Berufsunfähigkeitsversicherung mit Rürup-Rente: Steuervorteil oder Falle?

    •  BU mit Basisrente: Steuervorteil oder Falle?
    •  Warum getrennte Verträge oft besser sind
    •  Das kannst du mit bestehenden Kombiverträgen tun
Autor: Maximilian Waizmann - Experte Zahnzusatzversicherung

Maximilian Waizmann | Versicherungsfachmann BWV

Update: aktualisiert 14.07.2026

Vielleicht hast du das auch schon gehört: „Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Altersvorsorge? Mit der Kombi bekommst du später wenigstens dein Geld zurück – und sparst heute sogar noch Steuern!“

Auf den ersten Blick klingt das verlockend. Niemand zahlt gern jahrzehntelang Beiträge in eine Versicherung, die man im besten Fall nie braucht. Die Idee, mit einem Vertrag gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen – Einkommensschutz und Altersvorsorge – spricht viele an. Und gerade die BU mit Basisrente wird häufig als clevere Steuerstrategie verkauft.

Doch stellt sich die Frage: Lohnt sich das wirklich? Viele, die eine BU mit Rente abgeschlossen haben, merken erst später, dass die Sache ihre Tücken hat.

In diesem Ratgeber schauen wir uns genau an, wie solche Modelle funktionieren, welche Chancen und Risiken es gibt – und wann eine Kombination tatsächlich Sinn machen kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Wege zur Kopplung: BU lässt sich mit privater Rentenversicherung, betrieblicher Altersvorsorge (bAV) oder Basisrente (Rürup) kombinieren
  • Basis-BUZ (Rürup) im Fokus: Sie wird stark mit Steuervorteilen beworben, führt im Leistungsfall aber zu einer stark steuerpflichtigen BU-Rente
  • Nachteile überwiegen: Kombiprodukte sind unflexibel, oft teuer und erschweren die Wahl der besten Anbieter für BU und Altersvorsorge
  • Trennung ist fast immer besser: Eigenständige BU & separate Altersvorsorge bieten mehr Netto-Rente, Flexibilität und bessere Konditionen
  • Ausnahmen: Für Selbstständige/Angestellte mit hohem Einkommen oder bei Sonderaktionen (z. B. vereinfachte Gesundheitsprüfung) kann eine BU-Kombi sinnvoll sein

Welche Modelle der BU gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Varianten der Berufsunfähigkeitsversicherung:

Die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) ist ein eigenständiger Vertrag ohne Sparanteil. Sie zahlt dir eine monatliche BU-Rente, wenn du deinen Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kannst. Sie funktioniert damit nach dem Prinzip einer klassischen Risikoversicherung: Du zahlst Beiträge, um dich gegen ein existenzielles Risiko abzusichern – tritt es nicht ein, gibt es auch keine Auszahlung. Dafür bist du maximal flexibel: Du kannst die BU jederzeit anpassen oder kündigen, ohne dass gleichzeitig deine Altersvorsorge betroffen wäre.

Daneben gibt es die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ). Sie wird an ein anderes Produkt angehängt, meistens an eine Lebens- oder Rentenversicherung. Dann sparst du einerseits Kapital fürs Alter an und sicherst gleichzeitig dein Einkommen ab. Im Leistungsfall bekommst du die BU-Rente – und der Versicherer übernimmt zusätzlich deine Sparbeiträge, damit die Altersvorsorge weiterläuft.

Klingt erstmal praktisch, hat aber auch Tücken: Entscheidend ist, an welches Vorsorgeprodukt die BU gekoppelt wird. Und genau da liegen große Unterschiede – sowohl bei den Vorteilen als auch bei den Nachteilen.

BU und Altersvorsorge koppeln – welche Möglichkeiten gibt es?

Das Grundprinzip einer BU mit Rente ist einfach: Tritt ein BU-Fall ein, erhälst du deine monatliche BU-Rente. Bleibst du bis zum Renteneintritt jedoch gesund, bekommst du eine Altersrente oder Kapitalleistung aus deinem angesparten Vermögen.

Dieser „Geld-zurück“-Effekt wird oft als Verkaufsargument genutzt – er wirkt so, als würdest du deine Beiträge nicht „umsonst“ zahlen. In Wahrheit ist die Logik komplexer. Die Vor- und Nachteile dieser Argumentation erklären wir im Detail in den Kapiteln Vorteile der Basis-BUZ und Nachteile und Fallstricke – Warum eine BU mit Basisrente meist nicht sinnvoll ist.

Allgemein gibt es drei Wege, BU und Altersvorsorge zu koppeln:

BU mit privater Rentenversicherung – Schicht 3

Hier wird die BU an eine klassische oder fondsgebundene private Rentenversicherung gekoppelt. Du sparst für später und sicherst dich gleichzeitig gegen Berufsunfähigkeit ab.

  • Vorteil: Im BU-Fall laufen deine Beiträge in die Altersvorsorge weiter, außerdem wird die BU-Rente nur mit dem Ertragsanteil besteuert – das ist oft eine sehr geringe Steuerlast.
  • Nachteil: Es gibt keine steuerliche Förderung, und die Kombination bietet kaum echte Vorteile gegenüber zwei getrennten Verträgen. Zudem verlierst du Flexibilität.

BU mit betrieblicher Altersvorsorge (bAV) – Schicht 2

Auch im Rahmen der bAV ist eine BU-Kopplung möglich. Die Beiträge fließen direkt aus deinem Bruttogehalt, wodurch zunächst Steuern und Sozialabgaben gespart werden.

  • Vorteil: Geringere Nettobelastung in der Ansparphase.
  • Nachteil: Im Leistungsfall wird die BU-Rente voll versteuert und zusätzlich fallen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Außerdem ist die Lösung unflexibel: Wechselst du den Arbeitgeber, kann es kompliziert werden, den Schutz mitzunehmen. Du musst deinen Vertrag entweder privat weiterführen oder neu abschließen.

BU mit Basisrente (Rürup)   – Schicht 1

Die bekannteste Kombination ist die BUZ mit Rürup-/Basisrente, auch Basis-BUZ genannt. Sie wird oft mit dem Argument verkauft, dass sämtliche Beiträge steuerlich absetzbar sind. Auch der BU-Anteil zählt, solange er unter 50 % liegt. Im BU-Fall zahlt der Versicherer die BU-Rente und übernimmt deine Beiträge für die Rente weiter.

  • Vorteil: Steuerersparnis in der Ansparphase und durchgehende Beitragszahlung in die Rente, selbst wenn du berufsunfähig wirst.
  • Nachteil: Die BU-Rente aus einer Basisrente ist im Leistungsfall stark steuerpflichtig. Außerdem sind Basisrenten unkündbar und extrem unflexibel – das macht die Kombination riskant.
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Die BU mit Basisrente (Basis-BUZ) im Detail

Die Kombination von Berufsunfähigkeitsversicherung und Basisrente – auch Basis-BUZ genannt – ist die wohl bekannteste Form der BU mit Altersvorsorge. Sie wird häufig als clevere Steuerstrategie verkauft: „Du sicherst dein Einkommen ab und kannst alle Beiträge steuerlich geltend machen.“

Klingt attraktiv, ist aber in der Praxis deutlich komplizierter.

Funktionsweise und technische Ausgestaltung

Eine Basis-BUZ ist eine Kombination aus zwei Verträgen:

  1. einer steuerlich geförderten Basisrente (Rürup)
  2. einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ)

Deine Beiträge werden aufgeteilt in einen Sparanteil für die Basisrente und einen Risikobeitrag für den BU-Schutz. Wichtig: Der BU-Anteil muss unter 50% liegen. Nur dann erkennt das Finanzamt den gesamten Beitrag als Vorsorgeaufwand an.

Das heißt: Wenn du zum Beispiel 200 Euro im Monat zahlst, fließen vielleicht 110 Euro in deine Rürup-Rente und 90 Euro in den BU-Schutz. Würde der BU-Anteil höher ausfallen, könnte er nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden.

Kommt es zur Berufsunfähigkeit, erhältst du die vereinbarte BU-Rente und der Versicherer übernimmt zusätzlich deine Beiträge zur Basisrente. Viele Anbieter koppeln daran eine jährliche Dynamik (oft 3–10 %, der sogenannte „Airbag“). So wächst deine Altersvorsorge auch dann weiter, wenn du selbst nichts mehr einzahlen kannst.

Damit erfüllt die Basis-BUZ zwei Funktionen zugleich: Sie sichert dein laufendes Einkommen im Krankheitsfall und verhindert zusätzlich, dass dir im Alter eine Versorgungslücke entsteht, weil während der Berufsunfähigkeit keine Beiträge mehr fließen würden.

Auf dem Papier klingt das nach einem rundum-sorglos-Paket – in der Praxis entstehen jedoch gravierende Nachteile, die du kennen solltest, bevor du dich für einen solchen Vertrag entscheidest.

Vorteile einer Basis-BUZ

Die Verbindung von BU und Basisrente wird oft mit einigen Vorteilen verkauft: Zusammengefasst sind das vor allem:

Vorteile
  • Steuerliche Absetzbarkeit: Sämtliche Beiträge lassen sich steuerlich als Vorsorgeaufwand geltend machen. Insbesondere Besserverdienende profitieren dadurch von einer hohen Steuerersparnis von rund 40%.
  • "Zwei Fliegen mit einer Klappe": Du sicherst dein Einkommen im Krankheitsfalls und deine Altersvorsorge läuft weiter. Das ist besonders wertvoll, wenn die BU früh eintritt.
  • Beitragsrabatte: Manche Versicherer bieten einen leicht reduzierten BU-Beitrag gegenüber einer selbstständigen BU. Grund sind Überschussverrechnungen oder Rabatte im Kollektivvertrag.
  • Psychologischer Vorteil ("Geld-zurück"-Effekt): Viele empfinden es beruhigend, dass die Beiträge nicht „verloren“ sind. Tatsächlich ließe sich dieser Effekt aber auch mit einer separat abgeschlossenen Altersvorsorge erreichen.
  • Sonderaktionen & Annahmevorteile: Manche Versicherer bieten eine Basis-BUZ mit vereinfachten Gesundheitsfragen an. Das kann für Menschen mit Vorerkrankungen eine Chance sein, überhaupt BU-Schutz zu bekommen.

Nachteile und Fallstricke – Warum eine BU mit Basisrente meist nicht sinnvoll ist

Den vermeintlichen Vorteilen stehen erhebliche Nachteile gegenüber, weshalb wir, viele unserer Kollegen und selbst Verbraucherschützer diese Kombi sehr kritisch sehen. Die wichtigsten Punkte:

Nachteile
  • Hohe Steuerlast im Leistungsfall: Während eine selbstständige BU fast steuerfrei ausgezahlt wird, ist die BU-Rente aus einer Basis-BUZ zu großen Teilen steuerpflichtig. Der steuerpflichtige Anteil steigt jährlich an und liegt ab 2058 bei 100 %. Das führt dazu, dass dir netto deutlich weniger bleibt. Um das auszugleichen, müsstest du ca. 25–30 % mehr BU-Rente absichern – was die Beiträge erheblich verteuert.

So stark schrumpft deine BU-Rente nach Steuern (Stand 2025)

Brutto-BU-Rente Netto bei SBU (selbstständige BU) Netto bei Basis-BUZ (Basisrente)
1.000 € ca. 820 € ca. 694 €
1.500 € ca. 1.230 € ca. 1.041 €
2.000 € ca. 1.640 € ca. 1.388 €
2.500 € ca. 2.050 € ca. 1.735 €
3.000 € ca. 2.640 € ca. 2.081 €
3.500 € ca. 2.870 € ca. 2.426 €

Quelle: Beispielrechnung auf Basis aktueller Steuerregelungen (Stand 2025), Annahmen: Steuerklasse I, gesetzlich krankenversichert

Details zur Besteuerung findest du in unserem Ratgeber BU & Steuern.

Nachteile
  • Eingeschränkte Flexibilität: Eine Basisrente ist unkündbar und nicht vererbbar – eine Auszahlung gibt es erst mit dem Renteneintritt. Gerätst du in einen finanziellen Engpass (z.B. durch Arbeitslosigkeit oder Elternzeit) kannst du die Beiträge nicht einfach pausieren, ohne auch den BU-Schutz zu gefährden. Separate Verträge sind hier deutlich flexibler. So kannst du z.B. deine Altersvorsorge jederzeit pausieren und deine BU weiterlaufen lassen.
    Mehr dazu, wie sich Lebensphasen wie Eltern- oder Teilzeit auf deine BU auswirken, erklären wir in unserem Ratgeber zur Teilzeitklausel in der BU.
  • Kompromisse bei der Anbieterwahl: Der beste BU-Anbieter ist selten auch der beste Versicherer für Basisrenten. Mit einem Kombivertrag bist du an einen Anbieter gebunden und musst fast immer Abstriche machen – entweder bei den BU-Bedingungen oder bei den Renditechancen deiner Altersvorsorge. Zudem beihaltet ein strukturiertes BU-Beratungsgespräch in erster Linie eine ordentliche Aufbereitung der Gesundheitsgeschichte und ggf. eine anonyme Risikovoranfrage, um den passenden BU-Versicherer für dich zu finden. Erst wenn die BU unter Dach und Fach ist, kann man das beste Rentenprodukt auswählen.
  • Hohe Kosten & Risiko der Unterversicherung: Kombiverträge sind meist teurer als zwei Einzelpolicen. Gerade junge Leute starten oft mit einer zu niedrigen BU-Rente, weil der Beitrag sonst unbezahlbar wäre – das führt zu einer gefährlichen Unterversicherung. Auch Starter-Tarife sind deutlich teurer, als sie auf den ersten Blick scheinen.
    Tipps, wie du die richtige BU-Rentenhöhe findest, gibt dir unser Ratgeber zur Höhe der BU-Rente.
  • Ungünstig für Kammerberufe: Ärzte, Anwälte, Ingenieure oder Architekten zahlen oft Pflichtbeiträge in ihr jeweiliges Versorgungswerk. Dadurch ist der steuerliche Höchstbetrag meist schon ausgeschöpft – der zentrale Vorteil der Basis-BUZ verpufft, die Nachteile bleiben aber bestehen.

Für Details zur Absicherung dieser Zielgruppen siehe unsere Spezial-Ratgeber:

Eine Basis-BUZ klingt nach einem attraktiven Gesamtpaket. In der Realität überwiegen Steuerlast, Unflexibilität, höhere Kosten und Kompromisse bei der Anbieterwahl. Deshalb empfehlen wir von my-finanzheld.de, BU und Altersvorsorge klar zu trennen. So bleibst du flexibel und sicherst dir die besten Konditionen.

👉 Nutze unseren kostenlosen BU-Check, um herauszufinden, ob deine aktuelle Absicherung wirklich passt, oder fordere direkt dein persönliches Beratungsgespräch an.

Wann und für wen eine BU-Kombi dennoch sinnvoll sein kann

So kritisch wir Kombiprodukte sehen: Es gibt Situationen, in denen die Kombination aus BU und Altersvorsorge durchaus Sinn machen kann. Das betrifft allerdings nur eine kleine Minderheit der Fälle:

  • Selbstständige und Gutverdiener mit hohem Steuersatz: Wer ein sehr hohes Einkommen und einen hohen Grenzsteuersatz hat, kann über die steuerliche Absetzbarkeit der Basis-BUZ spürbar profitieren. In Einzelfällen können die Vorteile die Nachteile ausgleichen – aber nur, wenn der Vertrag über Jahrzehnte konsequent durchgehalten wird und die BU-Rente hoch genug kalkuliert ist. Hier ist eine individuelle Berechnung unverzichtbar.
    Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber BU für Selbstständige & Freiberufler.
  • Menschen mit Vorerkrankungen: Manche Versicherer koppeln an die Basis-BUZ Aktionen mit vereinfachten Gesundheitsfragen. Wer sonst keine Chance auf eine eigenständige BU hätte, bekommt so zumindest einen Basisschutz. Der Steuervorteil ist hier nebensächlich – im Vordergrund steht die Möglichkeit, überhaupt versichert zu sein.
  • Planungsbewusste Vorsorger: Wer ohnehin eine Rürup-Rente abschließen möchte, die Einschränkungen kennt und dauerhaft tragen kann, mag die Kopplung erwägen. Voraussetzung: sehr disziplinierte Finanzplanung und stabile Einkommenssituation, damit die Beiträge auch in schwierigen Zeiten gezahlt werden können.

Für die große Mehrheit – Angestellte, Azubis, Studenten und Berufseinsteiger – gilt jedoch: Die Kopplung lohnt sich nicht. Hier sind die Steuervorteile gering, die Kosten hoch und das Risiko der Unterversicherung groß. In fast allen Fällen ist es besser, eine starke BU separat abzuschließen und die Altersvorsorge flexibel zu gestalten.

Welche Alternativen gibt es zur BU mit Altersvorsorge?

Die gute Nachricht: Alle Vorteile, die eine Kombination aus BU und Altersvorsorge verspricht, lassen sich auch mit getrennten Verträgen erreichen – oft sogar besser. So bleibst du flexibel, wählst jeweils den besten Anbieter und vermeidest steuerliche Nachteile. Konkret gibt es folgende Ansätze:

  • BU + separate Altersvorsorge: Der klassische Weg ist, eine eigenständige BU abzuschließen und daneben eine private Altersvorsorge – z. B. eine fondsgebundene Rentenversicherung oder einen ETF-Sparplan. Beide Verträge kannst du unabhängig voneinander anpassen oder pausieren. Meist ist das auch günstiger, da keine doppelten Abschluss- und Verwaltungskosten anfallen.
  • BU + Altersvorsorge mit Beitragsbefreiung im BU-Fall: Viele Renten- oder Lebensversicherungen bieten die Option, dass der Versicherer bei Berufsunfähigkeit deine Beiträge weiterzahlt. So wird die Altersvorsorge gesichert – aber die BU-Rente bleibt ein eigenständiger Vertrag.
  • Höhere BU-Rente + eigene Vorsorge: Eine weitere Möglichkeit ist, die BU-Rente von vornherein etwas höher abzusichern, idealerweise mit jährlicher Beitrags- und Leistungsdynamik (Inflationsausgleich). So bleibt dir im Leistungsfall nicht nur genug für den Lebensunterhalt, sondern auch Spielraum, einen Teil für die Altersvorsorge zurückzulegen (z. B. in ETFs oder freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung).
  • Riester oder bAV + separate BU: Auch andere Förderwege wie Riester oder die betriebliche Altersvorsorge kannst du nutzen – die BU sollte aber eigenständig bleiben. So bleibt sie unabhängig vom Arbeitgeber oder den rigiden Regeln einer Basisrente.

Im Ergebnis hast du mit diesen Alternativen die gleichen Vorteile wie bei einer Kopplung – aber ohne die gravierenden Nachteile. Absicherung und Vermögensaufbau getrennt zu planen, ist fast immer die bessere Wahl.

Was tun, wenn ich bereits eine gekoppelte BU mit Altersvorsorge habe?

Viele merken erst nach Vertragsabschluss, dass eine BU mit Altersvorsorge nicht so flexibel und vorteilhaft ist, wie es im Beratungsgespräch klang. Aber keine Sorge: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du mit einem bestehenden Kombivertrag umgehen kannst:

  • Vertrag prüfen lassen: Der erste Schritt ist immer eine genaue Analyse der Vertragsbedingungen – am besten mit Hilfe eines unabhängigen Experten. Manche Verträge enthalten eine Option zur Entkopplung, mit der die BU-Zusatzversicherung in eine selbstständige BU umgewandelt werden kann – oft sogar ohne erneute Gesundheitsprüfung.
  • BU herauslösen & separat weiterführen oder neu abschließen: Wenn dein Versicherer es erlaubt, kannst du die BU vom Altersvorsorgevertrag trennen und als eigenständige Police weiterführen (oder deinen BU-Anbieter wechseln). Die Altersvorsorge bleibt dann entweder beitragsfrei bestehen oder läuft separat weiter.
  • Vertrag beitragsfrei stellen & neue BU abschließen: Wenn eine Entkopplung nicht möglich ist, empfiehlt es sich, eine neue BU-Police bei einem anderen Anbieter abzuschließen – natürlich erst, wenn die Annahme gesichert ist. Anschließend kannst du den alten Vertrag stilllegen. Deine bis dahin angesparte Basisrente bleibt bestehen und wird dir dann zum Renteneintritt ausgezahlt. Wann eine Kündigung oder Beitragsfreistellung sinnvoll ist, erklären wir dir ausführlich im Ratgeber BU kündigen.
  • Kündigung nur im Ausnahmefall: Eine Basisrente ist praktisch nicht kündbar, und selbst wenn, müssten Steuervergünstigungen zurückgezahlt werden. Bei ungeförderten privaten Verträgen (z. B. Lebens- oder Rentenversicherung) kann eine Kündigung oder ein Verkauf sinnvoll sein. Welche Auszahlung du dabei erwarten kannst und warum der Rückkaufswert oft unter den eingezahlten Beiträgen liegt, erklären wir dir in einem eigenen Ratgeber. Gerne beraten wir dich auch persönlich dazu.
  • Beitragsanpassung: Manche Kunden reduzieren den Beitrag für die Altersvorsorge auf ein Minimum und sichern sich zusätzlich eine neue, eigenständige BU. So bleibt ein Teil der Förderung erhalten, während die Absicherung verbessert wird.
Helden-Tipp

Wenn du bereits eine BU mit Altersvorsorge abgeschlossen hast, lohnt es sich, deinen Vertrag von uns prüfen zu lassen. Mit unserem kostenlosen BU-Check schauen wir uns deine aktuelle Absicherung genau an. In einem persönlichen Beratungsgespräch klären wir, ob eine Entkopplung oder ein Wechsel für dich sinnvoll ist. Gemeinsam mit dir finden wir den richtigen Weg – und begleiten dich dabei Schritt für Schritt kompetent durch den gesamten Prozess.

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Helden-Fazit: BU und Altersvorsorge – besser trennen

Die Idee klingt verlockend: Mit einem einzigen Vertrag sowohl die Arbeitskraft absichern als auch fürs Alter vorsorgen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass eine BU mit Altersvorsorge mehr Nachteile als Vorteile bringt. Hohe Steuerlasten, fehlende Flexibilität, höhere Kosten und Kompromisse bei der Anbieterwahl machen die Kombi für die meisten unattraktiv.

Sinnvoller ist es fast immer, BU und Altersvorsorge getrennt voneinander abzuschließen. So sicherst du dir die besten Bedingungen, bleibst flexibel bei Änderungen im Leben und hast am Ende mehr Netto von deiner BU-Rente. Altersvorsorge kannst du unabhängig gestalten – über private Rentenversicherungen, ETFs, Riester oder bAV – und jederzeit anpassen.

Nur in seltenen Ausnahmefällen (z. B. bei sehr hohem Einkommen oder vereinfachten Annahmeaktionen) kann eine Kopplung sinnvoll sein. Dann sollte sie aber sehr genau durchgerechnet und langfristig geplant werden.

Unser Rat: Setze deine Priorität immer auf eine starke, eigenständige BU. Mit unserem kostenlosen BU-Check findest du heraus, ob deine Absicherung zu dir passt – und wir begleiten dich Schritt für Schritt auf dem Weg zur optimalen Lösung.

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FAQ – häufige Fragen zur BU mit Altersvorsorge

Was ist eine BU mit Altersvorsorge?

Dabei handelt es sich um eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ), die an eine Renten- oder Lebensversicherung gekoppelt wird. Du erhältst im Leistungsfall eine BU-Rente, und der Versicherer übernimmt zusätzlich die Beiträge für deine Altersvorsorge.

Allgemeine Informationen rund um das Thema BU, welche Modelle es gibt und worauf du besonders achten musst, findest du in unserem ausführlichen Überblicksartikel zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Lohnt sich eine BU mit Basisrente (Rürup)?

Nur selten. Zwar kannst du die Beiträge steuerlich absetzen, dafür ist die BU-Rente im Leistungsfall fast vollständig steuerpflichtig. Hinzu kommt die fehlende Flexibilität einer Basisrente. Für die meisten ist eine selbstständige BU plus separate Altersvorsorge die bessere Lösung.

Wie wird die BU-Rente versteuert?

Bei einer selbstständigen BU wird nur der Ertragsanteil versteuert – oft bleibt die BU-Rente netto fast vollständig erhalten. Bei einer BUZ mit Basisrente gilt die nachgelagerte Besteuerung: Der steuerpflichtige Anteil steigt jährlich an und liegt ab 2058 bei 100 %.

Mehr dazu im Ratgeber BU & Steuern.

Was passiert, wenn ich die Beiträge nicht mehr zahlen kann?

Bei einem Kombivertrag riskierst du, dass sowohl die BU-Absicherung als auch deine Altersvorsorge gefährdet sind. Eine selbstständige BU ist flexibler – hier kannst du die Altersvorsorge notfalls pausieren, ohne dass der BU-Schutz verloren geht.

Wie sich Lebensphasen wie Eltern- oder Teilzeit auf deine BU auswirken, erfährst du im Ratgeber Teilzeit in der BU.

Ist eine BUZ mit Basisrente für Selbstständige sinnvoll?

Für Selbstständige mit sehr hohem Einkommen kann die steuerliche Absetzbarkeit attraktiv sein. Allerdings sollte genau gerechnet werden, ob der spätere Steuer-Nachteil die Vorteile nicht überwiegt. Für die meisten Selbstständigen lohnt sich eine eigenständige BU deutlich mehr.

Lies auch unseren Ratgeber BU für Selbstständige & Freiberufler.

Was tun, wenn ich schon eine BU mit Altersvorsorge habe?

Lass deinen Vertrag von uns prüfen. Mit unserem kostenlosen BU-Check finden wir heraus, ob eine Entkopplung möglich ist, oder ob ein Wechsel in eine eigenständige BU sinnvoll ist. Mit einer anonymen Risikovoranfrage testen wir deine Chancen bei anderen Anbietern, ohne dass Ablehnungen in deiner Versicherungshistorie landen.

Mehr zu Kündigung, Umwandlung und Beitragsfreistellung findest du im Ratgeber BU kündigen.

Kann ich meine BU aus der Basisrente herauslösen?

Manche Versicherer bieten eine Entkopplung der BUZ an, sodass sie als selbstständige BU weitergeführt werden kann – oft sogar ohne erneute Gesundheitsprüfung. Ob das bei deinem Vertrag möglich ist, hängt von den Bedingungen ab.

 

Welche Alternativen habe ich zur BU mit Altersvorsorge?

Die Vorteile lassen sich auch mit getrennten Verträgen erreichen: z. B. eigenständige BU plus ETF-Sparplan oder private Rentenversicherung mit Beitragsbefreiung im BU-Fall.

Du benötigst eine kompetente Beratung rund um deine Versicherungen?

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