BU für Ärzte und Mediziner – Dein umfassender Ratgeber

    •  BU für Ärzte – sinnvoll?
    •  Die richtige BU-Strategie für Ärzte und Mediziner
    •  Praxisabsicherung leicht gemacht
Autor: Maximilian Waizmann - Experte Zahnzusatzversicherung

Maximilian Waizmann | Versicherungsfachmann BWV

Update: aktualisiert 01.07.2026

Als Arzt oder Ärztin trägst du eine enorme Verantwortung. Schichtdienst, psychischer Stress und das hohe Ansteckungsrisiko gehören zum Alltag. Doch was passiert, wenn du eines Tages diesen Belastungen nicht mehr standhältst?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Ärzte ist unverzichtbar! Sie schützt deine Arbeitskraft und sichert dein Einkommen, damit du auch im Ernstfall deinen Lebensstandard halten kannst.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du die passende BU-Absicherung findest und auf welche Punkte du dabei als Arzt oder Ärztin unbedingt achten musst.

Das Wichtigste in Kürze

​  Absicherung deiner Arbeitskraft: Eine Private BU leistet bereits ab 50% Berufsunfähigkeit, Versorgungswerke fordern oft 100%

​  Versorgungswerk allein reicht nicht: Leistungen setzen oft die Rückgabe der Approbation voraus und bieten keinen Inflationsschutz

​  Berufsrisiko für Ärzte: Jeder 4. bis 5. Arzt wird berufsunfähig – häufig durch Psyche oder schwere Krankheiten

​  Infektionsklausel: Sichert die Existenz bei behördlichen Tätigkeitsverboten, selbst wenn du symptomfrei bist

​  Oft günstige Risikoeinstufung: Die Beiträge junger Mediziner starten bei etwa 65€/monatlich für 2.000€ BU-Rente

​  2‑Vertrags-Lösung: Cleveres Modell für Ärzte, das höhere BU-Renten bei gestreuter Risikoverteilung bringt

​  Top BU-Anbieter im Test: Die besten Anbieter für Ärzte und Mediziner im Überblick

Ist eine BU für Ärzte sinnvoll?

Ja, denn das Versorgungswerk leistet häufig nur bei vollständiger Berufsunfähigkeit (100%) und bietet keinen Inflationsausgleich, was die Absicherung unzureichend macht.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen garantiert finanzielle Unterstützung bereits ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit und ermöglicht eine bedarfsgerechte Absicherung, um den Lebensstandard auch in schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten.

Warum reicht das Versorgungswerk allein nicht aus?

Eine BU-Rente über das Versorgungswerk erhalten Ärzte nur bei vollständiger Berufsunfähigkeit – und nur, wenn du deine Approbation abgibst!

Im Gegensatz dazu greift eine private Berufsunfähigkeitsversicherung bereits ab einem BU-Grad von 50 %. Die Leistungshürde beim Versorgungswerk für Ärzte ist also deutlich höher. Aus diesem Grund erhalten nur 0,4 bis 0,8 % der Mitglieder des Versorgungswerkes überhaupt Leistungen wegen BU.

Hinzu kommt: Die Rentenhöhe ist begrenzt. Selbst langjährig versicherte Ärzte erhalten nur maximal 2.500 bis 2.800 Euro monatlich – ohne Inflationsanpassung. Für viele reicht das kaum aus, um den gewohnten Lebensstandard zu sichern.

Wichtig

Wir empfehlen daher dringend den Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung! Diese Einschätzung teilen auch Verbraucherschützer wie der NDR und Verbraucherzentralen.

Verweise auf Verbraucherschützer

Verbraucherzentrale: Berufsunfähigkeitsversicherung

NDR: Versicherungen - Welche braucht man, welche nicht?

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Versorgungswerk vs. private BU

In der folgenden Tabelle siehst du die wichtigsten Unterschiede zwischen einer BU-Rente vom Versorgungswerk und einer privaten BU-Absicherung. Dadurch wird schnell klar, dass eine private BU eine sinnvolle Wahl ist.

 

Versorgungswerk

private BU

Leistungsvoraussetzungen

❌ 100% (vollständige Berufsaufgabe & Rückgabe der Approbation)

​  50%

Wartezeit

❌ bis zu 5 Jahre

​  keine

BU-Rentenhöhe garantiert

❌ Nein, durchschnittlich 2.000 € (abhängig vom Einkommen/gezahlten Beiträgen)

​  ja, frei wählbar

Prognosezeitraum

❌ je nach Versorgungswerk 6-36 Monate dauerhafte BU erforderlich

​  6 Monate

„abstrakte Verweisung“ auf andere Tätigkeiten

❌ ja, innerhalb ärztlicher Tätigkeiten

​  i.d.R. vertraglich ausgeschlossen

Weitere Berufstätigkeit möglich

❌ nein (Rückgabe Approbation/Zulassung)

​  ja (bis 80% Einkommen)

Risiko- und Gesundheitsfragen

​  nein

❌ ja

Beitrag

​  in den Beiträgen für das Versorgungswerk enthalten

❌ je nach Absicherung & Eintrittsalter (je früher, desto günstiger)

Befristung BU-Rente

❌ möglich

​  bei „guten“ Tarifen ausgeschlossen

medizinische Mitwirkungspflichten

❌ zumutbare Handlungen oder Reha

​  nur gefahrlose Maßnahmen mit sicherer Erfolgsaussicht ohne Schmerzen, keine OP

Infektionsklausel

❌ nein (keine BU-Rente bei Tätigkeitsverbot)

​  ja

Versteuerung

❌ Ertragsanteilbesteuerung – jährlich steigend bis auf 100% im Jahr 2058

❌ Ertragsanteilbesteuerung – jährlich steigend bis auf 100% im Jahr 2058

verbindliche Regelungen

❌ nein, Satzung kann jederzeit geändert werden

​  ja, Vertrag ist für die gesamte Laufzeit verbindlich

Wie hoch ist das Risiko, als Arzt berufsunfähig zu werden?

Jeder vierte bis fünfte Arzt wird im Laufe der Karriere berufsunfähig. Die häufigsten BU-Ursachen sind dabei:

  • Psychische Erkrankungen (33 %): z.B. Stress, Burn-out, Depression

  • Krebserkrankungen (28 %): mit langwierigen Ausfällen und Reha

  • Bewegungsstörungen (13 %): z.B. Rücken- und Gelenkprobleme

Auch wenn das Risiko einer Berufsunfähigkeit bei Ärzten auf den ersten Blick gering erscheinen mag, stehen sie statistisch kaum besser da als andere Berufsgruppen.

Und: das eher geringe Berufsrisiko spiegelt sich bei Ärzten auch in deutlich günstigeren BU Beiträgen wieder! Du zahlst also als Arzt für einen gleichwertigen BU-Schutz deutlich weniger als z.B. ein Handwerker, der großen körperlichen Belastungen ausgesetzt ist.


Hinzu kommt: Im beruflichen Alltag sind Mediziner oft einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt, etwa im OP, auf der Station oder in der Notaufnahme.

Entscheidend für die Bewertung einer Berufsunfähigkeit ist die ärztliche Fachrichtung und die zuletzt ausgeübte ärztliche Tätigkeit – so, wie sie im gesunden Zustand konkret ausgestaltet war:


Berufsunfähig ist ein Arzt, wenn er diese Tätigkeit zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann.

Ein Beispiel

Ein Chirurg, der nach einem Unfall seine Hände nur noch eingeschränkt einsetzen kann, gilt als berufsunfähig bei einer privaten BU – auch wenn er theoretisch andere ärztliche Tätigkeiten übernehmen könnte.

Ein Psychotherapeut hingegen, der überwiegend im Sitzen arbeitet, kann seiner Tätigkeit oft weiterhin nachgehen, selbst bei körperlichen Einschränkungen. Die Hürden eines Leistungsfalls sind damit deutlich höher.

Wie viel ist deine Arbeitskraft als Arzt eigentlich wert?

Stell dir vor: deine Arbeitskraft ist im Schnitt ganze 5 Millionen Euro wert! Das Ergebnis basiert auf deinem künftigen, jährlichen Nettoeinkommen, multipliziert mit den Jahren bis zum Ruhestand, plus Zinsen und Gehaltssteigerungen. Diese Summe erreicht man je nach ärztlicher Fachrichtung früher oder später (Bsp. niedergelassener Radiologe vs. angestellter Arzt).

Wie viel kostet eine BU für Ärzte?

Eine pauschale Antwort über die Kosten einer BU-Versicherung gibt es nicht, denn entscheidend ist (neben Fachrichtung und Alter bei Abschluss) die Höhe der Absicherung. Für Ärzte ist ein monatlicher Beitrag von ca. 20 € je 500 € vereinbarter BU-Rente realistisch.

Aktuelle BU-Beiträge für Ärzte (Stand: Mai 2025)

Annahmen: Alle Tarife beinhalten eine Beitragsdynamik von 3 %, eine AU-Klausel und laufen bis zum 67. Lebensjahr.

Hinweis: Die tatsächlichen Beiträge können je nach Gesundheitszustand, Hobbys, Tarifgestaltung und weiteren individuellen Faktoren abweichen.

Beruf

Versicherer & Tarif

BU-Rente

Nettobeitrag (€)

Bruttobeitrag (€)

Anästhesist (28 J.)

Baloise (BP AU NR)

2.500 €

90,75

115,00

Anästhesist (28 J.)

Hannoversche (Premium Plus NR)

2.500 €

94,33

120,00

Anästhesist (28 J.)

HDI (EGO Top AU)

2.500 €

97,84

125,00

Anästhesist (28 J.)

Volkswohl Bund (SBU AU NR)

2.500 €

89,11

112,00

Chirurg (30 J.)

Nürnberger (BU 4Future Komfort + AU)

2.500 €

93,04

145,26

Chirurg (30 J.)

Hannoversche (SBU Premium Plus)

2.500 €

98,76

131,68

HNO-Arzt (28 J.)

Volkswohl Bund (SBU & AU)

2.000 €

66,42

102,19

HNO-Arzt (28 J.)

Alte Leipziger (Secur AL mit AU - BV10)

2.000 €

77,73

99,66

Hinweis: Brutto- vs. Nettobeitrag

Beim Bruttobeitrag handelt es sich um den vertraglich festgelegten Preis, den du zahlst – inklusive aller Kosten und ohne Überschussbeteiligung.

Der Nettobeitrag hingegen wird durch Gewinnausschüttungen und Überschussbeteiligungen der Versicherung gesenkt, ist aber nicht garantiert und kann sich im laufenden Vertrag ändern.

In der Praxis bleiben Nettobeiträge meist stabil, jedoch empfehlen wir für Planungssicherheit, insbesondere bei langfristigen Laufzeiten, den Bruttobeitrag als Vergleichsmaßstab heranzuziehen.
Mehr dazu in unserem Ratgeber "Brutto- vs. Nettobeitrag erklärt".

Worauf kommt es beim optimalen Tarif für Ärzte an?

Dein Tarif muss deinen Arbeitsalltag und Praxisbetrieb berücksichtigen. Hier zeigen wir dir die wichtigsten Punkte, auf die du bei der Auswahl deiner BU achten solltest:

Wie hoch ist die optimale BU-Rente für Ärzte?

Die Höhe der BU-Rente sollte sich an deinem Nettoeinkommen orientieren, nicht an einem günstigen Beitrag. Denn im Ernstfall zählt, wovon du leben kannst. Versicherer begrenzen die Absicherung meist auf rund 60 % des Bruttoeinkommens.

Warum ist die Höhe der Absicherung für Ärzte besonders wichtig: Dein Einkommen ist überdurchschnittlich – aber damit auch dein Lebensstandard. Eine zu niedrige BU-Rente kann im Ernstfall deine Existenz gefährden.

Beitragsdynamik – Schutz gegen Inflation

Ohne Beitragsdynamik verliert deine BU-Rente durch die Teuerung an Wert. Eine jährliche Erhöhung von 5 % ist ideal. So passt sich der Schutz sowohl an die Inflation und dein steigendes Einkommen an.

Warum ist die Beitragsdynamik für Ärzte besonders wichtig: Gerade bei frühem Berufseinstieg droht ohne Dynamik eine schleichende Unterdeckung. Und das, obwohl du dich gut abgesichert glaubst.

Beispiel

Startest du mit 2.000 € BU-Rente, erhöht sich diese bei 5 % Dynamik in 10 Jahren auf ca. 3.258 €. Ohne Dynamik bleibt sie bei 2.000 € und reicht im Ernstfall womöglich nicht mehr aus.

Leistungsdynamik – Rentensteigerung im Leistungsfall

Diese greift, wenn du bereits berufsunfähig bist – und sorgt für eine steigende BU-Rente im Leistungsbezug.

Warum ist die Leistungsdynamik für Ärzte besonders wichtig: Ohne Leistungsdynamik bleibt deine Rente auf dem Niveau des Eintritts der Berufsunfähigkeit stehen – und reicht nach einigen Jahren oft nicht mehr für deinen Lebensunterhalt aus.

Beispiel

Erhältst du 2.500 € BU-Rente und bist 20 Jahre berufsunfähig, verliert deine Rente bei 2 % Inflation rund ein Drittel an Wert – außer du hast eine Leistungsdynamik vereinbart.

Nachversicherungsgarantie – flexibel aufstocken

Du kannst deine BU-Rente später anpassen, z. B. bei Heirat, Gehaltserhöhung oder Niederlassung – ganz ohne neue Gesundheitsprüfung.

Warum sind Nachversicherungsgarantien in der BU für Ärzte besonders wichtig: Karrieresprünge und steigendes Einkommen sind bei Ärzten typisch. Ohne Nachversicherung entsteht schnell eine gefährliche Versorgungslücke. Zudem bietet sich eine zusätzliche Karriereoption an. Sie ermöglicht es dir deine BU-Rente über die "normale" Nachversicherung hinaus zu erhöhen.

Beispiel

Als Assistenzarzt startest du mit 2.000 € BU-Rente. Nach der Facharztprüfung verdienst du deutlich mehr.
Dank Nachversicherungsgarantie kannst du deine BU-Rente z. B. auf 3.000 € anpassen – ohne Gesundheitsfragen, auch wenn du inzwischen Rückenprobleme hast.
Ohne Garantie müsstest du einen komplett neuen Antrag stellen, eine neue Gesundheitsprüfung durchlaufen und möglicher Ablehnung oder Zuschläge kassieren.

Endalter – Absicherung bis 67 Jahre wählen

Viele sichern sich mit ihrer BU nur bis 60 ab. Aber das ist riskant, denn deine BU-Rente muss auch deine Altersvorsorge finanzieren, wenn du früh ausfällst.

Warum ist ein Endalter bis 67 für Ärzte besonders wichtig: Wer früh ausfällt, hat seine Altersvorsorge kaum aufgebaut. Eine Absicherung bis 67 ist daher essenziell.

Beispiel

Ein Arzt wird mit 55 berufsunfähig und erhält seine BU-Rente nur bis 60.
Danach hat er kein Einkommen mehr – weder durch Arbeit noch durch BU-Rente. Seine gesetzliche Rente beginnt aber erst mit 67.
Er muss also sieben Jahre überbrücken, ohne Einkommen und ohne Chance, zusätzlich fürs Alter vorzusorgen.

AU-Klausel – Leistung bei längerer Krankschreibung

Schon mit einer Krankschreibung von 4–6 Wochen kannst du mit einer AU-Klausel Leistungen erhalten – ohne aufwendige BU-Prüfung.

Warum ist die AU-Klausel für Ärzte besonders wichtig: Ärztliche Tätigkeiten sind körperlich wie psychisch belastend. Die AU-Klausel schafft schnell Entlastung und greift oft noch vor der BU.

Beispiel für die AU-Klausel mit „4+2-Regel“

Ein Arzt ist seit vier Monaten wegen eines Bandscheibenvorfalls krankgeschrieben. Die Ärzte prognostizieren, dass er mindestens weitere zwei Monate nicht arbeiten kann.

Dank AU-Klausel mit 4+2-Regel beginnt die BU-Versicherung nach dem 4. Monat zu leisten – obwohl noch keine formelle Berufsunfähigkeit festgestellt wurde.
Ohne AU-Klausel müsste er erst eine ärztlich nachgewiesene Berufsunfähigkeit abwarten, was deutlich länger dauern kann.

Umorganisationsklausel – für Praxisinhaber entscheidend

Selbstständige Ärzte sollten auf einen Verzicht der Umorganisationsprüfung achten. Sie prüft sonst im Leistungsfall, ob eine Umorganisation des Arbeitsplatzes und des Tätigkeitsbereichs zumutbar ist. Sie sollte idealerweise für bis zu 5 Mitarbeiter gelten.

Warum ist die Umorganisationsklausel für Ärzte besonders wichtig: Ein Zwang zur Umstrukturierung kann dich im Leistungsfall zwingen, trotz Einschränkung weiterzuarbeiten. Gute Verträge vermeiden das.

Beispiel

Eine Orthopädin mit vier angestellten MFA kann wegen eines chronischen Rückenleidens nicht mehr operieren. Ohne Verzicht auf die Umorganisationsprüfung müsste geprüft werden, ob sie ihre Praxis durch Delegation und geänderte Abläufe weiterführen könnte – trotz körperlicher Einschränkung.

Infektionsklausel – Leistung bei Tätigkeitsverbot

Wenn du wegen einer meldepflichtigen Infektionskrankheit nicht mehr praktizieren darfst, greift die Infektionsklausel in deiner BU und sichert dir Leistungen zu – auch ohne Symptome.

Warum ist die Infektionsklausel für Ärzte besonders wichtig: Ein Tätigkeitsverbot kann bei Ärzten existenzbedrohend sein – auch ohne Erkrankung. Mit der Infektionsklausel bist du hier abgesichert.

Beispiel

Ein Zahnarzt wird positiv auf Hepatitis B getestet. Obwohl symptomfrei, untersagt ihm das Gesundheitsamt jeglichen Patientenkontakt. Ohne Infektionsklausel hätte er keinen Anspruch auf BU-Leistungen – trotz Berufsverbot.

Tipp: Gerade bei zahnärztlichen Tätigkeiten können Infektionsrisiken, feinmotorische Einschränkungen und die Praxisführung eine besondere Rolle spielen. Worauf es dabei ankommt, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zur BU für Zahnärzte.

Pflegebaustein – doppelte BU-Rente bei Pflegefall

Bei Pflegebedürftigkeit verdoppelt sich deine BU-Rente oder du erhältst eine Einmalzahlung.

Auch gut verdienende Ärzte sind im Pflegefall auf Zusatzleistungen angewiesen. Der Pflegebaustein sichert dich hier gezielt ab.

Zahlweise – jährliche Zahlung spart Beiträge

Viele Versicherer gewähren Rabatte bis zu 4,7 %, wenn du jährlich zahlst. Im Studium reicht oft eine monatliche Zahlung.

Bei hohem Einkommen kannst du mit Jahreszahlung langfristig sparen und das übrig gebliebene Geld effizienter investieren.

Überschussbeteiligung – so profitierst du

BU-Beiträge sind vorsichtig kalkuliert. Bleibt am Ende doch mehr übrig, als der Versicherer kalkuliert hat, entstehen sogenannte "Überschüsse". Du profitierst von Überschüssen – je nachdem welche Variante, dein Tarif enthält:

  • Sofortverrechnung: Beitrag reduziert sich
  • Bonusrente: zusätzlicher Rentenbaustein im Leistungsfall
  • Fondsansparung: Auszahlung bei Vertragsende (Achtung bei Kündigung der BU!)

Hohe Beiträge bedeuten auch mehr Überschusspotenzial. Das lässt sich nutzen, um Beitragskosten zu senken oder die Leistung zu erhöhen.

Welche BU-Tarife sind für Ärzte am besten?

Die Frage, welche Versicherung die beste für Ärzte und Medizinstudenten ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Zu viele Faktoren wie Gesundheitszustand, Hobbys oder individuelle Absicherungswünsche spielen bei der Wahl eines BU Anbieters eine Rolle.

Aber folgende Versicherungen bieten BU-Tarife, die am besten auf die Gruppe der Ärzte, Mediziner und Medizinstudenten zugeschnitten sind (Stand 07/2026):

Gesellschaft

Infektionsklausel

Umorganisation

Nachversicherungsfrist

Vereinfachte Gesundheitsfragen

Besondere Merkmale

Alte Leipziger

Teil- & Voll-Leistung

ja (ab 3 MA)

unbegrenzt

​ ja

Bonus für junge Mediziner

HDI

Erweiterter Erregerkatalog

ja (ab 3 MA)

bis 5 Jahre

​ ja

Online-Tarifrechner für Ärzte

Condor

nur Voll-Verbot

ja (ab 10 MA)

3 Jahre

❌ nein

Hohe Transparenz bei Gesundheitsfragen

LV 1871

inkl. MRSA, COVID-19

ja (ab 5 MA)

unbegrenzt

​ ja

Flexible Tarifvarianten

Helvetia Baloise

Teil-Verbot, max. 6 Monate

nein

2 Jahre

❌ nein

Option auf Pflege-BU-Zusatz

Allianz

nur bei vollständigem Tätigkeitsverbot

ja (ab 10 MA)

2 Jahre

​ ja

Starke Dynamik, guter Kundenservice, eingeschränkte Infektionsdeckung

Nürnberger

inkl. COVID-19, Teil-Verbot, min. 6 Monate

ja (ab 10 MA)

unbegrenzt

​ ja

Günstige Beiträge bei jungem Einstieg, starke Erhöhungsoptionen

Swiss Life

auch bei Teil-Verbot

ja (ab 5 MA)

5 Jahre

❌ nein

Stabile Überschüsse, kundenfreundliche Leistungsprüfung

Continentale

Voll-Leistung bei behördlichem Verbot

ja (ab 3 MA)

3 Jahre

❌ nein

Gute Leistungen bei Arztberufen, modernes Antragsverfahren

Die 2‑Vertrags-Lösung für Ärzte

Eine zweite BU abzuschließen ist eine clevere Strategie für gutverdienende Ärzte. Damit kannst du deine Berufsunfähigkeitsrente höher ansetzen, ohne dass die Gesundheitsprüfung übermäßig strenger wird. Statt einer großen Einzelpolice nutzt du zwei kleine Verträge, um dein Risiko und deine Beitragslast optimal zu verteilen.

Warum zwei Verträge?
  • Geringere Gesundheitsfragen: Versicherer stellen bei kleineren BU-Renten oft weniger detaillierte Gesundheitsfragen.
  • Risikostreuung: Probleme bei einer Gesellschaft treffen nur einen Teil deiner Absicherung.
  • Doppelte Nachversicherung: Du kannst beide Policen unabhängig anpassen, wenn sich dein Leben ändert.

So setzt du die 2‑Vertrags-Lösung um:

  1. Bedarf ermitteln: Berechne deine gewünschte Gesamt­rente, zum Beispiel 5.000 €.

  2. Aufteilung wählen: Teile den Gesamtbetrag in zwei Policen, z. B. 2 × 2.500 €.

  3. Gesellschaften auswählen: Entscheide dich für zwei verschiedene Anbieter, z. B. Gothaer und LV 1871.

  4. Gesundheitsprüfung durchführen: Jeder Vertrag geht durch eine eigene Risikoprüfung – tendenziell weniger streng als bei einer großen Police.

  5. Beitrag vergleichen: Beispiel:

    • Vertrag A (Gothaer, 2.500 €): 80 €
    • Vertrag B (LV 1871, 2.500 €): 80 €
    • Gesamt: 160 € statt 200 € für eine Einzelpolice mit 5.000 € Rente.
  1. Zukünftige Anpassung: Nutze bei wichtigen Lebensereignissen zweimal die Nachversicherungsgarantie, um beide Verträge zu erhöhen.

Praxisbeispiel

Dr. S., Facharzt für Chirurgie, entschied sich für die Kombination zweier Policen. Er profitierte von leichteren Gesundheitsfragen und spart trotz höherer Gesamt­rente 20 % Beitrag.

Berufsunfähigkeits-Versicherung für Ärzte im Test

Der Markt bietet einige Versicherer, die Ihre Berufsunfähigkeitsversicherungen speziell auf die Bedürfnisse von Ärzten ausgerichtet haben.

In einer Studie aus dem Jahr 2020 hat das Deutsche Finanz-Service Institut (kurz DFSI) die Berufsunfähigkeits-Policen an Hand von rund 60 Leistungsmerkmalen der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) analysiert.  

Dabei wurden die BU-Tarife in fünf Berufsgruppen mit insgesamt 10 Berufsbildern, darunter auch für Allgemeinmediziner, unterschieden.  

Neben Preis-Leistung, das mit 50% die höchste Gewichtung hatte, wurde auch die Unternehmensqualität (20%), die Flexibilität (20%) und die Transparenz, sowie der Service (10%) der Versicherer bewertet.

Hier ein kleiner Auszug der besten BU-Tarife für Ärzte:

Gesellschaft

Tarif

Gesamtbewertung

PremiumBU (PBU)

Hervorragend

EGO Top

Hervorragend

SecurAL (BV10)

Sehr gut

SBU (OBUU)

Sehr gut

GoldenBU (SBU)

Sehr gut

SBU2910DP

Sehr gut

SBU (OBUU)

Sehr gut

Den vollständigen Test findest du hier:  DFSI

Das dir wohl bekannteste Test-Institut "Stiftung Warentest" hat im Jahr 2021 zwar ebenfalls BU-Tarife getestet. Allerdings war dieser Test nicht speziell auf die medizinischen Berufe ausgelegt.   

Wir empfehlen dir daher trotzdem einen individuellen Tarifvergleich, der auf deine speziellen Bedürfnisse angepasst ist.   

Steuerliche Behandlung der BU für Mediziner

Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung gehören zu den Vorsorgeaufwendungen und sind grundsätzlich steuerlich absetzbar – allerdings nur innerhalb gesetzlicher Höchstgrenzen.

  • Als angestellter Arzt kannst du die Beiträge in der Steuererklärung in der Anlage „Vorsorgeaufwand“ geltend machen. Je nach Einkommen und sonstigen Versicherungen kann das deine Steuerlast senken.
  • Als niedergelassener Arzt sind die BU-Beiträge als betrieblich veranlasste Ausgaben absetzbar – sofern sie der Sicherung deiner Praxis dienen.
Wichtig

Wenn du später eine BU-Rente erhältst, ist diese mit dem sogenannten Ertragsanteil zu versteuern. Wie hoch dieser Anteil ist, hängt vom Alter beim Beginn der Auszahlung ab (z. B. ca. 29 % bei Rentenbeginn mit 40 Jahren).

Weitere Details findest du auch im Ratgeber BU & Steuer.

fazitLogo

Helden-Fazit: Berufsunfähigkeitsversicherung für Mediziner

Die private BU ist für dich als Arzt oder Ärztin unverzichtbar, weil sie deine Arbeitskraft bereits ab einem BU-Grad von 50 % absichert und damit deutlich früher greift als berufsständische Versorgungswerke.

Mit speziellen Klauseln wie Infektionsschutz und Umorganisationsrecht stellst du sicher, dass du auch bei Infektionsrisiken oder Praxisumstrukturierungen ohne Leistungseinschränkung abgesichert bleibst. Die Dynamikklausel schützt deine Rente vor Inflation, während die Nachversicherungsgarantie dir erlaubt, deine Absicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung an veränderte Lebensumstände anzupassen.

Zudem bietet die 2‑Vertrags-Lösung eine attraktive Möglichkeit, deine BU-Rente zu erhöhen und dein Risiko auf zwei starke Anbieter zu verteilen, gleichzeitig profitierst du oft von einer vereinfachten Gesundheitsprüfung.

Mit unserer Hilfe findest du schnell und unkompliziert die passenden BU-Tarife, die genau auf deinen Berufsalltag und deine individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind – damit du dich voll und ganz auf die Versorgung deiner Patienten konzentrieren kannst.

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FAQ

Wann sollte ich eine BU abschließen?

Je früher, desto günstiger. Bereits während des Studiums oder in der PJ-Phase sind die Beiträge niedrig, und du sicherst dir Gesundheitsvorteile für spätere Policen ab. Was du dabei konkret beachten solltest, erklären wir dir in unserem Ratgeber zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Medizinstudenten.

Was kostet eine BU für Ärzte?

Ab 20 € Monatsbeitrag pro 500 € Rente, abhängig von Alter und Tarif.

Welche Gesundheitsfragen kommen auf mich zu?

Du musst Vorerkrankungen, Operationen, Medikation, gefährliche Hobbys (z. B. Tauchen) und aktuelle Arbeits­bedingungen (Schichtdienst, Labor­risiken) angeben.

Ärzte können jedoch häufig von Sonderaktionen mit vereinfachten Gesundheitsfragen profitieren. Das kann besonders bei Vorerkrankungen ein echter Vorteil für dich sein.

Wie beantrage ich die BU als Assistenzarzt?

Wähle deinen Wunsch-Renten­betrag, fülle den Antrag aus, reiche Gehalts­nachweise und Ärzte­zeugnisse ein und beantworte die Gesundheits­fragen. Nach positiver Prüfung erhälst du die Police.

Wann zahlt die private BU?

Bereits ab 50 % BU-Grad, um Teilberufsunfähigkeit abzudecken.

Wann greift die Infektionsklausel genau?

Sie zahlt bei Berufsunfähigkeit durch melde­pflichtige Infektions­krankheiten (z. B. COVID-19), meist ab Krankenhaus­einweisung oder ab 14 Tagen Ausfall. Manche Tarife leisten schon früher.

Was regelt die Umorganisationsklausel?

Sie erlaubt ab 3 MA Praxisumstrukturierungen ohne Leistungsverlust.

Wann lohnt sich die 2‑Vertrags-Lösung?

Ab einem Absicherungsbedarf über 3.500 € Monatsrente, um höhere Summen ohne zusätzliche Prüfungen zu sichern.

Was passiert bei Nachversicherung ohne erneute Prüfung?

Du kannst deine Renten­höhe bei wichtigen Lebens­ereignissen (Gehalts­steigerung, Heirat, Kind) innerhalb der Frist erhöhen – zum ursprünglichen Tarif, ohne neue Gesundheits­prüfung.

Gilt die BU auch im Ausland?

Das kommt auf den Tarif an. Heutzutage haben aber praktisch alle guten BU-Tarife einen weltweiten Versicherungsschutz. Achte jedoch auf die jeweiligen Vertragsdetails.

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