar, weil sie als akademische Berufe mit geringem körperlichem Risiko eingestuft werden.
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Ja, eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Anwälte und Juristen ist sehr sinnvoll. Der Grund ist einfach: Dein größtes Kapital ist deine Arbeitskraft.
Als Jurist verrichtest du zwar keine körperlich schwere Arbeit, aber auch deine kognitiven Fähigkeiten können durch Krankheiten oder Unfälle massiv eingeschränkt werden. Viele Juristen unterschätzen dieses Risiko.
Das ist ein gefährlicher Denkfehler. Ein Anwalt muss nicht querschnittsgelähmt sein, um berufsunfähig zu werden. Es reicht, wenn er seinen konkreten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zuverlässig ausüben kann.
Hinzu kommt, dass in kaum einem anderen Beruf kleine Fehler so schwerwiegende Folgen haben können. Eine übersehene Frist, eine falsch bewertete Rechtslage oder ein unkonzentriertes Mandantengespräch können schnell haftungsrelevant werden.
Gerade junge Juristen unterschätzen oft, wie stark sich dieser Druck über Jahre auswirken kann.
In der Beratung erleben wir immer wieder, dass Juristen fachlich extrem stark sind, aber das eigene Arbeitskraft-Risiko sehr nüchtern und fast zu theoretisch betrachten. Bei anderen Risiken wird sauber geprüft, argumentiert und abgewogen. Beim eigenen Einkommen wird dagegen manchmal erstaunlich optimistisch gedacht.
Ein Fachanwalt, der wegen einer schweren Depression keine Mandantengespräche mehr führen kann, Fristen nicht mehr sicher überblickt und keine belastbaren Schriftsätze mehr erstellt, kann berufsunfähig sein.
Ein Syndikusrechtsanwalt, der nach einer neurologischen Erkrankung dauerhaft Konzentrations- und Belastungsprobleme hat, kann seinen Beruf ebenfalls verlieren.
Und ein selbstständiger Kanzleiinhaber, der wegen einer schweren Erkrankung seine Mandate nicht mehr führen kann, hat oft nicht nur ein privates Einkommensproblem, sondern zusätzliche Kostenprobleme aufgrund seiner Kanzlei.
Aus unserer Sicht ist die BU für Juristen deshalb kein „Nice-to-have“. Sie ist der wichtigste Baustein der privaten Einkommensabsicherung.

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Bei Anwälten und Juristen spielen vor allem psychische Erkrankungen eine große Rolle. Dazu gehören zum Beispiel Burn-out, Depressionen, Angststörungen, chronische Erschöpfung und schwere Schlafstörungen. Das passt zum Berufsbild, denn Juristen arbeiten dauerhaft unter hoher kognitiver Belastung. Sie müssen präzise denken, argumentieren, formulieren und entscheiden.
Weitere typische Ursachen sind Rücken- und Bandscheibenprobleme, weil viele Juristen täglich lange sitzen und am Bildschirm arbeiten.
Auch Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische Erkrankungen und Unfallfolgen können zur Berufsunfähigkeit führen.
Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung für Juristen leistet in der Regel, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kannst. Die Einschränkung muss voraussichtlich mindestens sechs Monatebestehen. Entscheidend ist dabei dein konkret ausgeübter Beruf, nicht irgendeine theoretische (juristische) Tätigkeit.
Das ist besonders wichtig. Denn ein Jurist ist nicht einfach nur „Jurist“. Ein Strafverteidiger arbeitet anders als ein Syndikusrechtsanwalt. Ein Notar hat andere Aufgaben als ein Richter. Ein selbstständiger Kanzleiinhaber hat andere Tätigkeiten als ein angestellter Associate in einer Großkanzlei.
Gute BU-Tarife schauen deshalb auf deine tatsächliche Tätigkeit vor Eintritt der Berufsunfähigkeit:
Thomas, 42 Jahre, selbstständiger Fachanwalt für Familienrecht, kam zu uns, weil er seine bestehende BU überprüfen lassen wollte. Einige Jahre später wurde genau diese Absicherung wichtig.
Nach einer schweren depressiven Erkrankung konnte Thomas seinen Kanzleialltag nicht mehr zuverlässig bewältigen. Mandantengespräche über Trennung, Sorgerecht und Unterhalt waren für ihn emotional kaum noch tragbar. Gerichtstermine konnte er nur noch selten wahrnehmen. Auch komplexe Schriftsätze, Fristenkontrolle und strategische Mandatsentscheidungen fielen ihm zunehmend schwer.
Rein körperlich hätte Thomas zwar noch am Schreibtisch sitzen können. Für die BU war das aber nicht der entscheidende Punkt. Entscheidend war, dass er seine konkrete Tätigkeit als selbstständiger Fachanwalt für Familienrecht nur noch zu weniger als 50 % ausüben konnte. Also zahlte die BU ihm seine monatliche Rente.
Das Versorgungswerk ist für Rechtsanwälte ein wichtiger Baustein der Alters- und Risikovorsorge. Es ersetzt aber keine private Berufsunfähigkeitsversicherung.
Der Grund dafür ist, dass die Leistungsvoraussetzungen je nach Versorgungswerk oft deutlich strenger sind als bei einer privaten BU.
Bei einer guten privaten BU reicht regelmäßig eine 50-prozentige Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf.
Beim Versorgungswerk dagegen liegt die Hürde deutlich höher. Am Beispiel der Versorgungswerke der Rechtsanwälte in Bayern und NRW zeigt sich dies ganz gut.
In Bayern liegt Berufsunfähigkeit vor, wenn ein Mitglied seiner rechts- oder steuerberatenden Tätigkeit nicht mehr "in nennenswertem Umfang" nachgehen kann (siehe BRASTV). Die Tätigkeit muss eingestellt werden und im Falle einer dauerhaften Berufsunfähigkeit ist eine Rückgabe der Zulassung erforderlich. Bei Selbstständigen kann die Kanzlei für 4 Jahre von einem Vertreter weitergeführt werden.
Das Versorgungswerk in NRW setzt unter anderem voraus, dass das Mitglied gesundheitlich nur noch weniger als drei Stunden täglich anwaltlich tätig sein kann und die anwaltliche Tätigkeit vollständig eingestellt wird. Bei einer Dauerrente ist zusätzlich die Rückgabe der Zulassung erforderlich.
Das ist ein massiver Unterschied zur privaten BU. Hier musst du deine Anwaltszulassung nicht zurückgeben, nur damit der Vertrag leistet. Damit schließt sie eine gefährliche Lücke, die Versorgungswerke hinterlassen.
| Versorgungswerk | Private BU | |
|---|---|---|
| Leistungsauslöser | Je nach Satzung, bis zu 100% | Ab 50 % Berufsunfähigkeit |
| Bezugspunkt | Anwaltliche Tätigkeit nach Satzung | Zuletzt konkret ausgeübter Beruf |
| Tätigkeit einstellen | Oft erforderlich | Nicht zwingend |
| Zulassung zurückgeben | Bei dauerhafter BU erforderlich | Nein |
| Rentenhöhe | Abhängig von Anwartschaften | Frei wählbar im Rahmen der finanziellen Angemessenheit |
| Steuer | Nachgelagerte Besteuerung | Bei SBU nur Ertragsanteil |
Die BU-Rente für Juristen sollte so hoch sein, dass du deine wichtigsten laufenden Kosten auch bei Berufsunfähigkeit weiter bezahlen kannst. Eine zu niedrige Absicherung ist einer der häufigsten Fehler beim Abschluss.
Gerade bei Juristen reicht eine kleine BU-Rente häufig nicht aus. Denn Einkommen, Lebensstandard und finanzielle Verpflichtungen steigen oft deutlich mit der Karriere.
Eine BU-Rente von 1.500 € klingt auf den ersten Blick ordentlich. Für einen Anwalt mit 4.000 € Nettoeinkommen, privater Krankenversicherung, Immobilienfinanzierung, Altersvorsorge und Familie ist sie aber oft viel zu niedrig.
Bei der Ermittlung der passenden Höhe der BU-Rente solltest du deshalb nicht nur an Miete und Lebensmittel denken.
Aus unserer Sicht sollte die BU-Rente bei Juristen möglichst nah am tatsächlichen monatlichen Netto-Bedarf liegen. Die oft genannte Pauschalregel von 70 bis 80 % des Nettoeinkommens kann bei vielen Juristen zu niedrig sein.
Wichtig ist außerdem, dass die BU mit dem Leben und steigendem Bedarf mitwachsen kann. Ein Referendar braucht vielleicht noch keine 4.000 € BU-Rente. Ein späterer Rechtsanwalt, Notar, Kanzleipartner oder Syndikus mit Familie, Immobilie und hohem Einkommen aber möglicherweise schon.
Deshalb solltest du bei der Auswahl nicht nur auf die Startabsicherung achten, sondern auch auf starke Ausbauoptionen:
Besonders bei Anwälten mit hohem Einkommen, Familienplanung, Immobilienfinanzierung oder eigener Kanzlei sollte die BU-Rente nicht zu knapp gewählt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass der Vertrag zwar formal leistet, die Rente aber im Ernstfall nicht ausreicht.
Die Kosten einer BU für Juristen sind oft günstiger als viele erwarten.
Da Juristen einen akademischen Beruf mit geringem körperlichem Risiko ausüben, bewerten Versicherer das häufig positiv.
Trotzdem gibt es bei der BU keinen Einheitspreis. Die Kosten hängen immer wesentlich von deinem persönlichen Profil ab.
Je früher du abschließt, desto günstiger ist der Einstieg. Ein gesunder Rechtsreferendar oder junger Berufseinsteiger bekommt deutlich bessere Bedingungen als beispielsweise ein 38-jähriger Kanzleipartner mit Rückenproblemen, Bluthochdruck und hohem Absicherungsbedarf.
Die folgenden Werte ausgewählter Versicherer sind Beispiele und stellen kein verbindliches Angebot da. Der tatsächliche Beitrag hängt immer von Alter, Gesundheitszustand, Tarif, Zusatzoptionen, Laufzeit und gewünschter Rentenhöhe ab. Wir gehen von einem 30-jährigen angestellten Fachanwalt aus, der 2.000 € BU-Rente bis 67 absichert.
| LV 1871 | ab 60,73 € |
| Allianz | ab 76,88 € |
| Alte Leipziger | ab 72,49 € |
| Helvetia Baloise | ab 52,53 € |
| HDI | ab 53,38 € |
| ERGO / DANV | ab 67,78 € |
| BarmeniaGothaer | ab 56,60 € |
| die Bayerische | ab 55,66 € |
| AXA | ab 60,03 € |
| Hannoversche | ab 55,61 € |
Hinweis: Die genannten Beiträge erfolgen nach eigenen Berechnungen – unverbindlich und ohne Gewähr. Der tatsächliche Beitrag hängt immer von deinem Alter, Gesundheitszustand, Beruf, Raucherstatus, der gewünschten BU-Rente, Laufzeit, Tarifauswahl und den aktuellen Annahmerichtlinien des jeweiligen Versicherers ab. Ein verbindliches Angebot ist nur nach individueller Prüfung möglich.
Diese Zahlen zeigen, dass eine gute BU-Absicherung für Juristen nicht unbezahlbar sein muss.
Aber Achtung: Der Günstigste Beitrag ist nicht automatisch der beste Tarif!
Gerade bei Juristen zählen Bedingungen, Nachversicherung, Karrieregarantie, Versorgungswerksanrechnung, Umorganisationsklausel und Gesundheitsprüfung oft mehr als ein paar Euro Beitragsunterschied.
Beim BU-Vergleich solltest du immer zwischen Netto- und Bruttobeitrag unterscheiden.
Der Nettobeitrag ist der aktuelle Zahlbeitrag, den du tatsächlich monatlich zahlst. Der Bruttobeitrag ist der maximal kalkulierte Beitrag. Bis zu dieser Grenze kann der Versicherer den Zahlbeitrag erhöhen, wenn z.B. Überschüsse sinken.
Ein Tarif mit sehr niedrigem Nettobeitrag, aber hohem Bruttobeitrag kann deshalb auf den ersten Blick günstiger wirken, als er langfristig ist.

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Juristen sollten bei der Auswahl ihrer BU nicht nur auf den Beitrag schauen. Entscheidend sind die Bedingungen. Ein günstiger Tarif bringt dir wenig, wenn er später im Leistungsfall Lücken hat oder deine Karriereentwicklung nicht mithält.
Die wichtigsten Punkte sind:
Der Verzicht auf abstrakte Verweisung ist für Juristen sehr wichtig. Ohne diesen Verzicht könnte der Versicherer die BU-Leistung ablehnen, wenn du deinen bisherigen Beruf zwar nicht mehr ausüben kannst, dafür aber eine andere Tätigkeit aufnehmen könntest
Dabei geht es nicht darum, ob du diese Tätigkeit tatsächlich ausübst oder jemals gelernt hast. Entscheidend ist nur, dass der Versicherer theoretisch eine andere Tätigkeit als noch möglich ansieht.
Deshalb verzichten heute alle guten BU-Tarife auf die abstrakte Verweisung. Dann zählt im Leistungsfall dein zuletzt konkret ausgeübter Beruf.
Die Nachversicherungsgarantie ist für Juristen besonders wichtig, weil sich Einkommen und Absicherungsbedarf oft stark verändern.
Mit einer guten Nachversicherung kannst du deine BU-Rente später zu bestimmten Anlässen erhöhen, ohne erneut Gesundheitsfragen beantworten zu müssen.
Typische Anlässe sind z.B.:
Top-Tarife bieten zusätzlich innerhalb der ersten 5 Versicherungsjahre auch anlassunabhängige Erhöungen an.
Zusätzlich ist eine starke Karrieregarantie wichtig, die weitere Erhöhungen bei Gehaltserhöhungen vorsieht. Das ist für Juristen ein großer Vorteil. Denn eine juristische Karriere bringt vom Referendariat bis zur Partnerschaft in einer Kanzlei enorme Einkommenssprünge mit sich.
Bei der BU gibt es zwei wichtige Dynamiken:
Beides schützt vor deine BU-Rente vor Inflation und stellt sicher, dass deine Rente auch in Zukunft nicht an Wert verliert.
Sicherst du heute 2.500 € BU-Rente ab, klingt das erstmal solide. Bei einer durchschnittlichen Inflation von 2 % pro Jahr hätten diese 2.500 € in 25 Jahren aber nur noch eine heutige Kaufkraft von rund 1.524 €. Ohne Beitragsdynamik verlierst du also fast 1.000 € monatliche Kaufkraft – obwohl die versicherte BU-Rente auf dem Papier gleich bleibt.
Für selbstständige Anwälte ist die Umorganisationsklausel einer der wichtigsten Vertragsmerkmale.
Bei Selbstständigen prüft der Versicherer im Leistungsfall häufig, ob der Betrieb so umorganisiert werden kann, dass du trotz gesundheitlicher Einschränkung weiterarbeiten kannst.
Bei Anwälten kann das zum Problem werden. Der Versicherer könnte argumentieren, dass Mitarbeiter, angestellte Anwälte oder Kanzleipartner bestimmte Aufgaben übernehmen können. Du selbst könntest dann vielleicht noch organisatorisch oder beratend tätig sein.
Gute Tarife verzichten unter bestimmten Voraussetzungen auf eine Umorganisationsprüfung bei Juristen oder gestalten sie sehr kundenfreundlich.
Viele Juristen arbeiten als Richter, Staatsanwälte, Verwaltungsjuristen oder Beamte im höheren Dienst. Für diese Zielgruppe ist neben der Berufsunfähigkeit vor allem die Dienstunfähigkeit wichtig.
Eine gute DU-Klausel im Vertrag sorgt dafür, dass die Versicherung bei festgestellter Dienstunfähigkeit leistet, ohne die Entscheidung des Dienstherrn praktisch wertlos zu machen.
Das ist vor allem in den ersten Berufsjahren wichtig. Beamte auf Widerruf, Beamte auf Probe und junge Beamtehaben häufig noch keine ausreichenden Versorgungsansprüche. Gerade hier kann eine Dienstunfähigkeit finanziell sehr problematisch werden.
Für Rechtsanwälte ohne Beamtenstatus ist die DU-Klausel dagegen meist nicht entscheidend.
Die Anrechnung des Versorgungswerks ist ein Spezialthema für Anwälte und andere Kammerberufe.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen zwei Ebenen: der Anrechnung bei Antragstellung und der Kürzung im Leistungsfall.
Viele Versicherer berücksichtigen mögliche Leistungen aus dem Versorgungswerk schon bei der Frage, wie hoch du dich privat absichern darfst und prüfen, ob die Gesamtabsicherung angemessen ist. Das heißt aber nicht automatisch, dass deine vereinbarte BU-Rente im Leistungsfall später gekürzt wird. Dieser Unterschied ist wichtig.
Wer hohe BU-Renten absichern möchte, sollte deshalb genau prüfen, wie der Versicherer mit Ansprüchen aus dem Versorgungswerk umgeht. Gerade bei gut verdienenden Juristen kann das entscheidend sein.
Im Idealfall sollte der Versicherer auf eine Anrechnung verzichten oder sie erst ab sehr hohen Renten berücksichtigen.
Ja, es gibt immer wieder BU-Sonderaktionen mit vereinfachten Gesundheitsfragen für Juristen, Rechtsanwälte oder akademische Berufe.
Diese Aktionen können sehr interessant sein, wenn du kleinere Vorerkrankungen hast oder eine normale Gesundheitsprüfung schwierig werden könnte. Typischerweise stellen Versicherer hier nur wenige Gesundheitsfragen mit kürzeren Abfragezeiträumen. Das kann ein Vorteil sein, aber es macht eine Sonderaktion nicht automatisch besser.
Denn oft sind die Höchstrenten begrenzt, es gelten bestimmte Voraussetzungen (z.B. nur für bestimmte Berufsgruppen) oder Leistungen sind begrenzt (z.B. eingeschränkte Nachversicherungs- und Karriereoptionen).
Deshalb sollte eine Sonderaktion immer gegen einen normalen Top-Tarif geprüft werden. Würdest du ohne eine Aktion aber keine BU bekommen, können sie durchaus eine gute Option sein.
Sonderaktionen können sinnvoll sein für Juristen mit:
Sie sind aber weniger sinnvoll, wenn du vollkommen gesund bist und über einen normalen Antrag bessere Bedingungen bekommst.
Unsere Einschätzung ist daher: Sonderaktionen sind ein Türöffner, aber kein Freifahrtschein.
Bei Juristen prüfen wir deshalb immer, ob die vereinfachte Gesundheitsprüfung wirklich der größte Vorteil ist oder ob ein regulärer Top-Tarif langfristig stärker ist.
Ja, eine Zwei-Vertrags-Lösung kann für Juristen sehr sinnvoll sein. Das gilt vor allem, wenn du langfristig eine hohe BU-Rente absichern möchtest.
Die Idee ist einfach: Du verteilst deine BU-Rente auf zwei Versicherer. Statt einen großen Vertrag mit zusätzlicher Risikoprüfung bei einem Versicherer abzuschließen, könntest du eine zweite BU bei einem anderen Versicherer wählen und so deine Rente aufteilen.
Die Deutsche Anwalts- und Notarversicherung, kurz DANV, klingt für Anwälte, Notare und Steuerberater zunächst sehr passend. Der Name vermittelt schnell den Eindruck, dass es sich um die Speziallösung für diese Berufsgruppen handelt. Ganz so einfach ist es aber nicht.
Die DANV bietet ihre Berufsunfähigkeitsversicherung grundsätzlich in verschiedenen Tarifvarianten an. In der Premium-Variante ist beispielsweise eine Arbeitsunfähigkeitsklausel enthalten. Diese kann leisten, wenn du über einen längeren Zeitraum arbeitsunfähig krankgeschrieben bist, auch wenn eine dauerhafte Berufsunfähigkeit noch nicht abschließend festgestellt wurde.
Interessant ist bei der DANV außerdem, dass sie für bestimmte Zielgruppen auf die konkrete Verweisung und auf die Prüfung einer Umorganisation verzichtet. Das kann vor allem für selbstständige Anwälte und Kanzleiinhaber relevant sein. Denn im Leistungsfall soll dann nicht geprüft werden, ob du deine Kanzlei theoretisch so umstrukturieren könntest, dass du trotz gesundheitlicher Einschränkung weiterarbeiten kannst.
Trotzdem ist die DANV nicht automatisch besser als andere BU-Tarife von LV 1871, HDI, Baloise, Alte Leipziger oder Allianz. Der berufsspezifische Fokus ist zwar ein Pluspunkt, der Name allein aber noch kein Qualitätsmerkmal. Auch bei der DANV müssen Gesundheitsprüfung, Nachversicherung, Karriereoptionen, AU-Klausel, Anrechnung des Versorgungswerks und Beitrag genau geprüft werden.
Die DANV sollte bei Anwälten und Notaren durchaus mitgeprüft werden. Sie sollte aber nicht nur wegen ihrer berufsspezifischen Ausrichtung abgeschlossen werden. Ob sie wirklich passt, entscheidet sich im direkten Vergleich mit anderen Tarifen.
Die eine beste Berufsunfähigkeitsversicherung für alle Juristen gibt es nicht. Ein Rechtsreferendar braucht andere Optionen als ein selbstständiger Fachanwalt, ein Richter andere Klauseln als ein Syndikusrechtsanwalt und ein Notar mit hohem Einkommen eine andere Strategie als ein Berufseinsteiger.
Trotzdem gibt es einige Anbieter, die für Anwälte und Juristen besonders häufig interessant sind. Entscheidend ist dabei nicht nur der Beitrag, sondern vor allem die Kombination aus Gesundheitsprüfung, Nachversicherung, Karriereoption, Anrechnung des Versorgungswerks, Umorganisationsklausel bzw. DU-Klausel und Tarifbedingungen.
| Anbieter | Besonders interessant für | Stärken für Juristen | Einschränkungen |
|---|---|---|---|
| LV 1871 | - Kammerberufe - junge Juristen - selbstständige Anwälte |
- vereinfachte Risikoprüfung für Anwälte bis 35 Jahre - Abschluss für viele Anwaltsberufe bis 2.500 € BU-Rente mtl. möglich - Nachversicherung für viele Anwaltsberufe bis 4.000 €, mit Karrieregarantie bis 8.000 € - keine Anrechnung von Versorgungswerksansprüchen bei der Nachversicherungsgarantie - Verzicht auf Umorganisationsprüfung bei Anwälten mit eigener Kanzlei |
- kein vollständiger Verzicht auf Versorgungswerksanrechnung - vereinfachte Anerkennung durch das Versorgungswerk erst nach dem 50. Lebensjahr - Bei Selbstständigen: Karrieregarantie erst 3 Jahre nach Beginn der Selbstständigkeit möglich |
| HDI | - Rechtsanwälte mit Wunsch nach vereinfachter Prüfung - kleinere bis mittlere BU-Renten - Juristen mit Vorerkrankungen |
- Aktion mit vereinfachten Gesundheitsfragen - bis 2.000 € BU-Rente mtl. möglich - unter bestimmten Voraussetzungen nach Policierung bis 2.500 € mtl. über Nachversicherung - Eintrittsalter bis 55 Jahre, Endalter bis 67 Jahre - AU-Baustein bis 36 Monate möglich |
- Versorgungswerk ab 4.000 € BU-Rente angerechnet - KarrierePlus in Sonderaktionen nicht enthalten - Absicherung bleibt trotz guter Aktion für gut verdienende Anwälte zu niedrig |
| Allianz BU | - Rechtsanwälte - Patentanwälte - Rechtsreferendare - Richter, Staatsanwälte und verbeamtete Juristen |
- echte DU-Klausel - gute Teilzeitregelung - AU-Klausel im Premium-Tarif möglich (bis 36 Monate) - Nachversicherung ohne erneute Risikoprüfung - Krebs Soforthilfe im Premium Tarif möglich (bis 18 Monate) |
- kein vollständiger Verzicht auf Anrechnung des Versorgungswerks - Nachversicherung max. 500 € je Ereignis - keine Karrieregarantie |
| Helvetia Baloise | - Juristen mit überdurchschnittlich hohem Gehalt - Anwälte, Notare, Steuerberater |
- keine Anrechnung des Versorgungswerks - Karrieregarantie bis 7.500 € BU-Rente - Nachversicherungsgrenze 4.000 € mtl. - Verzicht auf Umorganisationsprüfung bei Kammerberufen - vereinfachte Gesundheitsfragen für Kammerberufe, max. BU-Rente: 3.000 € |
- Nachversicherung je Ereignis nur max. 500 € - keine DU-Klausel |
| BarmeniaGothaer | - Rechtsanwälte - Notare - Steuerberater |
- Verzicht auf Anrechnung von Versorgungswerken - Karrieregarantie für Kammerberufe bis 7.500 € |
- Sonderaktion: max. 3.500 € BU-Rente und max. bis zum 35. Lebensjahr möglich |
| Nürnberger | - junge Juristen - Rechtsreferendare - angestellte Anwälte - Kanzleigründer - selbstständige Anwälte mit kleinerer Kanzlei - Richter, Staatsanwälte und verbeamtete Juristen |
- ab 07/2026 günstigere Beiträge für Kammerberufe - ereignisabhängige Nachversicherung bis 4.000 € BU-Rente mtl. - Karrieregarantie bis 7.500 € mtl., wenn bereits mind. 4.000 € BU-Rente versichert sind - Berufseinsteigergarantie bis 4.000 € - bei Kanzleigründung bis 4.000 € mtl. BU-Rente möglich, nach individueller Prüfung - atmende Dynamik bis max. 10.000 € monatliche BU-Rente ohne erneute Risikoprüfung - keine Anrechnung des Versorgungswerks bis zum 30. Lebensjahr, danach erst ab 50.000 € - Verzicht auf Umorganisationsprüfung bei Betrieben mit weniger als 10 Mitarbeitern - echte DU-Klausel mit Wechseloption aus der BU für verbeamtete Juristen |
- ohne ärztliches Gutachten zu Beginn nur bis 2.500 € BU-Rente möglich - Gesundheitsfragen weiterhin umfangreich, unbehandelte Beschwerden werden 12 Monate abgefragt - Karrieregarantie für Selbstständige erst nach 6 Jahren ununterbrochener Selbstständigkeit und 30 % nachhaltiger Gewinnsteigerung - Dynamikerhöhungen oberhalb der pauschalen Grenze erfolgen nicht automatisch, sondern müssen individuell beantragt und finanziell angemessen sein - viele Zusatzleistungen nur über Bausteine, dadurch ggf. komplexer und teurer |
| Hannoversche BU | - Juristen mit mittleren Absicherungsbedarf | - Nachversicherung mit Anlass bis 4.000 €, Karrieregarantie bis 6.000 € mtl. | - kein vollständiger Verzicht auf Versorgungswerksanrechnung - Prüfung ab 4.000 € BU-Rente - Nachversicherung nur bis 4.000 € - anlassunabhängige Erhöhung nur bis 500€ - keine DU-Klausel |
| Alte Leipziger BU | - Juristen ohne zwingenden Bedarf an Sonderaktion | - Nachversicherung ohne erneute Risikoprüfung - Berufseinsteiger können nach Studium auf bis zu 2.500 € aufstocken - keine Beitragserhöhung bei Änderung des persönlichen Risikos - Verlängerungsoption bei Erhöhung der Regelaltersgrenze |
- keine Sonderaktion für Anwälte und Juristen - Anrechnung des Versorgungswerks zu 50 %, wenn die gesamte private Arbeitskraftabsicherung 3.500 € übersteigt - Nachversicherung nur bis 2.500 € BU-Rente ohne erneute Risikoprüfung - pro Ereignis nur 500 € Erhöhung |
| DANV / ERGO | - Anwälte - Notare - Steuerberater - rechts-, steuer- und wirtschaftsberatende Berufe |
- Verzicht auf abstrakte & konkrete Verweisung - Verzicht auf Umorganisationsprüfung - AU-Baustein möglich |
- Versorgungswerk ab 3.500 € BU-Rente angerechnet - Ereignisabhängige Nachversicherung bis max. 3.500 € - Erhöhung je Ereignis max. 500 € - anlassunabhängige Nachversicherung bis max. 3.000€ - AU-Leistung im Premium-Tarif max. 18 Monate |
Die LV 1871 BU ist für Juristen besonders interessant, weil sie Kammerberufe gezielt adressiert und starke Ausbauoptionen bietet. Gerade für junge Anwälte mit hohen Einkommenssprüngen im Laufe des Erwerbslebens können Nachversicherung und Karriereoption ein großer Vorteil sein. Für selbstständige Anwälte sind außerdem die Regelungen zur Umorganisation wichtig, auf welche die LV 1871 verzichtet.
Die Nürnberger BU wird für Juristen ab 07/2026 deutlich interessanter. Besonders stark sind die höheren Ausbauoptionen mit Nachversicherung, Karrieregarantie und atmender Dynamik. Gerade für überdurchschnittlich gut verdienende Juristen kann das wichtig sein, weil die Absicherung nicht zu früh an starren Dynamikgrenzen scheitert. Für junge Juristen, Anwälte, Kanzleigründer und verbeamtete Juristen kommen weitere Vorteile hinzu, etwa die Berufseinsteigergarantie, die verbesserte Umorganisationsregelung für kleinere Kanzleien und die neue DU-Wechseloption.
Die HDI BU kann vor allem dann spannend sein, wenn der Einstieg über eine vereinfachte Gesundheitsprüfung im Vordergrund steht. Solche Aktionsmodelle können bei kleineren Vorerkrankungen helfen. Gleichzeitig sollte man genau prüfen, ob Rentenhöhe, Nachversicherung und Karriereoption langfristig ausreichen. Gerade bei gut verdienenden Juristen darf die BU nicht schon nach wenigen Jahren zu niedrig werden.
Die Allianz BU ist für Juristen eher als solider Premium- und Vergleichstarif einzuordnen. Positiv sind vor allem die allgemeinen Bedingungen, die mögliche AU-Leistung im Premium-Tarif und die Option, bei Verbeamtung eine Dienstunfähigkeitsabsicherung zu ergänzen. Für Richter, Staatsanwälte und andere verbeamtete Juristen kann das interessant sein. Für sehr hohe BU-Renten oder stark steigende Einkommen bietet die Allianz aus unserer Sicht aber oft weniger Ausbaupotenzial als andere Anbieter.
Beim Thema Versorgungswerk stechen aus unserer Sicht vor allem Baloise BU und Gothaer BU hervor. Beide Anbieter sind für Kammerberufe besonders interessant, weil sie das Versorgungswerk bei der finanziellen Angemessenheitsprüfung nicht anrechnen. Das ist besonders bei höheren BU-Renten ein entscheidender Vorteil.
Die Hannoversche BU ist ebenfalls prüfenswert, verzichtet aber nicht vollständig auf die Anrechnung des Versorgungswerks. Sie kann für Juristen mit BU-Renten im mittleren Bereich interessant sein (z.B. für die Zwei-Vertrags-Lösung), sollte bei höheren Absicherungswünschen aber sauber mit anderen Anbietern verglichen werden.
Die Alte Leipziger BU bleibt ein starker Qualitätsanbieter mit guten Bedingungen, ist beim Thema Versorgungswerk aber nicht so offensiv wie Baloise oder BarmeniaGothaer. Hier kommt es besonders auf die gewünschte Rentenhöhe, das Einkommen und die konkrete Risikoprüfung an.
Die DANV / ERGO klingt für Anwälte und Notare wegen ihrer berufsspezifischen Ausrichtung zunächst naheliegend. Das allein macht den Tarif aber nicht automatisch zur besten Lösung. Auch hier müssen Beitrag, Nachversicherung, AU-Baustein, Anrechnung des Versorgungswerks und Tarifbedingungen geprüft werden. Verglichen mit anderen Tarifen ist er dabei oft eingeschränkter.
Ein BU-Test von Stiftung Warentest oder Finanztest kann dir eine erste Orientierung geben, welche Berufsunfähigkeitsversicherungen grundsätzlich gute Bedingungen bieten. Auch andere Ratings, etwa von DFSI, Franke und Bornberg oder Morgen & Morgen, können beim Marktüberblick helfen.
Wichtig ist aber zu beachten, dass ein sehr gutes Testergebnis nicht automatisch bedeutet, dass der Tarif auch für Anwälte und Juristen die beste Wahl ist.
Gerade bei Juristen entscheiden oft Details, die in allgemeinen BU-Tests nicht vollständig abgebildet werden. Dazu gehören zum Beispiel die Anrechnung des Versorgungswerks, Umorganisationsregelungen, die Annahmepraxis bei Vorerkrankungen oder das Vorgehen im Leistungsfall.
Ein Tarif mit sehr guter Bewertung bei Stiftung Warentest kann für dich trotzdem ungeeignet sein, wenn er deine gewünschte BU-Rente nicht ermöglicht, deine Vorerkrankung schlecht bewertet oder bei der späteren Erhöhung zu unflexibel ist.
Umgekehrt kann ein Tarif ohne prominentes Testsiegel im Einzelfall die bessere Lösung sein, wenn er besser zu deinem Beruf, deinem Gesundheitszustand und deiner Karriereplanung passt.
BU-Tests sind ein guter Filter, aber keine finale Entscheidungshilfe. Die eigentliche Auswahl erfolgt über eine saubere Bedingungsanalyse, Risikovoranfrage und Tarifprüfung. Dafür ist eine unabhängige Beratung essenziell.
Eine selbstständige BU ist ein eigenständiger Vertrag. Sie sichert nur das Risiko Berufsunfähigkeit ab.
Bei der BUZ ist ist die Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatz an einen Hauptvertrag gekoppelt, z.B. an eine Rentenversicherung, Rürup-Rente oder betriebliche Altersvorsorge.
Für viele Juristen ist die selbstständige BU die klarere und flexiblere Lösung. Eine BUZ kann sinnvoll sein, sollte aber nur gewählt werden, wenn steuerliche Folgen, Vertragsstruktur und Leistungsbesteuerung wirklich verstanden wurden.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Anwälte und Juristen ist trotz sicherem Job sehr sinnvoll. Das Risiko liegt bei Juristen nicht in schwerer körperlicher Arbeit, sondern in mentaler Belastbarkeit und kognitiver Arbeit.
Das Versorgungswerk ist wichtig, reicht aber häufig nicht aus. Auch der Dienstherr ersetzt bei verbeamteten Juristen nicht automatisch eine gute private Absicherung.
Besonders wichtig sind eine ausreichend hohe BU-Rente, Laufzeit bis 67, Verzicht auf abstrakte Verweisung, starke Nachversicherung, Karrieregarantie, Dynamik, Umorganisationsklausel und bei Beamten eine echte DU-Klausel.
Unsere klare Empfehlung: Schließe die BU nicht nur nach Beitrag oder Markenname ab. Entscheidend ist, welcher Tarif zu deinem Beruf, deiner Gesundheit, deiner Einkommensperspektive und deiner juristischen Laufbahn passt.
Wir helfen dir dabei, genau diese Lösung zu finden.

unabhängige Experten-Beratung
kostenlos & unverbindlich
mit vielen Spezial-Tipps
Ja, Anwälte brauchen eine Berufsunfähigkeitsversicherung, weil ihr Einkommen vollständig von ihrer Arbeitskraft abhängt. Auch wenn Anwälte körperlich meist wenig belastet sind, können psychische Erkrankungen, Burn-out, Depressionen, neurologische Beschwerden oder schwere Krankheiten den Beruf unmöglich machen.
In der Regel reicht das Versorgungswerk allein nicht aus. Die Leistungsvoraussetzungen sind je nach Versorgungswerk oft deutlich strenger als bei einer privaten BU. Außerdem kann die Leistung zu niedrig sein, um den bisherigen Lebensstandard zu sichern.
Eine gute BU zahlt, wenn du deinen zuletzt konkret ausgeübten Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kannst. Entscheidend ist nicht irgendeine juristische Tätigkeit, sondern dein tatsächlicher Beruf vor Eintritt der Berufsunfähigkeit.
Die BU-Rente sollte sich an deinem tatsächlichen monatlichen Bedarf orientieren. Bei gut verdienenden Juristen sind häufig 2.500 €, 3.000 € oder mehr sinnvoll. Entscheidend sind Einkommen, Fixkosten, Krankenversicherung, Altersvorsorge, Familie und mögliche Kanzleikosten.
Die Kosten hängen von Alter, Gesundheitszustand, Rentenhöhe, Laufzeit und Tarif ab. Ein 30-jähriger Rechtsanwalt kann für 2.000 € BU-Rente bereits ab ca. 55 bis 80 € eine gute Absicherung bekommen.
Bei einer selbstständigen BU können die Beiträge grundsätzlich als sonstige Vorsorgeaufwendungen angesetzt werden. In der Praxis bringt das aber oft nur wenig, weil die Höchstbeträge meist schon durch Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft sind.
Wichtig ist auch die Besteuerung im Leistungsfall: Eine Rente aus der selbstständigen BU wird in der Regel nur mit dem Ertragsanteil versteuert. Bei einer BUZ über Rürup oder betriebliche Altersvorsorge kann die Besteuerung dagegen deutlich höher ausfallen.
>> mehr dazu in unserem Ratgeber BU und Steuern
Nicht automatisch. Die DANV ist zwar speziell auf Anwälte, Notare und Steuerberater ausgerichtet. Trotzdem sollte sie immer mit anderen Anbietern wie LV 1871, HDI, Baloise, Alte Leipziger oder Allianz verglichen werden.
Eine echte BU ohne Gesundheitsfragen gibt es grundsätzlich nicht – oder nur in seltenen Ausnahmefällen.
Es gibt aber Sonderaktionen mit vereinfachter Gesundheitsprüfung, die für Juristen interessant sein können. Diese Aktionen haben aber oft Begrenzungen bei Rentenhöhe oder Nachversicherung.
Selbstständige Anwälte sollten besonders auf eine gute Umorganisationsklausel achten. Außerdem wichtig sind ausreichende Rentenhöhe, Krankentagegeld, Absicherung der Kanzleikosten, Nachversicherung und eventuell eine Zwei-Vertrags-Lösung.
Richter und Staatsanwälte sollten prüfen, eine BU mit echter Dienstunfähigkeitsklausel abzuschließen. Sie erleichtert die Leistungsprüfung, da die Entscheidung des Dienstherrn maßgeblich ist. Das ist vor allem bei Beamten auf Widerruf und Probe wichtig, da sie keine Absicherung im Falle eine Dienstunfähigkeit haben.
Ja, besonders bei Juristen mit guter Einkommensperspektive ist eine zweite BU oft sinnvoll. Eine Zwei-Vertrags-Lösung ermöglicht höhere BU-Renten ohne zusätzliche Risikoprüfung und kann mehr Flexibilität und Spielraum bei Nachversicherung schaffen. Sie bedeutet aber auch zwei Verträge und im Leistungsfall zwei Prüfungen.
Ja, häufig ist der Abschluss bereits als Rechtsreferendar sinnvoll. Der Gesundheitszustand ist oft noch besser, der Beitrag günstiger und spätere Erhöhungsoptionen können die Absicherung an die juristische Karriere anpassen.
Der Wunsch nach einer günstigen BU ist verständlich. Jedoch sollte eine BU immer genau zur persönlichen Situation passen. Wenn die Bedingungen nicht stimmen, hilft ein besonders billiger Tarif nicht weiter. Der beste Weg, dauerhaft Kosten zu sparen, ist, möglichst früh abzuschließen und Tarife bzw. die Bedingungen ausführlich zu vergleichen – am besten mit professioneller Beratung.
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