Berufsunfähig als Tierarzt – wie du dich richtig absicherst

    •  Ist die BU für Tiermediziner sinnvoll?
    •  Tarife für Veterinäre im Vergleich 2025
    •  Die richtige Strategie für die Absicherung
Autor: Maximilian Waizmann - Experte Zahnzusatzversicherung

Maximilian Waizmann | Versicherungsfachmann BWV

Update: aktualisiert 01.07.2026

BU für Tierärzte einfach erklärt: Tierärzte haben ein höheres Risiko berufsunfähig zu werden – durch Infektionen, psychische Belastung und körperlich fordernde Arbeit. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung schützt dein Einkommen frühzeitig und flexibel – im Gegensatz zum Versorgungswerk.

In diesem Leitfaden erfährst du, wann eine BU sinnvoll ist, welche Anbieter gute Leistungen bieten und worauf du als Tierarzt achten musst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tierarztberuf mit erhöhtem BU-Risiko: Körperliche Belastung, Operationen, Notdienste, psychischer Druck und Infektionsrisiken machen eine Berufsunfähigkeit wahrscheinlicher als viele denken.
  • Private BU besonders wichtig: Die BU zahlt bereits ab 50 % Berufsunfähigkeit – unabhängig davon, ob du deine Approbation zurückgibst oder über das Versorgungswerk abgesichert bist.
  • Versorgungswerk reicht oft nicht aus: Eine Leistung gibt es meist erst bei vollständiger Berufsunfähigkeit, dauerhafter Berufsaufgabe und Rückgabe der Approbation.
  • Infektionsklausel beachten: Für Tierärzte ist eine gute Infektionsklausel entscheidend, damit auch ein behördliches Tätigkeitsverbot wegen Zoonosen abgesichert sein kann.
  • Kosten hängen stark vom Einzelfall ab: Alter, Gesundheitszustand, BU-Rentenhöhe, Laufzeit, Tätigkeitsschwerpunkt und Tarifbedingungen bestimmen den Beitrag.
  • Früh absichern lohnt sich: Besonders im Studium oder zu Beginn der Berufstätigkeit sind die Beiträge meist günstiger und die Chancen auf Annahme besser.
  • Gute Vertragsbedingungen sind entscheidend: Nachversicherung, AU-Klausel, Verzicht auf abstrakte Verweisung, passende Dynamiken und Schutz bis 67 sollten genau geprüft werden.
  • Tarifvergleich statt Pauschalempfehlung: Der beste BU-Tarif für Tierärzte hängt von Tätigkeit, Gesundheitszustand, Praxisform, Einkommen und gewünschter Absicherung ab.

Ist eine BU für Tierärzte sinnvoll?

Ja, denn Tierärzte sind häufiger berufsunfähig als viele denken. Ob Operationen, Großtierpraxis oder Notdienste: Schon kleinste Einschränkungen können das berufliche Aus bedeuten. Feinmotorik, Rückengesundheit und psychische Belastbarkeit sind im Praxisalltag unerlässlich.

Typische Ursachen für BU in der Tiermedizin sind:

  • Orthopädische Beschwerden durch körperliche Belastung
  • Burn-out und Depressionen durch hohen Arbeitsdruck
  • Zoonosen (Tier-zu-Mensch-Infektionen) mit möglichem Berufsverbot

Eine private BU zahlt bereits ab 50 % Berufsunfähigkeit – ohne Approbationsverzicht und unabhängig vom Versorgungswerk.

Warum das Versorgungswerk nicht ausreicht

Als Tierarzt bist du in einigen Bundesländern über das Versorgungswerk der Tierärztekammer pflichtversichert. Doch dieser Schutz ist trügerisch: Eine BU-Rente vom Versorgungswerk gibt es nur, wenn du deine Approbation abgibst und dauerhaft zu 100 % berufsunfähig bist. Ein solches Szenario ist in der Praxis selten. Viele gesundheitliche Einschränkungen führen zu einer Berufsunfähigkeit im Sinne der privaten BU, nicht aber im Sinne des Versorgungswerks.

Hinzu kommt: Die Höhe der BU-Rente über das Versorgungswerk ist gedeckelt und enthält keinen Inflationsausgleich. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ermöglicht es dir hingegen, deine BU-Rente bedarfsgerecht festzulegen und flexibel an dein steigendes Einkommen anzupassen.

Beispiel aus der Praxis:

Dr. L., Tierärztin mit eigener Kleintierpraxis, leidet seit mehreren Monaten an einem chronischen Bandscheibenvorfall. Sie kann keine Operationen oder körperlich belastenden Eingriffe mehr durchführen, arbeitet aber noch wenige Stunden pro Woche am Schreibtisch. Für das Versorgungswerk gilt sie nicht als vollständig berufsunfähig, da sie theoretisch noch „tierärztliche Tätigkeiten“ ausübt. Eine Leistung gibt es dort nicht.

Die private BU hingegen zahlt bereits, da sie ihre bisherige Tätigkeit zu mehr als 50 % nicht mehr ausüben kann.

Deshalb empfehlen selbst Verbraucherschützer wie die Verbraucherzentrale ausdrücklich die private BU – auch für akademische Heilberufe.

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Versorgungswerk vs. private BU

In der folgenden Tabelle siehst du die wichtigsten Unterschiede zwischen einer BU-Rente vom Versorgungswerk und einer privaten BU-Absicherung. Dadurch wird schnell klar, warum eine private BU eine sinnvolle Wahl ist.

  Versorgungswerk private BU
Leistungsvoraussetzungen ❌ 100% (vollständige Berufsaufgabe & Rückgabe der Approbation) ✅ 50%
Wartezeit ❌ bis zu 5 Jahre ✅ keine
BU-Rentenhöhe garantiert ❌ Nein, durchschnittlich 2.000 € (abhängig vom Einkommen/gezahlten Beiträgen) ✅ ja, frei wählbar
Prognosezeitraum ❌ je nach Versorgungswerk 6-36 Monate dauerhafte BU erforderlich ✅ 6 Monate
„abstrakte Verweisung“ auf andere Tätigkeiten ❌ ja, innerhalb ärztlicher Tätigkeiten ✅ i.d.R. vertraglich ausgeschlossen
Weitere Berufstätigkeit möglich ❌ nein (Rückgabe Approbation/Zulassung) ✅ ja (bis 80% Einkommen)
Risiko- und Gesundheitsfragen ✅ nein ❌ ja
Beitrag ✅ in den Beiträgen für das Versorgungswerk enthalten ❌ je nach Absicherung & Eintrittsalter (je früher, desto günstiger)
Befristung BU-Rente ❌ möglich ✅ bei „guten“ Tarifen ausgeschlossen
medizinische Mitwirkungspflichten ❌ zumutbare Handlungen oder Reha ✅ nur gefahrlose Maßnahmen mit sicherer Erfolgsaussicht ohne Schmerzen, keine OP
Infektionsklausel ❌ nein (keine BU-Rente bei Tätigkeitsverbot) ✅ ja
Versteuerung ❌Ertragsanteilbesteuerung – jährlich steigend bis auf 100% im Jahr 2058 ❌Ertragsanteilbesteuerung – jährlich steigend bis auf 100% im Jahr 2058
verbindliche Regelungen ❌nein, Satzung kann jederzeit geändert werden ✅ja, Vertrag ist für die gesamte Laufzeit verbindlich

Häufige Gründe für eine Berufsunfähigkeit bei Tierärzten

Die Ursachen für eine Berufsunfähigkeit in der Tiermedizin sind vielfältig. Besonders oft betroffen sind Tierärzte, die in der Großtierpraxis oder im OP arbeiten. Die Arbeit erfolgt unter erheblichem körperlichem Einsatz und erfordert permanente Aufmerksamkeit. Dabei belasten ständiges Heben, Bücken oder Fixieren nicht nur den Bewegungsapparat, sondern auch das Nervenkostüm.

Rückenschäden, Arthrose oder Sehnenerkrankungen können dich ebenso aus dem Beruf werfen wie Burn-out oder Depressionen.

Hinzu kommen zoonotische Infektionen, also Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Viele davon sind meldepflichtig. Wenn das Gesundheitsamt ein Tätigkeitsverbot ausspricht, darfst du deinen Beruf nicht mehr ausüben, selbst wenn du dich körperlich gesund fühlst.

Eine gute BU mit Infektionsklausel greift auch in solchen Fällen.

Was kostet eine BU für Tierärzte?

Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung hängen von verschiedenen Faktoren ab: Alter, Gesundheitszustand, Berufsbild, gewählte Rentenhöhe und Vertragslaufzeit. Tierärzte werden von den meisten Versicherern in die Risikogruppe 3 oder 4 eingestuft. Das heißt: Du zahlst mehr als ein Büroangestellter, aber weniger als ein Dachdecker.

Für eine BU-Rente von 2.500 € monatlich kannst du je nach Anbieter mit einem Bruttobeitrag zwischen 95 und 130 € rechnen. Der Nettobeitrag (also nach Überschussbeteiligung) liegt meist zwischen 75 und 105 €. Je früher du einsteigst, desto günstiger wird es.

Was beeinflusst die Beitragshöhe deiner BU-Versicherung?
  • Alter bei Abschluss: Je jünger du bist, desto günstiger sind die Beiträge
  • Gesundheitszustand: Eine BU mit Vorerkrankungen oder Risikofaktoren kann zu Zuschlägen führen
  • Berufliche Tätigkeit: Selbstständige zahlen oft mehr, bei Tierärzten jedoch meist günstige Risikoeinstufung
  • Höhe der BU-Rente: Je höher die gewählte Absicherung, desto höher der Beitrag
  • Laufzeit: Absicherung bis 67 Jahre ist teurer als nur bis 60
  • Tarifmerkmale: AU-Klausel, Dynamiken, Infektionsschutz etc. erhöhen die Beitragshöhe, aber auch den Leistungsumfang

Brutto vs. Netto – was bedeuten die BU-Beiträge wirklich?

Der Bruttobeitrag ist der vertraglich garantierte Höchstbeitrag, den die Versicherung verlangen darf. Der Nettobeitrag ist der tatsächlich zu zahlende Betrag – er ergibt sich durch die aktuelle Überschussbeteiligung. Diese kann sich im Laufe der Zeit ändern. Für deine langfristige Planung empfehlen wir, den Bruttobeitrag im Blick zu behalten.

Mehr dazu in unserem ausführlichen Ratgeber: Brutto- oder Nettobeitrag einfach erklärt

Die richtige Absicherungshöhe wählen

Das Wichtigste zuerst: Deine BU-Rente sollte sich nicht an deinem Budget, sondern an deinem Bedarf orientieren.

Als Tierarzt verfügst du in der Regel über ein hohes Einkommen, weshalb es wichtig ist, dieses im Ernstfall zuverlässig abzusichern. Die meisten Versicherer lassen eine Absicherung von bis zu 60 % deines Bruttoeinkommens zu. Als Berufseinsteiger kannst du meist 1.500 bis 2.000 € monatlich versichern. Mit steigender Berufserfahrung und höherem Einkommen empfehlen wir dir, diese Summe zu erhöhen.

Eine Beitragsdynamik von 3–5 % pro Jahr sorgt dafür, dass deine BU-Rente mit deinem Einkommen mitwächst. Noch wichtiger: Die Leistungsdynamik erhöht deine Rente auch dann weiter, wenn du bereits berufsunfähig bist. Beides zusammen ist dein Schutz gegen die Inflation.

Wichtige Vertragsklauseln für Tierärzte

Wenn du dich für eine BU entscheidest, solltest du nicht nur auf den Beitrag achten, sondern vor allem auf die Leistungsbedingungen. Besonders wichtig für Tierärzte sind:

  • Infektionsklausel: Leistet bereits bei einem behördlichen Tätigkeitsverbot aufgrund einer meldepflichtigen Infektion – auch ohne Krankheitssymptome.
  • AU-Klausel: Die Versicherung zahlt bereits bei Krankschreibung von 6 Monaten oder mehr, ohne dass eine Berufsunfähigkeit nachgewiesen werden muss.
  • Verzicht auf abstrakte Verweisung: Du wirst nicht auf eine andere Tätigkeit verwiesen, die du theoretisch ausüben könntest.
  • Verzicht auf Umorganisation: Besonders wichtig für Praxisinhaber. Der Versicherer verzichtet darauf zu prüfen, ob du deinen Arbeitsplatz umstrukturieren kannst, um weiterzuarbeiten.
  • Nachversicherungsgarantie: Du kannst deine BU-Rente bei bestimmten Anlässen (z. B. Praxisgründung, Heirat) ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen.
  • Endalter 67: Schutz bis zur Regelaltersrente
⏳ Früh starten lohnt sich:

Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto günstiger sind die Beiträge und höher ist die Annahmechance.

Frühzeitig absichern – schon im Studium sinnvoll

Ein Abschluss bereits im Tiermedizinstudium bringt viele Vorteile: Du profitierst von niedrigen Beiträgen, deinem meist guten Gesundheitszustand und speziellen Sonderaktionen mit vereinfachter Gesundheitsprüfung.

Diese gelten oft nur bis zum Alter von 30 oder 35 Jahren – und sind in der Regel zeitlich befristet.

Auch sogenannte Starter-Tarife mit reduziertem Anfangsbeitrag sind möglich, bergen aber langfristig höhere Kosten und Unsicherheiten.

Aktuelle Sonderaktionen für Tiermediziner (Stand 2025)

  • HDI BU: Sonderaktion für Studierende und junge Berufseinsteiger, auch für Tierärzte. Reduzierter Fragenkatalog (z. B. 5–7 Gesundheitsfragen), bereits ab dem Physikum möglich. Besonders geeignet für BU-Einsteiger, die eine unkomplizierte und bezahlbare Absicherung suchen.
  • LV 1871 BU: Sonderaktion mit vereinfachter Gesundheitsprüfung bis 35 Jahre, auch für Tierärzte. Die Anzahl der Fragen ist reduziert, genaue Bedingungen abhängig vom beruflichen Status. Kein Starter-Tarif, keine Dynamik in der Startphase enthalten.
  • Allianz BU (über VdH): BU-Aktion für Tierärzte über den Verband der Heilberufe. Teilnahme meist an Mitgliedschaft im VdH gekoppelt. Reduzierte Gesundheitsfragen (z. B. vier Fragen), jedoch auf maximal ca. 1.750 € BU-Rente begrenzt.

Starter-Tarife für den günstigen Einstieg

Ergänzend dazu gibt es eine sogenannte Starter-BU mit besonders günstigen Einstiegspreisen. Sie wirken attraktiv, da du in den ersten Jahren oft deutlich weniger zahlst – zum Beispiel für fünf Jahre. Danach steigt dein Beitrag allerdings stark an, ohne dass du automatisch eine bessere Leistung oder höhere Rente erhältst.

Zusätzliche Risiken: Manche Tarife verlangen, dass du den Wechsel in den Normaltarif selbst aktiv beantragst. Teilweise erfolgt auch eine neue Risikoprüfung, was zu Ausschlüssen oder Zuschlägen führen kann. Oft ist die spätere Beitragsstufe teurer als ein regulärer Tarif, den du heute schon abschließen könntest.

Unser Rat:

Wenn du dir einen vollwertigen Tarif heute schon leisten kannst, solltest du diesen bevorzugen. Starter-Tarife sind nur dann sinnvoll, wenn aktuell keine andere Möglichkeit besteht – dann aber bitte mit klarer Wechselstrategie und Fristen im Blick.

Die besten Anbieter für Tierärzte im Vergleich

Welcher Tarif nun der beste für Tierärzte oder Studenten der Tiermedizin ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Zu viele Faktoren wie Gesundheitszustand, Hobbys oder individuelle Absicherungswünsche spielen eine Rolle.

Aber folgende Versicherungen bieten BU-Tarife, die am besten auf die Gruppe der Tierärzte und Studenten der Tiermedizin zugeschnitten sind (Stand 07/2026):

Gesellschaft Infektionsklausel Umorganisation Nachversicherungsfrist Vereinfachte
Gesundheitsfragen
Besondere Merkmale
Alte Leipziger Teil- & Voll-Leistung ja (ab 3 MA) unbegrenzt ja Bonus für junge Mediziner
HDI Erweiterter Erregerkatalog ja (ab 3 MA) bis 5 Jahre ja Sonderaktion für Tiermediziner ab Physikum mit reduziertem Fragenkatalog
Condor nur Voll-Verbot ja (ab 10 MA) 3 Jahre nein Hohe Transparenz bei Gesundheitsfragen
LV 1871 inkl. MRSA, COVID-19 ja (ab 5 MA) unbegrenzt ja Aktionstarif bis Alter 35 mit vereinfachter Risikoprüfung für junge Tierärzte
Helvetia Baloise Teil-Verbot, max. 6 Monate nein 2 Jahre nein Option auf Pflege-BU-Zusatz
Allianz nur bei vollständigem Tätigkeitsverbot ja (ab 10 MA) 2 Jahre ja BU-Aktion über den Verband der Heilberufe, begrenzt auf ca. 1.750 € Rente
Nürnberger inkl. COVID-19, Teil-Verbot, min. 6 Monate ja (ab 10 MA) unbegrenzt ja Günstige Beiträge bei jungem Einstieg, starke Erhöhungsmöglichkeiten
Swiss Life auch bei Teil-Verbot ja (ab 5 MA) 5 Jahre nein Stabile Überschüsse, kundenfreundliche Leistungsprüfung
Continentale Voll-Leistung bei behördlichem Verbot ja (ab 3 MA) 3 Jahre nein Gute Leistungen bei medizinsichen Berufen, modernes Antragsverfahren

Zwei-Vertrags-Lösung für mehr Flexibilität

Die Zwei-Vertrags-Strategie ist besonders bei Gutverdienern sinnvoll. Statt einer großen Police schließt du eine zweite BU-Versicherung bei einem anderen Anbieter ab. Das bringt dir gleich mehrere Vorteile:

  • Einfachere Gesundheitsprüfung je Vertrag
  • Risikostreuung auf zwei Versicherer
  • Doppelte Nachversicherungsmöglichkeiten

Beispiel: Du sicherst jeweils 2.500 € BU-Rente bei HDI und LV 1871. Dadurch erreichst du 5.000 € Gesamtabsicherung und profitierst von mehr Flexibilität im Leistungsfall.

Berufsunfähigkeits-Versicherung für Ärzte im Test

Der Markt bietet einige Versicherer, die Ihre Berufsunfähigkeitsversicherungen speziell auf die Bedürfnisse von Ärzten ausgerichtet haben.

In einer Studie aus dem Jahr 2020 hat das Deutsche Finanz-Service Institut (kurz DFSI) die Berufsunfähigkeits-Policen an Hand von rund 60 Leistungsmerkmalen der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) analysiert.  

Dabei wurden die BU-Tarife in fünf Berufsgruppen mit insgesamt 10 Berufsbildern, darunter auch für Allgemeinmediziner, unterschieden. Auch wenn für Tierärzte keine gesonderten Bewertungen vorliegen, hat dies keinen Einfluss auf die Empfehlung dieser Gesellschaften.

Neben Preis-Leistung, das mit 50% die höchste Gewichtung hatte, wurde auch die Unternehmensqualität (20%), die Flexibilität (20%) und die Transparenz, sowie der Service (10%) der Versicherer bewertet.

Hier ein kleiner Auszug der besten BU-Tarife für Ärzte und Tiermediziner:

Gesellschaft

Tarif

Gesamtbewertung

PremiumBU (PBU)

Hervorragend

EGO Top

Hervorragend

SecurAL (BV10)

Sehr gut

SBU (OBUU)

Sehr gut

GoldenBU (SBU)

Sehr gut

SBU2910DP

Sehr gut

SBU (OBUU)

Sehr gut

Den vollständigen Test findest du hier: DFSI

Das dir wohl bekannteste Test-Institut "Stiftung Warentest" hat im Jahr 2021 zwar ebenfalls BU-Tarife getestet. Allerdings war dieser Test nicht speziell auf die medizinischen Berufe ausgelegt.

Wir empfehlen dir daher trotzdem einen individuellen Tarifvergleich, der auf deine speziellen Bedürfnisse angepasst ist.

Steuerliche Behandlung der BU für Tierärzte

Die Beiträge zu deiner BU gelten als Vorsorgeaufwendungen. Als angestellter Tierarzt kannst du sie in deiner Steuererklärung angeben. Der steuerliche Effekt ist allerdings begrenzt, da die Vorsorgeaufwendungen gedeckelt sind.

Anders bei Selbstständigen: Hier ist die BU eine rein private Absicherung und kann nicht als Betriebsausgabe geltend gemacht werden.

Die BU-Rente im Leistungsfall unterliegt der sogenannten Ertragsanteilsbesteuerung. Je jünger du beim Rentenbeginn bist, desto höher ist der steuerpflichtige Anteil.

Beispiel: Beginn der Rente mit 40 Jahren = ca. 29 % steuerpflichtig.

💡 Zusätzliche Infos findest du in unserem Ratgeber Berufsunfähigkeitsversicherug & Steuer – was du wirklich wissen musst

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Helden-Fazit: BU für Tierärzte ist Pflicht

Als Tierarzt trägst du hohe körperliche und psychische Verantwortung – täglich und über viele Jahre. Doch auch wenn du gerne arbeitest: Eine Berufsunfähigkeit kann schneller eintreten, als viele denken – ob durch einen Bandscheibenvorfall, eine Infektion oder chronischen Stress. Das Versorgungswerk schützt dich in solchen Fällen nur unzureichend und greift oft erst, wenn es längst zu spät ist.

Mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sicherst du deine finanzielle Existenz unabhängig und zuverlässig ab – bereits ab 50 % Berufsunfähigkeit. Du bestimmst selbst, wie hoch deine Rente sein soll, welche Leistungen du brauchst und wie lange du dich absichern willst. Eine gute BU ist damit mehr als nur eine Versicherung – sie ist dein persönlicher Einkommensschutz.

 

Unser Tipp: Kümmere dich so früh wie möglich um deine Absicherung – am besten schon im Studium. So sicherst du dir niedrige Beiträge, volle Gesundheitsvorteile und beste Bedingungen.

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FAQ zur BU-Versicherung für Tierärzte

Wann sollte ich als Tierarzt eine BU abschließen?

Am besten schon im Studium, spätestens aber mit Beginn der beruflichen Tätigkeit. Je früher du startest, desto günstiger und einfacher bekommst du Versicherungsschutz.

Was kostet eine gute BU für Tierärzte?

Für 2.500 € BU-Rente zahlst du als junger Berufseinsteiger etwa 75 bis 105 € monatlich netto. Der Beitrag hängt von Anbieter, Gesundheitszustand und Tarif ab.

Welche Gesundheitsfragen kommen auf mich zu?

In der Regel musst du Angaben zu Vorerkrankungen, Behandlungen, Medikamenten, psychischen Beschwerden und riskanten Hobbys machen. Bei BU-Aktionen sind die Fragen oft stark vereinfacht.

Leistet die BU auch bei Infektionskrankheiten?

Ja, sofern eine Infektionsklausel enthalten ist. Diese greift bei einem behördlichen Berufsverbot, z. B. bei positivem Befund auf Zoonosen – auch ohne Symptome.

Was regelt die Umorganisationsklausel?

Sie erlaubt ab 3 MA Praxisumstrukturierungen ohne Leistungsverlust.

Was bringt die Zwei-Vertrags-Lösung?

Mehr Flexibilität, unabhängige Prüfung im Leistungsfall, doppelte Nachversicherungsmöglichkeit und oft auch Beitragsersparnis.

Kann ich BU und Altersvorsorge kombinieren?

Ja, zum Beispiel mit einer sogenannten BUZ (Berufsunfähigkeitszusatzversicherung) in Verbindung mit einer privaten Rentenversicherung. Das kann sinnvoll sein, erfordert aber genaue Prüfung, da Flexibilität und Transparenz oft leiden. In vielen Fällen ist eine separate BU-Police die bessere Wahl.

Was passiert bei Nachversicherung ohne erneute Prüfung?

Du kannst deine Renten­höhe bei wichtigen Lebens­ereignissen (Gehalts­steigerung, Heirat, Kind) innerhalb der Frist erhöhen – zum ursprünglichen Tarif, ohne neue Gesundheits­prüfung.

Gilt die BU auch im Ausland?

Das kommt auf den Tarif an. Heutzutage haben aber praktisch alle guten BU-Tarife einen weltweiten Versicherungsschutz. Achte jedoch auf die jeweiligen Vertragsdetails.

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