Garantiezins in der BU erklärt
- Garantiezins in der BU verstehen
- So beeinflusst der Garantiezins deine BU
- Brutto, Netto und Garantiezins einfach erklärt
Update: aktualisiert 10.06.2026
Wenn du dich mit der Berufsunfähigkeitsversicherung beschäftigst, stolperst du schnell über den Begriff Garantiezins. Oft wird er mit Rendite oder Sparzinsen verwechselt. In Wirklichkeit geht es aber um etwas anderes: den Höchstrechnungszins, also eine Rechengröße, die vorgibt, wie Versicherer ihre Verträge kalkulieren dürfen.
Seit dem 1. Januar 2025 gilt ein neuer Satz: Der Garantiezins wurde von 0,25 Prozent auf 1,0 Prozent erhöht. Diese Änderung wirkt sich auch auf die BU aus – und zwar auf deine Beiträge, die garantierten Leistungen und auf die Überschüsse. Aber was bedeutet das konkret für dich?
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Der Garantiezins, offiziell Höchstrechnungszins, ist der Zinssatz, mit dem Versicherer bei der Kalkulation ihrer Verpflichtungen rechnen dürfen. Damit soll sichergestellt werden, dass die garantierten Leistungen langfristig finanzierbar sind.
Wichtig ist: Der Garantiezins ist keine Verzinsung deiner Beiträge und auch keine zusätzliche Rendite. Er hat nichts mit dem Zinsniveau auf deinem Sparkonto zu tun. Er ist vielmehr ein technischer Wert, den die Versicherer bei ihrer Kalkulation berücksichtigen müssen.
Viele verwechseln den Garantiezins außerdem mit den Überschüssen. Diese entstehen, wenn der Versicherer besser wirtschaftet als geplant – sie sind aber nicht garantiert und können sich jedes Jahr ändern.
Um Missverständnisse zu vermeiden, solltest du auch den Unterschied zwischen Bruttobeitrag und Nettobeitrag in der BU kennen. Der Bruttobeitrag ist der garantierte Höchstbeitrag, der unabhängig vom Garantiezins gilt. Der Nettobeitrag (Zahlbeitrag) wird durch Überschüsse reduziert, kann aber im Laufe der Jahre auch steigen.
Stell dir den Garantiezins wie einen Hebel in der Kalkulation vor. Steigt er, muss der Versicherer weniger Kapital zurücklegen, um Garantien abzusichern. Das kann die Beiträge für Neuverträge günstiger machen. Sinkt er, müssen die Unternehmen vorsichtiger kalkulieren – die Beiträge steigen.
Für dich bedeutet das: Der Garantiezins bestimmt, wie viel Garantie im Vertrag steckt. Dein Zahlbeitrag hängt jedoch von den Überschüssen ab, nicht vom Garantiezins direkt. Im Leistungsfall zählen vor allem die richtige Höhe deiner BU-Rente und eine mögliche Leistungsdynamik – nicht die Überschüsse.

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Der Garantiezins wurde in den letzten Jahren mehrfach angepasst. Bis Ende 2021 lag er noch bei 0,9 Prozent. Mit Beginn des Jahres 2022 fiel er auf den historischen Tiefstand von 0,25 Prozent – eine Folge der langanhaltenden Niedrigzinsphase am Kapitalmarkt.
Seit dem 1. Januar 2025 liegt er wieder bei 1,0 Prozent. Damit reagiert der Gesetzgeber auf die gestiegenen Zinsen.
Für die BU bedeutet das: Die Kalkulation wird für die Versicherer günstiger, weil sie mehr Zins in ihren Berechnungen ansetzen dürfen.
| Jahr | Höchstrechnungszins | Kommentar BU |
|---|---|---|
| 2020 | 0,9% | stabile Kalkulation, Überschüsse konnten viel abfedern |
| 2022 | 0,25% | Rekordtief, Beiträge teils gestiegen |
| 2025 | 1% | Zinswende: günstigere Kalkulation für neue Tarife |
Die Anhebung des Garantiezinses auf 1,0 Prozent wirkt sich grundsätzlich positiv auf die Kalkulation aller BU-Tarife aus. Versicherer müssen weniger Kapital zurückstellen, um ihre Garantien abzusichern. Dieser Spielraum kann genutzt werden, um Beiträge zu senken oder Leistungen stabiler zu gestalten.
Am Markt zeigt sich ein gemischtes Bild. Einige Versicherer haben den Zinsanstieg in Form von niedrigeren Prämien weitergegeben, andere halten die Preise stabil. Grundsätzlich profitieren alle Berufsgruppen, die Unterschiede liegen in der Stärke des Effekts. Bei Akademikern und Bürojobs fallen selbst kleine Anpassungen stärker ins Gewicht, weil die Beiträge hier insgesamt niedriger sind. In risikoreicheren Berufen wie Handwerk oder Pflege wird der Vorteil durch die höheren Risikokosten teilweise überlagert.
Bei den Leistungen verschiebt sich das Verhältnis zwischen Garantie und Überschuss. Versicherer können nun mehr Leistungen garantieren und sind weniger auf variable Überschüsse angewiesen.
Für dich bedeutet das: mehr Sicherheit in der Kalkulation, aber weniger Chancen auf zusätzliche Überschussleistungen. Wichtig ist: Die Höhe deiner vereinbarten BU-Rente bleibt davon unberührt – sie wird bei Vertragsabschluss festgelegt
Ein Blick auf die großen Anbieter zeigt, wie unterschiedlich die Reaktionen ausfallen:
| Versicherer | Produkt | Tendenz 2025 | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Alte Leipziger | SBU | ↓ | Beiträge für Akademiker gesenkt |
| LV1871 | SBU | ↓ | über 200 Berufe günstiger |
| Allianz | SBU/BUZ | → | nur kleine Anpassungen |
| HDI | SBU | → | Überschüsse im Leistungsfall reduziert |
| Helvetia Baloise | SBU | → | neue Bausteine, Überschüsse schwächer |
| Volkswohl Bund | SBU | → | neue Optionen, Preise leicht angepasst |
| BarmeniaGothaer | SBU | → | Beiträge stabil, Detailupdates |
| Swiss Life | SBU/BUZ | → | Zinsüberschüsse stabil, keine großen Änderungen |
| Nürnberger | SBU | → | kleinere Updates, keine Senkungen |
Wenn du deine BU vor 2025 abgeschlossen hast, gilt für dich weiterhin der alte Garantiezins. Dein Vertrag wird also nicht neu kalkuliert. Was sich ändern kann, sind die Überschüsse, die den Zahlbeitrag beeinflussen.
Deshalb profitierst du nicht automatisch von der Zinsanhebung. Ein Wechsel kann interessant sein, muss aber gut überlegt sein. Denn bei einem Neuabschluss stellst du dich erneut den Gesundheitsfragen – und je nach Alter oder Vorerkrankungen kann das teurer oder sogar unmöglich werden.
Oft ist es besser, über die Nachversicherungsgarantie die abgesicherte Rente zu erhöhen, anstatt den Vertrag komplett zu wechseln.
Viele Kunden glauben, dass Überschüsse auch im Leistungsfall entscheidend sind. Das stimmt aber nur eingeschränkt. Während der Beitragszeit senken Überschüsse deinen Zahlbeitrag. Wenn du aber berufsunfähig wirst, zahlst du keine Beiträge mehr. Dann kommt es vor allem auf deine garantierte BU-Rente und die vereinbarte Leistungsdynamik an.
Durch die Anhebung des Garantiezinses auf 1,0 Prozent im Jahr 2025 hat sich das Verhältnis verschoben: Versicherer können jetzt mehr Leistungen garantieren und sind weniger auf Überschüsse angewiesen. Das ist positiv, weil Garantien Sicherheit geben. Gleichzeitig bleibt dadurch aber weniger Spielraum, um im Leistungsfall zusätzliche Rentensteigerungen aus Überschüssen zu finanzieren.
In der Praxis bedeutet das: Viele Anbieter haben ihre nicht garantierten Rentensteigerungen reduziert. Statt wie früher oft 2,5 bis 3 Prozent pro Jahr liegen die Sätze inzwischen häufig nur noch bei 1,5 bis 2 Prozent. Das ist keine Verschlechterung der Garantie, sondern eine Anpassung der Überschüsse an die neue Kalkulation.
Für dich heißt das: Verlasse dich nicht auf mögliche Überschussrenten. Achte lieber darauf, dass deine garantierte BU-Rente hoch genug ist und ergänze sie bei Bedarf mit einer garantierten Leistungsdynamik. Nur so stellst du sicher, dass deine Rente langfristig mit der Inflation Schritt hält.
Ob du eine selbstständige BU (SBU) oder eine BU als Zusatz zu einer Lebens- oder Rentenversicherung (BUZ) hast, macht beim Garantiezins einen Unterschied.
In der SBU wirkt der Garantiezins direkt auf die Kalkulation der Beiträge für die reine Absicherung der BU-Rente. Steigt der Zins, kann der Vertrag für Neukunden günstiger kalkuliert werden – der Zusammenhang ist hier relativ klar.
Bei der BUZ ist die Situation komplexer. Sie hängt an einer Lebens- oder Rentenversicherung, bei der der Garantiezins auch über die Höhe der garantierten Ablaufleistung oder die Rentenfaktoren entscheidet. Ein höherer Garantiezins kann hier also dazu führen, dass die Altersvorsorge mehr garantiert, während die BU-Absicherung nur ein Teil des Gesamtpakets bleibt.
Ein 30-Jähriger entscheidet sich für eine BU. Wählt er eine SBU, wird der Beitrag allein nach seinem Beruf, Gesundheitszustand und der Höhe der gewünschten BU-Rente kalkuliert – der Garantiezins wirkt direkt auf diese Absicherung. Schließt er dagegen eine BUZ an eine private Rentenversicherung an, beeinflusst der Garantiezins nicht nur den BU-Schutz, sondern auch die garantierte Altersrente. Damit hängt seine Absicherung stärker von der Gesamtentwicklung des Produkts ab und ist weniger transparent als bei einer reinen SBU.
Der Garantiezins ist ein wichtiger Stellhebel in der Kalkulation der BU. Die Anhebung 2025 auf 1,0 Prozent sorgt dafür, dass Versicherer mehr Leistungen garantieren können und weniger von variablen Überschüssen abhängig sind. Das bringt dir mehr Sicherheit, auch wenn gleichzeitig der Spielraum für nicht garantierte Rentensteigerungen kleiner geworden ist.
Ob die Beiträge für dich tatsächlich günstiger werden, hängt vom Versicherer, deinem Beruf und den Tarifdetails ab. Manche Anbieter haben die Preise gesenkt, andere nicht. Besonders transparent ist die Wirkung in einer SBU, während sie in einer BUZ zusätzlich durch die Altersvorsorge beeinflusst wird.
Für dich entscheidend ist am Ende, dass die garantierte BU-Rente hoch genug ist, eine Leistungsdynamik enthalten ist und die wichtigen Klauseln im Vertrag stehen. Auf Überschüsse allein solltest du dich nicht verlassen.
Wir von my-finanzheld.de helfen dir dabei, deine BU richtig einzuordnen. Mit unserem kostenlosen BU-Check prüfen wir deine aktuelle Absicherung und zeigen dir, ob eine Nachversicherung oder ein neuer Vertrag für dich besser ist – unabhängig, transparent und Schritt für Schritt.

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Der Garantiezins (Höchstrechnungszins) ist eine Rechengröße in der Kalkulation. Er legt fest, mit welchem Zinssatz Versicherer ihre Garantien absichern dürfen. Er ist keine Verzinsung deiner Beiträge.
Manchmal ja, aber nicht automatisch. Es hängt vom Anbieter und deinem Beruf ab.
Nein. Bestandsverträge bleiben bei den alten Kalkulationsgrundlagen.
Sie sind weniger wichtig. Maßgeblich sind die garantierte BU-Rente und die Leistungsdynamik.
Der Bruttobeitrag ist der garantierte Höchstbeitrag. Der Nettobeitrag oder Zahlbeitrag ist der Beitrag nach Abzug von Überschüssen – er ist günstiger, kann aber bis zum Bruttobeitrag steigen.
Der Garantiezins bestimmt, wie die Versicherer ihre Tarife kalkulieren. Er ist jedoch nicht identisch mit Brutto- oder Nettobeitrag. Während Brutto und Netto deine Beiträge beschreiben, gibt der Garantiezins nur vor, wie viel Garantie in deinem Vertrag steckt.
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