Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) mit Beitragsrückgewähr
- BU mit Beitragsrückgewähr vs. klassische BU
- Rückzahlung und Überschüsse erklärt
- Vor- und Nachteile mit passenden Alternativen
Update: aktualisiert 13.08.2026
Wenn wir über die Absicherung der eigenen Arbeitskraft sprechen, denken die meisten zuerst an die klassische Berufsunfähigkeitsversicherung (BU).
Doch es gibt auch eine weniger bekannte Variante: die fondsgebundene Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie kombiniert den Schutz vor Einkommensverlust mit dem Aufbau einer Altersvorsorge über Investmentfonds. Auf den ersten Blick klingt das nach einer perfekten Lösung: finanzielle Sicherheit und Vermögensaufbau in einem Vertrag.
Aber lohnt sich diese Kombination wirklich? Oder ist es besser, BU-Schutz und Sparen konsequent zu trennen?
In diesem Ratgeber erklären wir dir, wie eine fondsgebundene BU funktioniert, welche Vor- und Nachteile sie bietet, für wen sich diese Variante lohnt, und worauf du unbedingt achten solltest, bevor du dich entscheidest.
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Eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückgewähr ist eine Mischung aus Risikoversicherung und Sparvertrag. Neben dem eigentlichen BU-Schutz wird ein Teil deiner Beiträge für dich zurückgelegt. Am Ende der Laufzeit bekommst du dann eine Einmalzahlung, wenn du nicht berufsunfähig geworden bist. Damit funktioniert sie so ähnlich wie eine kapitalbildende Lebensversicherung.
Der größte Unterschied zur klassischen selbstständigen BU (SBU): Dort zahlst du nur den Risikoschutz und profitierst sofort von niedrigeren Beiträgen. Bei der Rückgewähr sind die Beiträge dagegen spürbar höher, weil du zusätzlich einen Sparanteil mitfinanzierst.
Wichtig zu wissen: Die Rückzahlung ist nicht garantiert. Es handelt sich nur um die angesammelten Überschüsse. Diese hängen stark von den Kapitalmarkterträgen und der Geschäftspolitik deines Versicherers ab. In schwachen Zinsjahren kann die Auszahlung also deutlich geringer ausfallen, als viele erwarten.
Im Leistungsfall – also wenn du berufsunfähig wirst – gibt es keine Auszahlung am Laufzeitende. Stattdessen zahlt der Versicherer die vereinbarte BU-Rente.
| Kriterium | SBU (klassisch) | BU mit Beitragsrückgewähr |
|---|---|---|
| Beitrag | niedriger Nettobeitrag | höherer Bruttobeitrag |
| Überschüsse | denen sofort den Beitrag | werden angesammelt |
| Auszahlung am Ende | keine | Einmalzahlung möglich |
| Im BU-Fall | volle BU-Rente | volle BU-Rente, Rückgewähr entfällt |
| Flexibilität | hoch (durch 2 separate Verträge) | gering (an einen Vertrag gebunden) |
Die Beitragsrückgewähr in der BU funktioniert im Kern wie ein Sparplan. Dein monatlicher Beitrag wird dafür in zwei Teile aufgeteilt:
Die Rückzahlung ist jedoch nicht garantiert! Sie hängt davon ab, wie hoch die erwirtschafteten Überschüsse sind. In Niedrigzinsphasen oder bei schwacher Fondsperformance kann die Auszahlung daher deutlich niedriger ausfallen.
Kommt es während der Laufzeit zur Berufsunfähigkeit, entfällt die Rückzahlung. Stattdessen erhältst du die vereinbarte BU-Rente. Manche Tarife nutzen die bis dahin angesammelten Überschüsse, um deine BU-Rente zu erhöhen – das ist aber die Ausnahme, nicht die Regel.
Auch bei einer Kündigung während der Laufzeit kannst du einen Teil der angesparten Überschüsse zurückbekommen. Gerade in den ersten Jahren ist dieser Rückkaufswert allerdings meist sehr gering.

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Grundsätzlich entstehen bei jeder Form der BU Überschüsse, wenn der Versicherer besser wirtschaftet als ursprünglich kalkuliert. Diese Überschüsse können auf drei unterschiedliche Arten verwendet werden, neben der Beitragsrückgewähr sind das:
Die meisten Kunden entscheiden sich heute für die Beitragsverrechnung. Sie macht die BU sofort günstiger und lässt dir die Freiheit, deine Ersparnis selbst anzulegen – zum Beispiel in einem ETF-Sparplan. Rückgewähr-Modelle lohnen sich dagegen nur selten.
Eine BU mit Beitragsrückgewähr ist deutlich teurer als eine klassische BU. Der Grund ist einfach: Du zahlst nicht nur für den Risikoschutz, sondern zusätzlich für den Sparanteil. Du zahlst also in der Regel den vollen Bruttobeitrag, statt dem sonst üblichen Netto.
Wie hoch der Aufpreis ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab:
Unterm Strich bedeutet das: Eine BU mit Rückgewähr kann dich monatlich 20 bis 50 % mehr kosten als eine klassische BU. Bei knappem Budget kann dieser Mehrbeitrag schnell dazu führen, dass du die Versicherung irgendwann nicht mehr durchhältst – und damit verlierst du nicht nur den Rückzahlungsanspruch, sondern auch deinen BU-Schutz.
Bei einer BU mit Beitragsrückgewähr musst du zwei Punkte unterscheiden: die BU-Rente im Leistungsfall und die Auszahlung am Laufzeitende.
Wirst du berufsunfähig und erhältst eine Rente, ist diese steuerpflichtig. Allerdings gilt nur der sogenannte Ertragsanteil (§ 22 EStG). Das bedeutet: Nicht die gesamte Rente wird versteuert, sondern nur ein fester Prozentsatz, der sich nach deinem Alter bei Beginn der Rentenzahlung richtet.
In der Praxis liegt die Steuerlast meist niedrig, viele BU-Renten bleiben sogar komplett unter dem Grundfreibetrag. Mehr Infos dazu in unserem Ratgeber BU & Steuern.
Wenn du nicht berufsunfähig geworden bist, bekommst du am Ende der Laufzeit (meist mit 67) die angesammelten Überschüsse ausgezahlt.
Eine BU mit Beitragsrückgewähr klingt auf den ersten Blick attraktiv: Du bist gegen Berufsunfähigkeit abgesichert und erhältst am Ende im besten Fall eine Auszahlung. Doch in der Praxis zeigt sich, dass diese Variante nur selten die beste Wahl ist.
Nur für wenige Personen ist sie aus unserer Sicht geeignet:
Für die meisten Versicherten ist eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung die bessere Wahl. Sie bietet denselben Schutz, kostet aber weniger und lässt dir die Freiheit, deine Beiträge flexibel zu gestalten. Eine BU mit Rückgewähr dagegen bindet dich an höhere Beiträge – und genau das kann schnell zum Problem werden.
Besonders bei einem knappen Budget zählt jeder Euro. Wenn die Police zu teuer ist, steigt das Risiko, dass du sie irgendwann nicht mehr durchhalten kannst. Eine Kündigung bedeutet aber nicht nur, dass die Rückgewähr entfällt, sondern auch, dass du komplett ohne Absicherung dastehst. Das ist die schlechteste aller Optionen.
Auch für ältere Einsteiger ist die Rückgewähr wenig sinnvoll. Bei kurzen Restlaufzeiten entsteht kaum Kapital, weil schlicht nicht genug Zeit bleibt, um nennenswerte Überschüsse anzusammeln. Die Mehrkosten sind in diesem Fall hoch, der Ertrag dagegen minimal. Unterm Strich zahlst du also deutlich drauf, ohne wirklich zu profitieren.
❌ Alle Beiträge zurück: Nur der Sparanteil aus Überschüssen wird ausgezahlt – und das ist nicht garantiert.
⚠️ Immer steuerfrei: Meist ja, aber bei fondsgebundenen Varianten können Steuern auf Gewinne anfallen.
❌ Später einfach umstellen: Ein Wechsel von Rückgewähr auf Beitragsverrechnung ist oft nicht möglich.
⚠️ Teurer = besser: Der Mehrbeitrag finanziert nur den Sparanteil – die BU-Bedingungen sind dadurch nicht automatisch hochwertiger.
❌ Immer sinnvoll für junge Leute: Auch junge Kunden sind mit einer SBU + eigenem Sparen meist flexibler und günstiger abgesichert.
Die bessere Lösung für fast alle ist die klare Trennung von Absicherung und Geldanlage. So bleibt deine Berufsunfähigkeitsversicherung schlank und bezahlbar – und du entscheidest selbst, wie du dein Geld anlegst.
1. Klassische SBU + eigenes Sparen : Du schließt eine leistungsstarke selbstständige BU ab und investierst die Ersparnis gegenüber einem Rückgewähr-Tarif selbst. Dafür eignen sich z.B. ein ETF-Sparplan, Depots & Aktien oder private Rentenversicherungen. Dein Vorteil: maximale Flexibilität. Je nach Bedarf kannst du Sparraten anpassen oder pausieren, und du hast – je nach Methode – jederzeit Zugriff auf dein Geld.
2. BU + Altersvorsorge getrennt: Wenn du langfristig Vermögen aufbauen willst, kannst du zusätzlich eine Rentenversicherung oder einen Fondssparplan abschließen. Der große Vorteil: Beide Verträge lassen sich unabhängig voneinander anpassen. Kündigst du den Sparvertrag, bleibt dein BU-Schutz unberührt. Deshalb empfehlen wird auch keine Koppelung von BU mit Rente.
3. Moderne Cash-Back-Modelle: Einige Versicherer werben mit „Cash-Back“-Optionen, bei denen Überschüsse in Fonds angelegt werden. Am Ende gibt es eine Auszahlung, wenn du nicht berufsunfähig wirst. Diese Tarife sind aber oft kompliziert – und im Kern nichts anderes als eine eingeschränkte Form der Rückgewähr.
Viele haben in den vergangenen Jahren eine BU mit Beitragsrückgewähr abgeschlossen – oft auf Empfehlung von Vermittlern, weil das „Geld-zurück“-Versprechen attraktiv klang. Wenn du einen solchen Vertrag besitzt, solltest du jetzt genau prüfen, ob er noch zu dir passt.
Aber: Eine vorschnelle Kündigung ist riskant. Denn damit verlierst du nicht nur den möglichen Rückkaufswert, sondern auch deinen BU-Schutz. Ein neuer Vertrag erfordert eine Gesundheitsprüfung – und mit steigendem Alter ist das oftmals schwieriger. Denn: Eine BU mit Vorerkrankungen kann teurer oder sogar unmöglich werden.
Lies dazu auch unseren ausführlichen Ratgeber BU kündigen – mit allen Risiken, Alternativen und einer klaren Checkliste.
Die Kündigung einer BU sollte immer der letzte Schritt sein. In vielen Fällen gibt es noch Möglichkeiten deinen Vertrag anzupassen. Einige Beispiele:
Ziehst du dennoch einen BU-Wechsel in Betracht, empfehlen wir dir deinen Vertrag Schritt für Schritt zu überprüfen – am besten mithilfe eines unabhängigen Experten:
Die Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückgewähr klingt nach einer cleveren Kombination aus Einkommensschutz und Geld-zurück-Option. In der Realität zeigt sich aber, dass diese Variante meist nicht die beste Wahl ist. Du zahlst spürbar höhere Beiträge, die Auszahlung ist nicht garantiert und entfällt komplett, wenn du berufsunfähig wirst. Wirklich profitieren tun von dieser Option nur wenige, etwa sehr junge und sicherheitsorientierte Kunden mit langer Laufzeit.
Für die allermeisten ist es sinnvoller, Absicherung und Geldanlage zu trennen. Setze auf eine leistungsstarke SBU für den Schutz deiner Arbeitskraft und einen separaten Sparplan für den Vermögensaufbau. Das gibt dir mehr Flexibilität, geringere Kosten und volle Kontrolle über dein Geld.
Wenn du bereits eine BU mit Rückgewähr abgeschlossen hast, solltest du nicht vorschnell kündigen. Prüfe zuerst deine Optionen, sichere dir im Zweifel einen neuen BU-Schutz und hole dir unabhängigen Rat. So stellst du sicher, dass du nicht ungeschützt bleibst.
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Eine BU mit Rückgewähr kombiniert die klassische Berufsunfähigkeitsversicherung mit einem Sparanteil. Ein Teil deiner Beiträge wird für den Risikoschutz genutzt, der andere angespart. Am Ende der Laufzeit gibt es eine Einmalzahlung, wenn du nicht berufsunfähig geworden bist.
Nein. Zurückgezahlt werden nur die Überschüsse, die dein Versicherer erwirtschaftet. Diese hängen von der Zinslage oder der Fondsentwicklung ab – eine Garantie gibt es nicht. In vielen Fällen fällt die Auszahlung deutlich geringer aus als erhofft.
Bei einer selbstständigen BU (SBU) zahlst du nur für den Risikoteil. Die Überschüsse werden sofort mit deinem Beitrag verrechnet, sodass du den günstigeren Nettobeitrag zahlst. Bei der BU mit Rückgewähr zahlst du den vollen Bruttobeitrag. Die Überschüsse werden nicht sofort genutzt, sondern angespart – mit ungewissem Ausgang.
Die Überschüsse werden entweder im Sicherungsvermögen (klassische Zinsanlage) oder in Investmentfonds angelegt. Bleibst du bis zum Vertragsende gesund, erhältst du eine Einmalzahlung. Wirst du berufsunfähig, entfällt die Rückzahlung – du bekommst dann ausschließlich die BU-Rente. Manche Tarife sehen vor, dass die angesammelten Überschüsse deine Rente erhöhen, das ist aber die Ausnahme.
Eine BU mit Rückgewähr ist spürbar teurer als eine klassische BU. Während bei der SBU die Überschüsse den Beitrag sofort senken, zahlst du bei der Rückgewähr den vollen Bruttobeitrag. Der Mehrbeitrag ist dein Sparanteil, aus dem später die Rückzahlung finanziert wird.
BU-Rente: Sie ist mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig. Da nur ein Teilbetrag versteuert wird, bleibt die Steuerlast meist überschaubar. Viele BU-Renten liegen sogar unter dem Grundfreibetrag.
Rückgewähr: Erfolgt die Anlage im Sicherungsvermögen, bleibt die Auszahlung in der Regel steuerfrei. Bei fondsgebundenen Varianten können jedoch Kapitalerträge steuerpflichtig sein.
Für die meisten nicht. Sie lohnt sich nur für junge, sehr sicherheitsorientierte Personen mit langer Laufzeit. In allen anderen Fällen sind die Mehrkosten hoch, die Auszahlung unsicher – und im Leistungsfall entfällt sie komplett. Die bessere Lösung ist meist eine klassische SBU kombiniert mit eigenem Sparplan. So bleibst du flexibler und hast volle Kontrolle über dein Geld.
Dann entfällt die Auszahlung am Ende. Du bekommst stattdessen deine vereinbarte BU-Rente. Manche Tarife nutzen die bis dahin angesammelten Überschüsse, um deine Rente leicht zu erhöhen – verlassen solltest du dich darauf aber nicht.
Das hängt vom Versicherer ab. Viele Verträge lassen eine Umstellung nicht zu. Manche Anbieter bieten auf Anfrage die Möglichkeit, künftige Überschüsse für die Beitragsverrechnung zu nutzen. Das senkt den laufenden Beitrag, die Rückzahlung am Ende entfällt dann aber.
Nicht vorschnell kündigen. Prüfe zuerst, ob eine Umstellung auf Beitragsverrechnung möglich ist, ob sich eine Reduzierung lohnt oder ob ein Wechsel in eine neue BU sinnvoll sein kann. Ein neuer Vertrag setzt immer eine Gesundheitsprüfung voraus – das kann mit steigendem Alter problematisch werden. Kündigen solltest du erst, wenn dein neuer BU-Schutz sicher steht.
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