Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Skoliose abschließen
- Eine BU ist auch mit Skoliose möglich
- So klappt der BU-Abschluss trotz Skoliose
- Darum ist eine anonyme Risikovoranfrage wichtig
Update: aktualisiert 30.07.2026
Etwa 3 bis 5% aller Deutschen haben eine Skoliose – darunter versteht man eine dreidimensionale Verkrümmung der Wirbelsäule. Ob jemand an Beschwerden leidet hängt von der Ausprägung der Skoliose ab.
In Hinblick auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) muss man das Thema Skoliose differenziert betrachten. Mit einer nur leichtgradigen Skoliose bestehen durchaus gute Chancen eine BU ohne Einschränkungen zu bekommen.
In diesem Ratgeber zeigen wir dir Schritt für Schritt, was bei Skoliose zu beachten ist, wie du deine Chancen auf Versicherungsschutz deutlich verbesserst und welche Alternativen es gibt, falls eine BU wirklich nicht machbar ist.
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BU trotz Skoliose möglich: Entscheidend ist der Grad der Verkrümmung und bestehende Beschwerden
Leichte Skoliose: Oft normale Annahme oder kleiner Risikozuschlag möglich
Leistungsausschluss: Mittelschwere Fälle meist nur mit Ausschluss der Wirbelsäule möglich
Ablehnungen: Bei starken Einschränkungen oder laufenden Therapien
Gesundheitsprüfung: Je besser die medizinischen Unterlagen aufbereitet sind, desto höher Annahmechance
Sonderaktionen: Profitiere von vereinfachten Gesundheitsfragen und erhalte BU-Schutz ohne Ausschluss
Anonyme Risikovoranfrage: Schützt dich vor Ablehnung in der Akte – bei Skoliose absolut empfehlenswert
Bei einer Skoliose handelt es sich um eine seitliche Verbiegung und Verdrehung der Wirbelsäule, die meist im Kindesalter bei Mädchen auftritt. Fast immer ist die genaue Ursache der Skoliose unbekannt (idiopathisch), jedoch tritt sie meist während Phasen schnellen Wachstums (Pubertät) auf.
Je nach Ausprägung spricht man von einer leichten, mittleren oder schweren Skoliose. Der Cobb-Winkel misst dabei den Grad der Verkrümmung. Je nach Ausprägung einer ideopathischen Skoliose können andere Symptome und Folgeerkrankungen auftreten:
Ausprägung |
Cobb-Winkel |
Typische Symptome |
Mögliche Folgeerkrankungen |
|---|---|---|---|
Leicht |
bis 20° |
- meist beschwerdefrei |
- keine bis geringe Einschränkungen |
Mittel |
20°–40° |
- sichtbare Verkrümmung |
- chronische Rückenschmerzen |
Schwer |
über 40° |
- deutliche Rumpfasymmetrie |
- eingeschränkte Lungenfunktion |
Therapieformen reichen von gezielter Physiotherapie über Korsett-Versorgung bis hin zur Operation bei schweren Verläufen. Auch konservative Methoden, z.B. Reha, psychologische Betreuung oder Ergotherapie, können je nach Möglichkeit zum Einsatz kommen.
Rückenerkrankungen wie Skoliose gehören zu den häufigsten Ursachen einer Berufsunfähigkeit. Statistiken zeigen, dass sie rund 20% aller BU-Fälle ausmachen. Lediglich psychische Erkrankungen liegen noch darüber.
Der Anteil an Skoliose-Fällen selbst dürfte aber gering sein (niedriger einstelliger Prozentbereich), da nur die wenigsten Betroffenen dauerhaft berufsunfähig werden.
Allerdings: In körperlich anstrengenden Berufen, wie z.B. Handwerk oder Pflege, kann Skoliose durchaus der Auslöser für eine Berufsunfähigkeit sein. Daher ist es besonders in solchen Berufen ratsam, sich frühzeitig abzusichern.
Neben Skoliose spielen weitere Rückenbeschwerden eine große Rolle im vorzeitigem Ausscheiden aus dem Beruf:
Chronische Rückenschmerzen
Bandscheibenvorfälle
Radikulopathie
Morbus Scheuermann
Osteochondrose
HWS-Syndrom (Halswirbelsäulensyndrom)
Lumbalsyndrom (Lendenwirbelsäulensyndrom)
Spondylose bzw. Spondylolithesis
Doch Rückenbeschwerden alleine sind nicht der einzige Auslöser einer Berufsunfähigkeit. Skoliose, besonders in schweren oder schlecht behandelten Fällen, kann ernste gesundheitliche Folgen nach sich ziehen, z.B. Verschleißungen, chronische Schmerzen, Atemungseinschränkungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Diese Risiken sind mit entscheidend dafür, warum Versicherungen bei Skoliose besonders genau hinschauen. Denn sie können das Risiko einer Berufsunfähigkeit erhöhen.

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Ja, man kann trotz Skoliose eine BU-Versicherung abschließen – entscheidend sind jedoch der Schweregrad und bestehende Beschwerden.
Bei leichten, stabilen Verläufen (mit Cobb-Winkel unter 20°) sind die Chancen auf eine normale Annahme gut, teils mit geringem Risikozuschlag.
Je ausgeprägter die Verkrümmung, desto restriktiver agieren die Versicherer: Häufig wird dann ein Leistungsausschluss für die Wirbelsäule vereinbart – das heißt, BU-Fälle aufgrund von Skoliose und anderen Rückenproblemen wären nicht abgesichert.
Bei starker Skoliose mit erheblichen Einschränkungen oder Folgeschäden droht sogar eine komplette Ablehnung.
Die größte Herausforderung für einen BU-Abschluss bei Skoliose ist die Gesundheitsprüfung. Wer hier sauber und vollständig alle Befunde vorbereitet – idealerweise mit aktuellem Arztbericht – verbessert die Chancen auf ein gutes Ergebnis deutlich.
Doch nicht nur das Ausmaß deiner Skoliose spielt in der Bewertung eine Rolle, sondern auch weitere Aspekte:
Beruf: Körperlich anstrengende Berufe verschlechtern die Annahmechancen, z.B. Handwerk, Pflege, Chirurgie oder Zahnmedizin - Personen in einem körperlich wenig fordernden Beruf haben mit Skoliose bessere Karten
Beschwerdeverlauf: Symptomfreiheit und wenige bis keine krankheitsbedingten Ausfälle sind weniger kritisch als hoher Therapiebedarf
Zeitpunkt der Diagnose: Lange zurückliegende Diagnosen, die stabil sind, werden günstiger bewertet
Weitere Erkrankungen: Weitere Befunde erschweren die Annahme, insbesondere psychische Erkrankungen
Wie ein Versicherer eine Skoliose im Einzelfall bewertet, lässt sich aufgrund dieser Faktoren nicht pauschal sagen. Deshalb empfehlen wir in solchen Fällen immer eine anonyme Risikovoranfrage (siehe unten) über einen professionellen Makler deines Vertrauens durchzuführen. Das ist die einfachste Möglichkeit mehrere BU-Versicherungen zu vergleichen und das beste Angebot für dich zu finden.
Bei Beantragung einer BU musst du immer eine umfangreiche Gesundheitsprüfung durchlaufen. Das bedeutet der Versicherer stellt detaillierte Fragen zu deinem Gesundheitszustand und möglichen Vorerkrankungen. Auch Fragen zum Rücken müssen hier beantwortet werden.
Wird eine solche Frage mit "Ja" beantwortet folgt ein zusätzlicher Fragebogen, in dem spezielle Fragen zu deiner Skoliose abgefragt werden. Folgende Aspekte wollen Versicherungen näher beantwortet haben:
Art & Verlauf der Beschwerden: Welche Symptome bestehen oder bestanden? Seit wann, wie häufig und wie lange treten sie auf?
Ursache: Ist die Ursache bekannt?
Aktueller Status: Bist du aktuell beschwerdefrei oder bestehen Einschränkungen?
Behandlung: Welche Behandlungen erfolgten oder erfolgen (z.B. Physiotherapie, Korsett, Medikamente)?
Arbeitsunfähigkeit: Bestand schon eine Arbeitsunfähigkeit wegen Skoliose?
Berufliche Auswirkungen: Wurde bereits ein Berufs- oder Tätigkeitswechsel angeraten? Bist du im Beruf besonderen körperlichen Belastungen der Wirbelsäule ausgesetzt?
Behinderungsgrad: Liegt ein Grad der Behinderung (GdB) oder Erwerbsminderung vor?
Besorge dir im Vorfeld deine Patientenakte – damit vergisst du keine wichtige Information und kannst alles korrekt angeben. Wichtig sind vor allem folgende medizinische Unterlagen: Arztbefunde (am besten vom Orthopäden), Röntgen- oder MRT-Berichte oder Physiotherapie-Abschlussberichte.
Bei der Gesundheitsprüfung ist eine vollständige und wahrheitsgemäße Beantwortung der Gesundheitsfragen wichtig. Denn als Antragsteller gilt für dich die vorvertragliche Anzeigepflicht (§19 VVG).
Verletzt du diese Pflicht oder lässt wichtige Diagnosen unter den Tisch fallen, riskiert du deinen Versicherungsschutz. In so einem Fall hätte der Versicherer das Recht vom Vertrag zurückzutreten und deine Leistung zu verweigern.
Käme es zu einer Berufsunfähigkeit aufgrund deiner Skoliose und du hast bei Antragstellung falsche Angaben gemacht, würdest du deine BU-Rente nicht erhalten. Das wäre besonders tragisch, da du jahrelang eingezahlt hast und im BU-Fall dann keine Absicherung hast.
Wichtig: Auch ein fahrlässiges Vergessen kann problematisch werden. Versicherungen unterscheiden zwar rechtlich zwischen einfacher, grober und arglistiger Verletzung der Anzeigepflicht, aber in der Praxis wird oft wenig Nachsicht geübt.
Deshalb lieber gründlich vorgehen, sämtliche Befunde einholen und alles korrekt beantworten. Wir unterstützen dich dabei natürlich gerne.
Viele BU-Versicherer bieten immer wieder Aktionen mit vereinfachten Gesundheitsfragen an. Dort werden oft nur wenige Fragen gestellt oder der Abfragezeitraum verkürzt (z.B. auf 3 statt 5 oder 10 Jahre) – manchmal muss Skoliose nicht einmal angegeben werden, wenn sie länger zurückliegt und keine Beschwerden bestehen.
Meist sind solche Sonderaktionen aber an bestimmte Voraussetzungen gekoppelt:
Für Menschen mit Skoliose gibt es aktuell zwei zeitlich unbefristete Sonderaktionen, die für dich in Frage kommen können um an eine gute BU zu kommen.
Zum einen ist da die Berufsunfähigkeitsversicherung der HDI für Ärzte, Wirtschaftsingenieure, Biologen, Rechstanwälte, Steuerberater sowie deren Ehepartner und Kinder. In der Gesundheitsprüfung musst du lediglich angeben, ob du in den letzten 3 Jahren bei einem Orthopäden (nicht Hausarzt) wegen der Wirbelsäule in Behandlung warst.
Die Golden BU der LV 1871 bietet für viele Berufsgruppen, Studenten und Gymnasiasten vereinfachte Gesundheitsfragen. Speziell beim Rücken wird nur nach "Beschwerden" der letzten 6 Monate gefragt.
D.h. hattest du im letzten halben Jahr keine Beschwerden mit deiner Skoliose, musst du die Erkrankung im Antrag nicht angeben. Aber das max. Eintrittsalter liegt bei 35 und nur 1.500€ können abgesichert werden.
Wichtig: Eine vereinfachte Gesundheitsprüfung ist noch lange keine Garantie für eine BU. Aktive oder besonders schwere Skoliose-Fälle fallen oft trotzdem durchs Raster, da sie für Versicherungen ein zu hohes Risiko darstellen.
Bevor du wild Anträge losschickst und möglicherweise Ablehnungen kassierst, solltest du, gerade bei Vorerkrankungen wie Skoliose, eine anonyme Risikovoranfrage über einen erfahrenen Makler durchführen.
Dabei werden deine relevanten Gesundheitsdaten anonymisiert aufbereitet und an mehrere Versicherungen geschickt. Sie prüfen deine Angaben und teilen mit, ob und zu welchen Konditionen sie dich annehmen würden.
Das hat zweierlei Vorteile: Zum einen findest du so ganz einfach, die beste Versicherung für dich und deine Bedürfnisse. Zum anderen schützt du dich vor einer Ablehnung, die im HIS-System gespeichert wird.
Das ist ein zentrales Hinweis- und Informationssystem der Versicherungen, in dem Daten von Antragstellern sowie Ablehnungen gespeichert werden. Möchtest du zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Antrag bei einer anderen Versicherung stellen, könntest du Probleme bekommen. Versicherungen prüfen normalerweise ob du bereits abgelehnt wurdest – das führt dann meist automatisch zu erneuter Ablehnung.
Gerne führen wir für dich eine Risikovoranfrage durch. Wir haben mehrjähriges Know-How und enge Beziehungen zu verschiedenen Versicherungen und können Anfragen gezielt durchführen. Wir brauchen aber deine Mithilfe.
Wichtiger Hinweis: Wir führen keine Voranfrage durch, wenn absehbar ist, dass sie keine vorteilhaften Ergebnisse bringen wird. Durch unsere Erfahrung können oft schon im Vorfeld relativ gut beurteilen, ob eine Antragstellung Erfolg verspricht oder nicht.
So läuft die anonyme Risikovoranfrage bei uns ab:
Formular ausfüllen: Zuerst trägst du deine persönlichen Daten, beruflichen Informationen, deinen Gesundheitszustand und deine Versicherungswünsche in ein Formular ein.
Erste Einschätzung: Wir überprüfen deinen Fall und teilen dir unserere Einschätzung mit. Ggf. benötigen wir dann weitere Unterlagen, wie z.B. ärztliche Befunde.
Anonyme Anfrage: Mit den gesammelten Informationen stellen wir eine anonymisierte Risikovoranfrage bei ca. 3-5 Versicherungsgesellschaften, mit denen wir zusammenarbeiten und wo wir gute Chancen für dich sehen.
Ergebnisbesprechung: Nach Eingang der Rückmeldungen besprechen wir gemeinsam deine BU-Optionen und wählen das optimale Angebot aus.
Antragstellung: Wenn alle Annahmebedingungen für dich passen, stellen wir den offiziellen BU-Antrag an die gewählte Versicherung.
Sammle alle Unterlagen: Befunde, Therapieberichte, aktuelle Einschätzung vom Orthopäden
Nutze eine anonyme Risikovoranfrage: So erfährst du ohne Risiko, was möglich ist
Arbeite mit einem BU-Experten: Wir wissen, welche Versicherer bei Skoliose mitspielen
Bei besonders schweren Skoliose-Fällen kommt oft keine BU zustande oder nur mit einem unbefriedigendem Angebot (z.B. harter Ausschluss der Wirbelsäule).
Damit du nicht komplett ohne Absicherung dastehst, solltest du alternative Versicherungen prüfen. Zwar kann keine Police den umfassenden Schutz einer BU ersetzen, aber auch ein Teil-Schutz ist besser als gar keiner.
Hier die wichtigsten Alternativen und was sie für Skoliose bedeuten:
Ein BU-Abschluss ist auch mit Skoliose möglich – wichtig ist die richtige Vorbereitung. Leichte Fälle sind oft problemlos versicherbar und selbst mittelschwere Skoliosen lassen sich mit Ausschlüssen oder über Sonderaktionen versichern.
Unsere Empfehlung: Bereite dich gut vor und hole dir frühzeitig deine medizinischen Befunde ein. So bist du ideal auf deine Risikovoranfrage und Gesundheitsprüfung vorbereitet. Damit steigen deine Chancen auf ein faires Angebot.
Wir helfen dir dabei den passenden Anbieter zu finden und dich bestmöglich auf deine BU-Risikoprüfung vorzubereiten.

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Ab ca. 20° Cobb-Winkel verlangen viele Versicherer einen Ausschluss oder Zuschlag. Bei besonders starken Verkrümmungen kommt es i.d.R. zu Ablehnungen.
Hast du bei Antragstellung bereits eine Vorerkrankung wie Skoliose kann deine Versicherung deinen Vertrag mit einer Ausschlussklausel (Rückenausschluss) versehen. D.h. sie zahlt im Falle einer Berufsunfähigkeit nicht, wenn die BU auf Skoliose oder andere Rückenleiden zurückzuführen ist.
In Einzelfällen ja, z. B. bei befristeten Ausschlüssen oder nach mehreren beschwerdefreien Jahren – ein Orthopädenbericht ist dann hilfreich. Wichtig ist aber, dass dein Vertrag eine solche Option anbietet.
Ein operativer Eingriff ist nicht automatisch ein Ausschlussgrund – entscheidend ist, wie der Heilungsverlauf war und ob es Folgeprobleme gibt.
Ja, auch frühere Diagnosen müssen angegeben werden, insbesondere wenn sie im Abfragezeitraum der Gesundheitsfragen liegen (z. B. letzte 5 oder 10 Jahre).
Das verbessert deine Chancen erheblich – dennoch wird meist geprüft, ob strukturelle Veränderungen bestehen und ob ein Rückfallrisiko besteht.
Ja, zumindest die, die im abgefragten Zeitraum liegen. Bei Unsicherheiten: Patientenakte einholen und mit einem Makler durchgehen.
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