Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

    •  Sinnvoll für fast alle Berufsgruppen
    •  Unverzichtbare Absicherung der Arbeitskraft
    •  Kosten & Vertragsbedingungen
Autor: Maximilian Waizmann - Experte Zahnzusatzversicherung

Maximilian Waizmann | Versicherungsfachmann BWV

Update: aktualisiert 30.07.2026

Versicherungen gelten oft als überflüssig – eine Versicherung allerdings ist für (fast) jeden sinnvoll: die Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz BU) – das sehen ausnahmsweise sogar auch Verbraucherschützer wie z.B. Stiftung Warentest so!
Gleichzeitig liest man immer wieder kritische Stimmen, die behaupten, dass Versicherer im Ernstfall ja "eh nie zahlen"oder – dass man im "Bürojob kaum ein Risiko hat, berufsunfähig zu werden".

Sicherlich hast du das auch schon erlebt, wie schwer es fällt, den Überblick zu behalten: Braucht man eine BU tatsächlich – oder ist sie nur Geldverschwendung?
Genau um diese Frage geht es hier.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir auf, wann eine BU Sinn macht & welche Zielgruppen besonders profitieren.

Das Wichtigste in Kürze

​ Rund jeder Vierte wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig!

​ Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist viel zu gering, um einen guten Lebensstandard zu halten

 Eine private BU zahlt eine monatliche Rente, wenn du mindestens zu 50 % in deinem aktuellen Beruf nicht mehr arbeiten kannst

​ Junge und gesunde Leute profitieren von niedrigen Beiträgen und wenigen Problemen bei der Gesundheitsprüfung

​ Hohe Beiträge oder Vorerkrankungen können Hürden sein – eine rechtzeitige Beratung und Planung hilft

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) springt ein, sobald du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage bist, deinen konkreten Beruf in gewohnter Weise auszuüben. Liegt deine Arbeitsfähigkeit in diesem Beruf bei weniger als 50 %, zahlt dir die BU eine monatliche Rente und fängt damit deinen Einkommensausfall auf.

Die private BU unterscheidet sich erheblich von der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente (EU-Rente): Dort zählt nämlich, ob du noch irgendeine Tätigkeit verrichten könntest:

  • volle EU-Rente: du kannst täglich weniger als 3 Stunden "irgendwas" arbeiten

  • Teil EU-Rente: du kannst täglich zwischen 3 und 6 Stunden "irgendwas" arbeiten

Oft hilft das wenig, wenn du "nur" in deinem eigentlichen Job gar nicht mehr arbeiten kannst - denn du könntest ja theoretisch noch irgendwas anderes machen. Darüber hinaus gibt es die gesetzliche EU-Rente auch erst dann, wenn du mindestens 5 Pflicht-Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung nachweisen kannst (also keine Absicherung für Schüler, Studenten und junge Berufsanfänger).

Helden-Beispiel EU-Rente

Du bist Chirurg und hast sowohl Ansehen als auch ein gutes Einkommen -  du erleidest einen Unfall, der deine Fingerfertigkeit beeinträchtigt - operieren ist damit nicht mehr möglich und du kannst deinem Beruf nicht mehr nachgehen. Weil du aber "theoretisch" in der Lage bist, viele andere Tätigkeiten auszuüben (z.B. als Pförtner), hast du keine Chance auf eine gesetzliche EU-Rente! Deine Existenz ist gefährdet - nachdem dein Vermögen aufgezehrt ist, droht der soziale Absturz ins Bürgergeld!

Die private BU hingegen orientiert sich ausschließlich an deinem bisherigen Beruf, den du zuletzt in gesunden Tagen ausgeübt hast. Für dich bedeutet das mehr Sicherheit. Sobald du in deinem gewohnten Beruf dauerhaft zu 50 % oder mehr eingeschränkt bist, erhältst du die versicherten Leistungen aus deiner BU. Das deckt ein enormes finanzielles Risiko ab, falls dich zum Beispiel Burnout, Krebs oder Rückenprobleme dauerhaft an der Ausübung deines Berufes behindern.

Tierversicherung

Du benötigst eine wirklich kompetente Beratung zum Thema BU?

unabhängige Experten-Beratung

kostenlos & unverbindlich

mit vielen Spezial-Tipps

Kontakt aufnehmen

Für wen ist eine BU sinnvoll?

1. Angestellte mit Bürojob

Viele Bürokräfte sind der Meinung, dass sie keine BU für Bürojobs brauchen, weil das Risiko "berufsunfähig" zu werden, eher gering ist - und das stimmt sogar. Doch nur weil das Risiko geringer ist, ist es nicht gleich Null!

Psychische Erkrankungen (z. B. Depression, Burnout) und Rückenbeschwerden durch ständiges Sitzen zählen zu den häufigsten Ursachen einer Berufsunfähigkeit - und die treffen oft auch Büroangestellte.

Zum anderen schlägt sich das geringere Risiko auch im Beitrag nieder - d.h. die Versicherungen berücksichtigen es durchaus, dass Bürokräfte nicht so häufig berufsunfähig werden, indem sie dafür auch wesentlich weniger zahlen müssen als jemand der körperlich tätig ist.

2. Selbstständige

Wer selbstständig ist, hat keinen Arbeitgeber, der ihn auffängt - und auch das soziale Netz ist oft nicht da. So zahlen Selbstständige oft nicht in die gesetzliche Rentenkasse ein und haben keinen Anspruch auf die EU-Rente. Fällt das Einkommen eines Selbstständigen wegen Krankheit oder Unfall weg, kann das Unternehmen schnell in eine existenzielle Schieflage geraten. Daher ist eine BU für Selbstständige praktisch unverzichtbar.

3. Beamte

Beamte auf Probe oder Widerruf haben noch keinen vollen Pensionsanspruch. Bei Dienstunfähigkeit droht ihnen die Entlassung - eine BU ist insofern auf jeden Fall sinnvoll.

Langjährige Beamte verfügen über ein Ruhegehalt, das jedoch nicht immer ausreicht. Eine spezielle DU-Klausel in der BU kann die Versorgungslücken schließen.

4. Schüler

Kinder sind im Falle einer schweren Erkrankung oder eines Unfalles nur unzureichend abgesichert. Muss ein Kind dauerhaft zu Hause betreut werden, muss häufig ein Elternteil seinen Beruf aufgeben. Auf der anderen Seite entstehen oft zusätzliche Kosten. Eine Schüler-BU ist daher absolut sinnvoll.

Darüber hinaus profitieren Schüler von besseren Einstufungen als manch Berufstätiger - insbesondere dann, wenn später ein handwerklicher oder ein schwer versicherbarer Beruf (z.B. Profisportler) angestrebt wird. Der frühzeitige Einstieg in die BU ist schon im Schulalter empfehlenswert!

5. Studenten / Berufseinsteiger

Gerade für Studenten (Studenten BU) oder junge, gesunde Berufseinsteiger ohne Vorerkrankungen sind die Beiträge für eine BU-Absicherung vergleichsweise niedrig und die Annahmechancen hoch. Ein Abschluss der BU als Azubi oder während Studienzeit kann sich lohnen, da du den günstigen Einstiegsbeitrag langfristig sichern und deinen Gesundheitszustand "einfrieren" kannst.

6. Handwerker / körperliche Berufe

Ob Handwerker, Pflegekräfte oder Bauarbeiter – in körperlich anstrengenden Jobs ist das Risiko für Verschleiß und Verletzungen hoch - damit leider auch das Risiko "berufsunfähig" zu werden. Dementsprechend sind leider auch die Beiträge für eine BU sehr teurer.

Leider ist die Wahrheit: diejenigen, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung am dringendsten bräuchten, haben dadurch meist keine BU-Absicherung. Unsere Empfehlung: trotzdem sollte man das Thema BU nicht einfach ignorieren -auch eine Teilabsicherung (z.B. in Form einer Erwerbsunfähigkeitspolice oder einer Grundfähigkeitenversicherung) sind besser als gar kein Schutz.

7. Soziale Berufe

Wer in einem sozialen Beruf arbeitet, trägt viel Verantwortung für andere Menschen und ist dabei häufig hohen Belastungen ausgesetzt. Das gilt z.B. für Erzieher, Lehrer, Sozialarbeiter oder pädagogische Fachkräfte. Neben psychischem Druck und emotionaler Belastung kommen je nach Beruf auch körperliche Anforderungen sowie ein erhöhtes Infektionsrisiko hinzu.

Deshalb ist eine BU in sozialen Berufen besonders sinnvoll. Wichtig ist aber, nicht nur auf den Beitrag zu achten, sondern auch auf die Bedingungen. Bei der BU für Erzieher spielen beispielsweise eine gute Teilzeitregelung, der Verzicht auf abstrakte Verweisung und eine passende Infektionsklausel eine wichtige Rolle. Bei einer BU für Lehrer kommt zusätzlich die Frage hinzu ob ein "klassischer" Tarif ausreicht oder eine DU-Klausel notwendig ist.

So wichtig ist eine BU für einzelne Berufsgruppen

Zielgruppe

Wichtigkeit der BU (0–10)

Angestellte im Büro

Sehr wichtig (8/10): häufige Risiken: psychische Erkrankungen oder Rückenprobleme

Akademiker (z.B. Ärzte, ITler, etc.)

Sehr wichtig (8/10): Risiko oft gering - dadurch günstige & attraktive Konditionen, um Lebensstandard zu sichern

Selbstständige, Freiberufler

Sehr wichtig (9/10): i.d.R. Keine gesetzliche Absicherung, oft geringe Rücklagen

Berufseinsteiger, Studenten

Wichtig (7/10): Günstige Beiträge und gute Annahmechancen

Soziale Berufe (z.B. Erzieher & Pflege)

Sehr wichtig (8/10): Früher Abschluss sichert günstige Tarife

Beamte (auf Probe / Widerruf)

Sehr wichtig (9/10): Kein Ruhegehalt bei DU

Beamte im Dienst

Mittel (5/10): Abhängig von Pensionshöhe und Ausgaben

Zeitsoldaten

Sehr wichtig (8/10): geringe staatliche Absicherung

Hausfrau / Hausmann

Mittel (5/10): i.d.R. kein Anspruch auf EU-Rente

BU unverzichtbar – Alternativen gibt es kaum

Die BU-Absicherung ist einzigartig - sie allein sichert die Ausübung eines konkreten Berufes ab. Andere Versicherungen wie z.B. die Unfallversicherung decken dieses Risiko oft nur ansatzweise ab und stellen dadurch kaum eine sinnvolle Alternative zur BU dar:

Unfallversicherung

Sie zahlt nur bei Unfällen, die eine dauerhafte Schädigung nach sich ziehen. Unfälle jedoch machen nur einen Bruchteil der Ursachen für Berufsunfähigkeit aus (etwa 8 %). Bei Krankheiten wie Burnout, Krebs oder Rückenleiden hilft sie nicht!

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Sie leistet (ähnlich wie die gesetzliche EU-Rente) erst dann, wenn du wirklich gar nicht mehr arbeiten kannst (allgemein, nicht nur in deinem Beruf). Der Schutz ist daher deutlich geringer als bei einer BU.

Grundfähigkeitsversicherung

Leistet nur, wenn bestimmte Grundfähigkeiten (z. B. Gehen, Sehen, Hören) verloren gehen. Psychische Erkrankungen oder viele körperliche Einschränkungen, die zur Berufsunfähigkeit führen, sind nicht abgedeckt.

Krankentagegeldversicherung

Sie gleicht dein Gehalt bei einer längeren Krankschreibung aus und ergänzt das gesetzliche Krankenkgeld - allerdings nur für eine begrenzte Zeit aus (bis zu ca. einem Jahr). Bei dauerhafter Berufsunfähigkeit hilft sie nicht weiter.

Private Pflegetagegeldversicherung

Diese Versicherung zahlt Pflegegeld, wenn du dauerhaft pflegebedürftig bist. Sie ist keine BU-Alternative, da Pflegebedürftigkeit und Berufsunfähigkeit nicht gleichzusetzen sind.

Dread-Disease-Versicherung

Sie zahlt eine einmalige Versicherungssumme bei schweren Krankheiten (z. B. Krebs). Viele Ursachen einer Berufsunfähigkeit fallen hier allerdings durchs Raster und sind nicht abgedeckt. Außerdem ist fraglich, ob sich mit einer einmaligen Summe dauerhaft Kosten decken lassen.

Pro & Contra – das spricht für oder gegen eine BU

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) kann dich vor dem finanziellen Ruin schützen, weil sie nicht nur Unfälle, sondern auch Krankheiten absichert und mehr bietet als die geringe Staatliche Erwerbsminderungsrente.

Wer früh abschließt, profitiert von niedrigen Prämien und einer einfacheren Gesundheitsprüfung, zudem ermöglichen Nachversicherungsgarantien eine spätere Erhöhung der Rente.

Allerdings sind in bestimmten Berufen die Beiträge sehr hoch, und die Gesundheitsprüfung kann zu Ausschlüssen oder Zuschlägen führen. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Pro und Contra-Argumente für die BU zusammengefasst:

Pro-Argumente
  • Existenzsicherung: Wenn du wegen Krankheit/Unfall nicht mehr arbeiten kannst, ersetzt die BU-Rente dein Einkommen
  • Breite Abdeckung: Ob Burnout, Krebs, Bandscheibenvorfall oder Unfall – die Ursache spielt bei der privaten BU keine Rolle
  • Geringe Staatliche Leistung: Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente liegt im Durchschnitt deutlich unter 1.000 €
  • Flexible Gestaltung: Viele Tarife bieten Nachversicherungsgarantien, Dynamiken, etc. – du kannst also mit wachsendem Einkommen den Schutz erhöhen

 

Contra-Argumente / Kritik

nicht für jeden erschwinglich: Für Handwerker oder bei Vorerkrankungen kann eine BU schnell teuer werden

❌ Strenge Gesundheitsprüfung: Nicht jeder wird angenommen; es kann Ausschlüsse oder Zuschläge geben

❌ Komplexe Bedingungen: Abstrakte Verweisung, Prognosezeitraum - viele haben Angst und fühlen sich nur unzureichend aufgeklärt

❌ Mythos „Versicherung zahlt nie“: medial geschürtes Vorurteil - viele Studien über die Leistungsfähigkeit von BU-Versicherungen besagen das Gegenteil

 

BU: Häufige Missverständnisse & Kritik

Unverhofft kommt allzu oft – Versicherungen „braucht“ man leider erst dann, wenn man sie eben braucht. Doch dann ist es für den Abschluss meist zu spät. Wer also glaubt „Das trifft mich schon nicht“ oder sich allein auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente verlässt, könnte eines Besseren belehrt werden.

Genau dieses Missverständnis greift auch die Stiftung Warentest im aktuellen BU-Test auf: Die Berufsunfähigkeitsversicherung wird dort als wichtige Absicherung für alle eingeordnet, die auf ihr Arbeitseinkommen angewiesen sind. Denn wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen länger nicht mehr ausüben kannst, reicht die gesetzliche Absicherung häufig nicht aus. Der Finanztest bestätigt damit im Grunde das, was wir in der Beratung immer wieder sehen: Die Frage ist nicht, ob eine BU grundsätzlich sinnvoll ist – sondern welche BU zu deinem Beruf, deiner Gesundheit und deinem Absicherungsbedarf passt.

Viele Menschen, die gesund sind, glauben nicht wirklich, dass sie mal ernsthaft krank werden könnten. Einige sind daher überzeugt, nur unvorhersehbare Unfälle könnten zu einer Berufsunfähigkeit führen, dabei entfallen in Wahrheit nur wenige Prozent auf Unfälle – die Hauptgründe liegen in Krankheiten wie Depression, Burnout oder Rückenschäden.

Ein gerne gebrachtes Argument (welches auch gerne durch die mediale Tagespresse geschürt wird): "Versicherungen zahlen doch eh nicht." Tatsächlich liegt die Anerkennungsquote vieler Versicherer bei rund 80 %. Probleme bei Leistungsfällen entstehen vor allem, wenn falsche Angaben zum Gesundheitszustand gemacht wurden oder die Versicherungsbedingungen nicht sorgfältig geprüft worden sind.

Manche Beamte neigen dazu, ihr Dienstverhältnis als automatische Rundum-Absicherung zu betrachten. Das stimmt aber nur für Beamte auf Lebenszeit, die bereits ausreichend Pensionsansprüche erworben haben. Für Anwärter, Referendare oder Beamte auf Probe existiert diese Sicherheit noch nicht in vollem Umfang - sie brauchen daher unbedingt eine BU-Absicherung!

Auch schieben viele das Thema vor sich her, weil sie jung sind und glauben, die Beiträge würden kaum steigen. Doch mit zunehmendem Alter steigen sowohl die Tarifkosten als auch die Wahrscheinlichkeit für Vorerkrankungen, was den BU-Abschluss erschweren kann.

Weitere Argumente

  • „BU ist zu teuer“: Gerade wer ein hohes Risiko hat, zahlt mehr. Ein frühzeitiger Abschluss und angepasste Rentenhöhen können jedoch zu einer bezahlbaren Lösung führen.

  • „Ich kann ja selber sparen“: Um das Einkommen für viele Jahre zu ersetzen, wäre ein großes Vermögen nötig. Das aufzubauen schaffen leider die wenigsten.

  • „Ich bin unsicher und fühle mich nicht ausreichend informiert“: Eine unabhängige Beratung und eingehende Tarifvergleiche helfen dabei, die passende Police zu finden.

BU Kosten: diese Faktoren beeinflussen den Beitrag

Die Kosten einer BU-Versicherung hängen vor allem davon ab, welchen Beruf du ausübst und wie alt du beim Abschluss bist. Auch Vorerkrankungen spielen eine Rolle, weil sie oft zu Risikozuschlägen führen. Die Höhe der BU-Rente sowie die Versicherungsdauer sind ebenfalls entscheidend für die Beitragskalkulation. Wer sich zum Beispiel bis 67 Jahre mit 2.000 Euro monatlicher Rente absichert, zahlt mehr als jemand, der nur 1.000 Euro bis 60 versichert (bei ansonsten gleichen Rahmenbedingungen).

Spartipps

  • Möglichst früh abschließen (am besten schon als Schüler, Student oder Azubi)

  • Genau Tarife vergleichen – manche Anbieter stufen bestimmte Berufe günstiger ein - oft kommt es auf Nuancen bei der Berufsbezeichnung an

  • prüfe, ob du Zusatzbausteine überhaupt benötigst (z.B. Pflege-Baustein)

  • auf Jahreszahlung umstellen (gegenüber Monatszahlung bis zu 5% Rabatt)

Versicherungsbedingungen: Auf diese Details solltest du achten

Wenn du dich für eine Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidest, solltest du einige zentrale Bedingungsaspekte genauer prüfen.

  • BU-Rentenhöhe: Eine Absicherung von mind. 50% des Nettoeinkommens, besser 75–80%, ist empfohlen

  • Abstrakte Verweisung: Darf auf keinen Fall in den Versicherungsbedingungen verankert sein (haben moderne BU-Policen i.d.R. auch nicht mehr!)

  • DU-Klausel für Beamte: Falls du Beamter bist, sollte eine echte Dienstunfähigkeitsklausel enthalten sein

  • Nachversicherungsgarantien: Damit kannst du deine Rente ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen, wenn sich deine Lebensumstände ändern (Heirat, Kind, Hauskauf)

  • Dynamik: Eine jährliche Anpassung der BU-Rente (z. B. 2 – 3 %) hält deine Absicherung wertstabil und gleicht die Inflation aus

  • Laufzeit: Idealerweise bis zum Rentenalter (mind. 65, besser 67 Jahre), damit dir keine Lücke zwischen BU-Ende und gesetzlicher Rente entsteht

fazitLogo

Helden-Fazit: ist die BU nun sinnvoll oder nicht?

Da die meisten Menschen dauerhaft auf ihr Erwerbseinkommen angewiesen sind, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für die meisten Menschen sinnvoll, nein sogar unverzichtbar. Das Risiko, durch Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten zu können, ist höher, als viele glauben. Und der Staat bietet nur eingeschränkten Schutz in Form einer Erwerbsminderungsrente, die oft unzureichend ist.

Allerdings sollte man sich auch darüber im Klaren sein, dass eine BU mit Kosten verbunden ist und die Gesundheitsprüfung eine gewisse Hürde darstellt. Je früher du abschließt, desto günstiger sind die Beiträge und desto weniger Probleme gibt es mit Vorerkrankungen.

Darüber hinaus gibt es kaum gute Alternativen zur BU, die so umfassend die Arbeitskraft absichern (das sagen ausnahmsweise sogar auch Verbraucherschützer wie z.B. Stiftung Warentest oder die Verbraucherzentralen!):gerade psychische oder chronische Leiden führen ohne BU-Rente häufig in den finanziellen Ruin (Existenzgefahr!).

Gründe, die gegen den Abschluss einer BU sprechen, gibt es sicherlich einige - aber meist keine besonders guten!

Tierversicherung

Du benötigst eine wirklich kompetente Beratung zum Thema BU?

unabhängige Experten-Beratung

kostenlos & unverbindlich

mit vielen Spezial-Tipps

Kontakt aufnehmen

FAQ – Häufig gestellte Fragen

1. Ab welchem Alter sollte man eine BU abschließen

Schon als Schüler, Student oder Azubi, wenn möglich. Je früher, desto günstiger und desto besser deine Annahmechancen.

2. Was passiert, wenn ich Vorerkrankungen habe

Dann können Risikozuschläge oder Ausschlüsse greifen. Eine anonyme Risikovoranfrage gibt dir vorab eine Einschätzung, ob und zu welchen Bedingungen du dich versichern kannst.

3. Ist eine BU steuerlich absetzbar

Ja, die BU ist steuerlich absetzbar. Sie zählt zu den Vorsorgeaufwendungen. Die Höhe hängt aber von weiteren Versicherungen und Freibeträgen ab. Genauere Infos erhältst du über deinen Steuerberater.

4. Wie hoch sollte meine BU-Rente sein

Als grobe Faustformel gelten 60–80 % deines Nettoeinkommens. Hast du besondere Verpflichtungen, etwa Kredite, kann auch mehr Sinn machen.

5. Ist eine private Unfallversicherung nicht genug

Nein, denn Unfälle machen nur einen kleinen Teil der Berufsunfähigkeiten aus. Die Hauptursachen liegen in Krankheiten wie Burnout, Rückenschäden oder Krebs.

6. Muss ich im Leistungsfall eine Umschulung akzeptieren

Bei einer guten BU mit Verzicht auf abstrakte Verweisung in den Bedingungen musst du dich nicht auf einen völlig anderen Beruf verweisen lassen. Maßgeblich ist dein bisheriger Job - kannst du diesen nicht mehr ausüben, zahlt die BU!

7. Kann ich meine BU nachträglich erhöhen

Ja, dank Nachversicherungsgarantien kannst du beim Heiraten, bei Geburt eines Kindes oder Gehaltssprüngen oft ohne erneute Gesundheitsprüfung die Rente anheben.

8. Ist Beamter sein nicht automatisch sicher genug

Nein, nur Beamte auf Lebenszeit mit genügend Dienstjahren haben ein relativ hohes Ruhegehalt. Beamte auf Probe oder auf Widerruf sind keineswegs voll abgesichert.

9. Ist eine BU ab 50 noch sinnvoll?

Schwierig zu sagen - auch mit 50+ kann eine BU eigentlich noch Sinn machen. Die Beiträge sind allerdings höher, und viele Menschen in diesem Alter sind bereits vorerkrankt und haben es daher schwer BU-Schutz zu bekommen.

10. Ist eine BU sinnvoll für Personen in körperlich anstrengenden Berufen?

Gerade in körperlich anstrengenden Berufen (z.B. Handwerker, Pfleger o.Ä.) ist das Risiko hoch. Eine BU ist hier sehr empfehlenswert, auch wenn die Beiträge sehr hoch sind - erfahrungsgemäß können sich daher leider viele in diesen Berufen die Absicherung nicht leisten. Alternativ kann über eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung nachgedacht werden.

11. Ist eine BU sinnvoll für Menschen mit Bürojob

Trotz scheinbar geringem Risiko sind psychische Erkrankungen oder Rückenleiden häufig Auslöser einer BU. Eine BU ist daher auch im Bürojob sehr sinnvoll. Die Beiträge sind aufgrund der risikoärmeren Tätigkeit günstiger als in vielen anderen Jobs.

12. Welche Krankheiten werden bei der Berufsunfähigkeit anerkannt?

Eine feste Liste anerkannter Krankheiten gibt es in der BU nicht. Entscheidend ist nicht die Diagnose selbst, sondern wie stark sie dich in deinem zuletzt ausgeübten Beruf einschränkt. Dieselbe Erkrankung kann deshalb bei einem Handwerker zur Berufsunfähigkeit führen und bei einer Büroangestellten folgenlos bleiben.

In der Praxis stehen hinter Berufsunfähigkeit vor allem psychische Erkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparats, Krebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen – nicht Unfälle. Genau das macht die BU für so viele Berufe sinnvoll: Sie sichert dich unabhängig von der konkreten Ursache ab, solange diese deine Arbeitsfähigkeit ausreichend einschränkt. Welche Diagnosen besonders häufig zu einer anerkannten Berufsunfähigkeit führen und worauf es bei der Prüfung ankommt, zeigt dir unser Überblick zu den anerkannten Krankheiten in der BU.

Du benötigst eine kompetente Beratung rund um deine Versicherungen?

unabhängige Experten-Beratung

kostenlos & unverbindlich

mit vielen Spezial-Tipps

Kontakt aufnehmen
Copyright 2026 my-Finanzheld.de
 Schließen
Kostenlose Beratung 08142 651 39 28 Mo - Fr 8.30 - 18.00 Uhr