Berufsunfähigkeitsversicherung – Endalter mit 60?
- Risiken und Folgen BU-Endalter 60
- Verlängerungs-Optionen für flexiblen Schutz
- BU bis 67: So sicherst du dich lückenlos ab
Update: aktualisiert 27.05.2026
Auch wenn eine BU bis 60 zunächst attraktiv erscheint, birgt sie erhebliche Risiken. Sofern du überlegst, deine Berufsunfähigkeitsversicherung nur bis zum 60. Lebensjahr laufen zu lassen, ist das zunächst verständlich: Die Prämien sind niedriger, und viele gehen ohnehin davon aus, spätestens mit 60 in den Ruhestand zu gehen. Doch diese Entscheidung birgt erhebliche Risiken – ein zu frühes Vertragsende kann eine schwer schließbare Versorgungslücke reißen.
Im Folgenden erfährst du, warum meist eine BU-Laufzeit bis 67 Jahre (aktuelles Rentenalter) die bessere Wahl ist und wie du typische Fehlentscheidungen vermeidest.
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Ein BU-Endalter 60 kann im Ernstfall teuer werden, wenn die BU-Rente nach dem 60. Geburtstag endet, obwohl die Altersrente erst mehrere Jahre später beginnt.
Ohne ausreichend langes Endalter entsteht schnell eine große Versorgungslücke. Nach dem 60. Geburtstag fällt die private BU-Rente weg, du erhältst aber noch keine Altersrente. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente – sofern du darauf Anspruch hast – kann diese Lücke in der Regel nicht zuverlässig schließen, weil sie meist deutlich niedriger ausfällt und an zusätzliche Voraussetzungen geknüpft ist.
Im Ergebnis kann ein zu niedriges BU-Endalter deinen Lebensstandard erheblich gefährden. Bei einer BU-Rente von 2.500 € im Monat fehlen dir zwischen 60 und 67 rechnerisch mehr als 210.000 € Einkommen.
Zusätzlich solltest du genau auf die Formulierung im Vertrag achten. Manche Tarife unterscheiden zwischen Vertragsende und Leistungsende. Dann kann der Vertrag zwar nur bis 60 laufen, aber aber theoretisch bis 67 gezahlt werden. Entscheidend ist dafür, dass vor deinem 60. Geburtstag berufsunfähig wirst. Wirst du jedoch erst mit 61 berufsunfähig, besteht kein Anspruch mehr, weil der Vertrag bereits beendet ist. Deshalb ist nicht nur wichtig, wie hoch deine BU-Rente ist, sondern auch, wie lange die BU zahlt und bis zu welchem Alter dein Schutz tatsächlich gilt.
Ohne BU-Schutz nach 60 stehst du im schlimmsten Fall ohne Einkommen da – eine gefährliche Wette auf deine Gesundheit.
Viele haben den Plan, mit 60 in Rente zu gehen. Stell dir vor, du planst mit 60 aufzuhören, doch mit 52 zwingt dich eine schwere Krankheit in die BU. Ohne BU-Rente bis 67 müsstest du 15 Jahre überbrücken – das schafft kaum jemand. Die Alternative, vorzeitige Altersrente mit Abschlägen oder sogar Sozialhilfe, möchte niemand freiwillig in Anspruch nehmen.
Vermögensaufbau ist wichtig, aber kein Ersatz für eine lange BU-Laufzeit. Beispiel: 300.000 € Erspartes mögen reichen, um 7 Jahre á 2.500 € zu überbrücken – doch dieses Polster haben die wenigsten bis 60 angespart. Inflation, Lebenshaltungskosten und vor allem die fehlenden Sparmöglichkeiten während einer BU-Phase lassen dein Kapital oft nicht in dem Maße anwachsen, wie du es dir wünschst.
Reduziere die Laufzeit wirklich nur dann, wenn du bereits ein ausreichendes finanzielles Polster sicher aufgebaut hast. Andernfalls riskierst du, im Bedarfsfall ohne Schutz dazustehen.
Gerade jüngere Versicherte glauben, sie könnten einen bis 60 laufenden Vertrag später problemlos auf 67 verlängern. Eine nachträgliche Verlängerung der BU ist fast nie möglich. Denn in der Realität sind solche Verlängerungen ohne erneute Risikoprüfung selten – und selbst bei bestehenden Optionen meist ausschließlich an ursprünglich bis 67 abgeschlossene Verträge gebunden. Verlass dich nicht darauf, nachträglich die Laufzeit ausdehnen zu können.
Kurz gesagt: Die gängigen Argumente für Endalter 60 halten einer Prüfung nicht stand – das Risiko bleibt erheblich.

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Je nach Tarif, Alter und Gesundheitsprofil kann dein Beitrag um etwa 50 –80 % steigen.
Beispiel: Ein 30-jähriger Bürokaufmann, Nichtraucher, mit 1.500 € monatlicher BU-Rente zahlt bis Endalter 60 ca. 40 €/Monat (≈ 480 €/Jahr) und bis Endalter 67 ca. 70 €/Monat (≈ 840 €/Jahr) – 73 % Mehrbeitrag bei sieben Jahre längerem Schutz.
| Profil | Endalter 60 | Endalter 67 |
|---|---|---|
| 30 J., Bürokaufmann, Nichtraucher, 1.500 € BU-Rente/Monat | ~ 40 €/Monat (≈ 480 €/Jahr) | ~ 70 €/Monat (≈ 840 €/Jahr) |
Manche Tarife listen zwar eine Leistungsdauer bis 67, beenden den Vertrag aber schon mit 60 (Vertragsdauer)!
Konsequenz: Tritt die BU erst nach Vertragsende (Bsp. mit 61 Jahren) ein, bleibt die Rente aus, obwohl die Leistungsdauer formal weiterläuft.
So wird klar: Der höhere Beitrag fällt nicht nur wegen der längeren Laufzeit an, sondern spiegelt auch das steigende Risiko im Alter wider.
Splitting-Modelle kombinieren eine Basis-BU bis 67 mit einer Zusatz-BU bis 60 und ermöglichen so eine kostengünstige Absicherung kurzfristiger Verpflichtungen, ohne die langfristige Absicherung zu gefährden.
Ein Modell, das einige Makler empfehlen, ist eine Basis-BU bis 67 Jahre, ergänzt durch eine zusätzliche BU bis 60 für kurzfristige finanzielle Verpflichtungen wie Kreditraten.
Vorsicht: Splitting-Modelle funktionieren nur dann sinnvoll, wenn deine Basis-Police bis 67 bereits den kompletten Lebensbedarf abdeckt. Ansonsten riskierst du, mehrere Lücken in deinem Schutz zu haben: Erstens die befristete Zusatz-BU, die nach 60 endet, und zweitens die Basis-BU, die im Worst Case nicht ausreicht, um alle Ausgaben zu decken.
Setze besser auf einen einzigen Vertrag bis 67 mit ausreichender Rentenhöhe und nutze bei Bedarf die Nachversicherungs-Option, um deine Rente bei Gehaltssteigerungen, Heirat, Hauskauf oder anderen Lebensereignissen ohne Gesundheitsprüfung anzupassen.
Verlängerungsoptionen und Nachversicherungs-Garantien sichern dir einen flexibel anpassbaren BU-Schutz, der sich ohne erneute Gesundheitsprüfung an Gehaltsentwicklung, Lebensereignisse und steigende Renteneintrittsalter anpasst.
Welche Steuervorteile sichert dir eine BU-Laufzeit bis 67 Jahre?
Eine lange BU-Laufzeit bringt dir gleich doppelt Entlastung: heute in der Steuererklärung und später im Leistungsfall.
Beispiel: Bei 30 Jahren Laufzeit liegt der Ertragsanteil nur bei 30 %. Von einer BU-Rente in Höhe von 1.500 € versteuerst du also nur 450 € im Jahr.
Voraussetzung: Diese Steuervorteile gelten nur, wenn deine BU bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter (derzeit 67 Jahre) läuft.
Achte bereits beim Abschluss darauf, dein Endalter bis 67 zu wählen, um
1. den vollen Steuerabzug bei den Beiträgen und
2. die geringstmögliche Steuerlast auf deine BU-Rente im Ernstfall
zu garantieren.
Mehr zu steuerlichen Vorteilen in unserem Ratgeber „Berufsunfähigkeitsversicherung und Steuern“
Du siehst, eine BU mit Endalter 60 mag kurzfristig Beiträge sparen, riskiert aber eine schmerzhafte Versorgungslücke. Unsere Empfehlung lautet daher: Wähle nach Möglichkeit das Endalter 67 (aktuelles Renteneintrittsalter).
Ergänzend dazu empfiehlt es sich, alle Nachversicherungs- und Verlängerungsoptionen zu nutzen, damit du deinen Schutz bei Gehaltssteigerungen oder einer Anhebung des Renteneintrittsalters ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen kannst.
Darüber hinaus profitierst du von steuerlichen Vorteilen, indem du deine Beiträge bis zur Höchstgrenze in der Steuererklärung geltend machst und im Leistungsfall nur den Ertragsanteil deiner BU-Rente versteuern musst.
Lass dich am besten unabhängig beraten. Ein Experte kann dir helfen, den passenden Tarif mit allen sinnvollen Optionen zu finden und deinen individuellen Bedarf genau zu ermitteln – so vermeidest du teure Fehler und kannst beruhigt in die Zukunft blicken.
Mit der richtigen Laufzeit und Beratung bist du optimal für alle Eventualitäten gewappnet.

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Du erhältst nur 25 Jahre Rente statt 32. Die sieben Jahre bis zur Rente musst du selbst finanzieren – in der Regel für die meisten unrealistisch.
Nur mit einer speziellen Option bei Rentenerhöhung (z. B. 67→70). Eine Standardverlängerung ist praktisch ausgeschlossen.
Die Prämie für eine BU bis 67 ist je nach Berufs- und Gesundheitsprofil meist 35–70 % höher als bei Endalter 60 (pro eingespartem Jahr ca. 5–10 % Aufschlag).
Du kannst die BU-Beiträge als Vorsorgeaufwendung absetzen (gemäß § 10 EStG). Im Leistungsfall ist nur der Ertragsanteil deiner BU-Rente steuerpflichtig.
Nur, wenn deine Basis-Police bis 67 den gesamten Bedarf deckt. Ansonsten riskierst du du eine Versorgungslücke ab 60.
Tritt deine Berufsunfähigkeit nach dem Endalter ein, stellt der Versicherer jede Rentenzahlung ein – auch wenn die Leistungsdauer sonst noch laufen würde. Das heißt konkret: Ohne aktive Police kein Anspruch auf BU-Rente. Stelle daher sicher, dass deine Laufzeit deine gesamte voraussichtliche Rentenbezugsdauer abdeckt, und nutze Verlängerungsoptionen, um auch unvorhergesehene Verschiebungen des Renteneintritts zu berücksichtigen.
Vergleiche im Beratungsgespräch gezielt Premium-Tarife und prüfe in den AVB, ob sie sowohl eine kostenfreie Nachversicherungs-Garantie als auch eine automatische Verlängerungs-Option enthalten – achte dabei auf Fristen, Anlässe, Höchstbeträge und die klare Formulierung, dass Laufzeitanpassungen ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich sind.
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