Berufsunfähigkeitsversicherung – in welcher Höhe abschließen?
- Wie viel BU-Rente ist wirklich sinnvoll?
- Was bleibt netto von der BU-Rente übrig?
- Dynamik & Nachversicherung: clever absichern statt zu wenig
Update: aktualisiert 10.06.2026
Rund jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland wird im Laufe seines Lebens mindestens einmal berufsunfähig. Eine passende Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) schützt dich vor den finanziellen Folgen. Doch wie hoch sollte die monatliche BU-Rente eigentlich sein?
In diesem Ratgeber erfährst du, wie du die passende Höhe deiner BU-Rente ermittelst, welche typischen Fehler du vermeiden solltest und warum pauschale Empfehlungen nicht für jeden passen. Damit du am Ende genau die Absicherung hast, die du wirklich brauchst.
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Empfohlene BU-Rente: mindestens 70–80 % deines Nettoeinkommens, oft auch mehr – abhängig vom persönlichen Lebensstil
Bedarfsmethode schlägt Einkommensmethode: ermittle deinen tatsächlichen monatlichen Ausgabenbedarf statt pauschaler Faustregeln
Rente ≠ Rente: private BU-Renten sind Summenversicherungen – sie werden nicht gekürzt, wenn du andere Leistungen erhältst
Abzüge beachten: von der versicherten Rente gehen ca. 20 % für Kranken-/Pflegeversicherung ab
Steuerfrei? Die meisten BU-Renten aus privaten Verträgen sind nahezu steuerfrei (Ertragsanteilbesteuerung)
Staatliche Leistungen zählen nicht: die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist unsicher und niedrig, rechne lieber ohne sie
Eine häufig empfohlene Faustformel zur Ermittlung der passenden BU-Rentenhöhe lautet: 70 bis 80 % deines letzten Nettoeinkommens absichern. Dieser Richtwert hat sich in der Praxis bewährt, weil er dir ermöglicht, deinen gewohnten Lebensstandard auch im Leistungsfall weitgehend beizubehalten.
Um deine individuelle BU-Rentenhöhe zu ermitteln, kannst du grundsätzlich auf zwei unterschiedliche Rechenansätze zurückgreifen.
Die gewählte Rentenhöhe muss am Ende natürlich auch in dein Budget passen. Welche Faktoren den monatlichen Beitrag beeinflussen und womit du finanziell rechnen musst, zeigen wir dir in unserem Leitfaden zu den Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
Schnell & einfach, aber nur bedingt genau. Du nimmst einen Prozentsatz deines Bruttos oder Nettos:
60 % vom Bruttoeinkommen
oder 70–80 % vom Nettoeinkommen
Rechenbeispiel:
Angenommen, du verdienst 5.500 € brutto im Monat. Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben bleiben dir rund 3.300 € netto (je nach Steuerklasse).
Wenn du dich an der Faustregel von 80 % des Nettoeinkommens orientierst, ergibt sich folgender Wert:
3.300 € × 0,80 = 2.640 € BU-Rente
Damit du diese Summe netto auch tatsächlich zur Verfügung hast, solltest du einen Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung einplanen. Rechne daher:
2.640 € ÷ 0,80 ≈ 3.300 € BU-Rente brutto
👉 In diesem Fall wäre eine BU-Rente von ca. 3.300 € brutto monatlich sinnvoll, um deinen Lebensstandard halten zu können.
Je nach Familienstand, Miet- oder Kreditverpflichtungen und Vorsorgezielen kann es sinnvoll sein, sogar 100 % des Nettoeinkommens zu versichern. Zu niedrig sollte die Rente nie sein. Wer z. B. nur 500 € monatlich versichert, wird im Leistungsfall schnell auf Sozialhilfe angewiesen sein.
Besser, weil individueller. Du stellst dir folgende Frage:
Wie viel Geld brauche ich wirklich jeden Monat, wenn ich nicht mehr arbeiten kann?
Überlege dazu:
Welche Fixkosten habe ich?
Welche Ausgaben bleiben im Leistungsfall bestehen?
Welche Beträge möchte ich für Urlaub, Freizeit oder Altersvorsorge einplanen?
Monatliche Ausgaben, die du für die Berechnung deiner BU-Rente einplanen solltest:
Miete oder Immobilienkredit + Nebenkosten
Lebensmittel, Kleidung, Hygiene
Kfz-Kosten oder ÖPNV-Ticket
Private Versicherungen (Haftpflicht, Hausrat, Rechtsschutz …)
Kinderbetreuung, Schulkosten, Unterhalt
Telefon, Internet, Streaming, Abonnements
Freizeit & Urlaub
Rücklagen für Anschaffungen (Elektrogeräte, Möbel, Auto)
Altersvorsorge & Sparen
Evtl. krankheitsbedingte Zusatzkosten (Therapien, Hilfsmittel)
Ziehe im Gegenzug Ausgaben ab, die bei Berufsunfähigkeit entfallen:
Fahrkosten zum Arbeitsplatz
Mittagessen außer Haus
Fortbildungen, Arbeitskleidung
In einigen Fachforen oder Blogbeiträgen liest man regelmäßig Kritik an der klassischen Faustregel „80 % vom Netto“. Häufiges Argument: Diese Zahl sei willkürlich oder zu hoch angesetzt.
Was ist dran?
Die Kritik ist insofern nachvollziehbar, als dass Menschen sehr unterschiedlich leben: Manche kommen mit deutlich weniger aus, andere haben hohe Fixkosten oder Unterhaltspflichten. Zudem entfallen im BU-Fall bestimmte Kosten (z. B. Pendelstrecken, Mittagessen außer Haus, Fortbildungen), was die benötigte Summe senken kann.
Aber: Die 80 %-Regel ist keine absolute Vorgabe, sondern ein Erfahrungswert, der sich für viele Haushalte als solide Basis bewährt hat – vor allem dann, wenn keine detaillierte Bedarfsermittlung durchgeführt wurde.
Was Kritiker oft übersehen: Wer nur 50–60 % vom Netto absichert, verzichtet nicht nur auf Komfort, sondern gefährdet im Ernstfall seine finanzielle Unabhängigkeit. Schon kleinere unerwartete Kosten (Therapien, Pflege, neue Wohnung etc.) können dann zur echten Belastung werden.
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Auch private BU-Renten sind nicht zu 100 % netto verfügbar. Grund: Die BU-Rente wird nicht automatisch steuerfrei ausgezahlt. Es gibt drei wesentliche Abzüge:
Kranken- und Pflegeversicherung: Wer gesetzlich versichert ist, zahlt bei Bezug einer privaten BU-Rente den vollen GKV-Beitrag, da man als freiwilliges Mitglied gilt. Das sind derzeit rund 18–20 % – also z. B. 500 € Abzug bei 2.500 € BU-Rente.
Steuern in der BU: Bei privaten Verträgen fällt nur der Ertragsanteil unter die Besteuerung. Dieser hängt vom Alter bei Rentenbeginn ab. Beispiel: Bei Rentenbeginn mit 40 liegt der Ertragsanteil bei 28 %, was aber bei niedrigerem Gesamteinkommen durch den Grundfreibetrag oft zu keiner tatsächlichen Steuerlast führt.
Private Krankenversicherung (PKV): Wer privat versichert ist, muss die vollen PKV-Beiträge weiterzahlen – das kann je nach Tarif sogar über 500 € im Monat liegen.
Unterm Strich: Von 100 % versicherter BU-Rente bleiben meist nur ca. 75–82 % netto übrig.
GKV: Versichere 25 % mehr, als du netto brauchst.
PKV: Prüfe deinen Beitrag – ggf. musst du sogar 30–35 % Aufschlag einplanen.
Unsere klare Empfehlung: Gesetzliche Erwerbsminderungsrente für die BU nicht einplanen!
Die Rente wird nur gezahlt, wenn du auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt unter 3 Stunden am Tag arbeiten kannst – und das dauerhaft. Selbst dann beträgt sie oft nur rund ein Drittel deines letzten Bruttoeinkommens. Außerdem ist die Bewilligungsquote gering.
Unsere Erfahrung zeigt: Die gesetzliche EM-Rente ist kein verlässlicher Faktor.
Versicherer bieten oft pauschale BU-Renten von bis zu 2.500 € im Monat an, ohne dass ein Einkommensnachweis erforderlich ist. So soll eine Überversicherung vermieden werden. Wer eine höhere Absicherung wünscht, muss sein Einkommen belegen. Dabei gilt als Obergrenze meist 60 bis 70 % des Brutto- oder 90 % des Nettoeinkommens.
Solche Erhöhungen setzen jedoch meist eine detaillierte Risikoprüfung, aktuelle Gehaltsnachweise und ggf. weitere Unterlagen (z. B. ärztliche Berichte, Laborwerte) voraus. In jedem Fall lohnt sich eine individuelle Abstimmung mit einem spezialisierten Makler, der die Spielräume der jeweiligen Versicherer kennt.
Für Akademiker und Selbstständige mit hohem Einkommen sind Aufteilung und Einzelverträge mit mehreren Versicherern eine sinnvolle Option – insbesondere, um ärztliche Untersuchungen zu vermeiden und mehrere Dynamik-Optionen zu nutzen.
Einige Versicherer ermöglichen inzwischen höhere Untersuchungsgrenzen als die oft genannte 3.000 €-Marke, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. So erlaubt z. B. die Nürnberger BU in bestimmten Konstellationen (z. B. junge Akademiker, hohe Einkommensnachweise) auch BU-Renten über 3.000 € monatlich ohne ärztliches Attest.
Bei anderen Anbietern, wie bspw. der Baloise BU (Basler) oder der Golden BU der LV 1871, können durch Karrieregarantien oder spezielle Berufsgruppenlösungen (z. B. Mediziner, Ingenieure) ebenfalls höhere BU-Renten genehmigt werden, insbesondere bei klarer Einkommenslage und positiver Risikoeinschätzung.
Nachfolgend eine Übersicht zu typischen finanziellen Angemessenheitsgrenzen, Untersuchungsgrenzen und den maximalen BU-Renten für Schüler, Azubis und Studenten – basierend auf den Angaben ausgewählter Versicherer:
| Versicherer | Finanzielle Angemessenheit | Untersuchungsgrenze BU-Rente | Max. BU-Rente Studenten | Max. BU-Rente Schüler/Azubis |
|---|---|---|---|---|
| Allianz | bis 60–70 % Brutto / 90 % Netto | 3.000 € (ab 50 J. 2.500 € mit Hausarztbericht) | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Alte Leipziger | bis 60 % Brutto | 3.000 € (ab 51 J. ab 1.000 €) | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Axa | bis 60–70 % Brutto | 3.000,00 € | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| BarmeniaGothaer | bis 60–70 % Brutto | 3.000,00 € | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Bayerische | bis 60–70 % Brutto | 3.000 € (ab 51 J. ab 2.500 €) | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Canada Life | bis 60 % Brutto | 3.000 € (ab 49 J. ab 2.500 €, ab 55 J. ab 1.500 €) | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Continentale | bis 60 % Brutto | 2.500 € (ab 51 J. * NT-proBNP nötig) | 1.000,00 € | 1.000,00 € |
| DEVK | bis 60–70 % Brutto | 3.000,00 € | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Dialog | bis 60–70 % Brutto | 3.000 € (ab 51 J. ab 2.000 €) | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| ERGO | bis 60–70 % Brutto | 3.000 € (ab 50 J. + 2.000 € mit Hausarztbericht) | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Hannoversche | bis 60–70 % Brutto | 3.000,00 € | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Hanse Merkur | bis 60–70 % Brutto | 2.000,00 € | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| HDI | bis 60–70 % Brutto | 3.000,00 € | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Helvetia Baloise | bis 60–70 % Brutto | 3.000 € (ab 45 J. ab 2.000 €) | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| LV 1871 | bis 60–70 % Brutto | 3.000,00 € | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Münchener Verein | bis 60–70 % Brutto | 2.000,00 € | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Nürnberger | bis 60–70 % Brutto | 3.000 € (ab 40 J. ab 2.500 €) | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Stuttgarter | bis 60–70 % Brutto | 3.000 € (ab 51 J. ab 2.500 €) | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Swiss Life | bis 60–65 % Brutto | 3.000,00 € | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Volkswohl Bund | bis 60–70 % Brutto | 3.000 € (ab 50 J. + 2.500 € mit Befundbericht) | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
| Zurich Versicherung | bis 60–70 % Brutto | 2.500 € (ab 51 J. + 1.001 € ärztl. Zeugnis) | bis 2.000 € | 1.500,00 € |
*NT-proBNP (N-terminales pro-B-Typ natriuretisches Peptid) ist ein Laborwert, der bei Verdacht auf eine Herzerkrankung gemessen wird.
Diese Werte dienen als Orientierung. Je nach individueller Konstellation (Alter, Gesundheitszustand, Beruf) können sich die zulässigen Höchstgrenzen unterscheiden.
Bei den meisten Versicherern gelten für Schüler und Azubis in der Praxis ähnliche Absicherungsgrenzen – typischerweise bis zu 1.500 € oder 2.000 €. Allerdings können Azubis je nach Lehrjahr und Einkommen unter Umständen höher eingestuft werden, da sie bereits eigenes Einkommen nachweisen können. Einzelne Anbieter (z. B. Continentale, Hanse Merkur) setzen für Schüler sogar strengere Grenzen als für Azubis an. Eine individuelle Prüfung ist daher empfehlenswert.
Wenn du eine BU-Rente absichern möchtest, die über den pauschalen Höchstwert (z. B. 2.500–3.000 €) hinausgeht, musst du mit erweiterten Rückfragen der Versicherer rechnen. Typische Nachweise oder Informationen, die dann angefordert werden können:
Einkommensnachweis: z. B. letzte drei Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheid oder betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA) bei Selbstständigen
Berufliche Situation: Tätigkeitsbeschreibung oder Bestätigung zur Wochenarbeitszeit
Kombinationsübersicht: Auflistung bereits bestehender Absicherungen, z. B. BU, bAV, Versorgungswerk
Nachweis über Versorgungswerk-Mitgliedschaft (bei Ärzten, Anwälten etc.) und ggf. deren mögliche Rentenhöhe
Motivation der gewünschten Rentenhöhe: Warum möchtest du eine höhere BU-Rente absichern? (z. B. wegen Immobilienkredit, Unterhaltspflichten, hohem Versorgungsbedarf)
Je nach Versicherer wird diese Prüfung unterschiedlich umfangreich ausfallen.
Unser Tipp: Sprich mit einem spezialisierten Makler – dieser kann die Besonderheiten im Vorfeld mit dem Versicherer abstimmen und die Unterlagen optimal vorbereiten.
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Gerade wenn du deine BU-Rente nicht gleich in voller Höhe absichern kannst oder willst, sind Dynamiken und Nachversicherungsgarantien das zentrale Werkzeug, um deinen Schutz später flexibel zu erhöhen – und zwar ohne neue Gesundheitsprüfung.
Aber wichtig ist auch: Dynamik und Nachversicherung können nicht eine zu niedrig angesetzte BU-Rente von Anfang an vollständig ausgleichen. Wenn du heute z. B. nur 500 € absicherst, kommst du auch mit 10 Jahren Dynamik nicht auf das Niveau, das du eigentlich brauchst. Diese Instrumente sind wertvoll – aber sie setzen eine ausreichend hohe Ausgangsrente voraus.
Bei der Beitragsdynamik steigt dein Versicherungsschutz jährlich automatisch – meist um 3 %, 5 % oder in Anlehnung an einen Index (z. B. Verbraucherpreisindex oder Höchstbeitragsbemessungsgrenze). Wichtig: Die BU-Rente und dein Beitrag wachsen mit.
Vorteile:
Schützt dich gegen Inflation
Du erreichst mit der Zeit eine deutlich höhere BU-Rente – auch bei anfänglich kleiner Absicherung
Keine Gesundheitsprüfung erforderlich
Beispiel: Startest du mit 1.500 € BU-Rente und wählst 5 % Dynamik, liegt deine Rente nach 10 Jahren schon bei rund 2.445 € – ganz ohne erneuten Antrag!
Die Leistungsdynamik der BU greift im Leistungsfall. Das bedeutet: Wenn du berufsunfähig wirst, erhöht sich deine Rente jährlich weiter, z. B. um 1 % oder 2 %.
Warum ist das wichtig?
Wenn du jung BU wirst, lebst du möglicherweise 20–30 Jahre mit der BU-Rente
Ohne Leistungsdynamik verliert die Rente jährlich an Kaufkraft
Unser Tipp: Wenn du jung bist oder lange Laufzeiten planst, integriere immer auch eine Leistungsdynamik.
Mit der Nachversicherungsgarantie kannst du deine BU-Rente bei bestimmten Ereignissen deutlich erhöhen – ohne Gesundheitsprüfung. Klassische Anlässe sind:
Heirat
Geburt eines Kindes
Abschluss Studium oder Ausbildung
Aufnahme einer Berufstätigkeit
Gehaltssprung ab bestimmter Schwelle
Immobilienkauf oder Existenzgründung
Einige Versicherer bieten sogar freie Nachversicherungen alle 3–5 Jahre oder eine Karrieregarantie, bei der du deine Rente bei Gehaltssteigerungen anpassen kannst.
Wichtig ist, dass dein Vertrag:
keine erneute Risikoprüfung vorsieht (z. B. kein Berufsrating bei späterer Anpassung)
ausreichend hohe Obergrenzen für Nachversicherungen bietet
Dynamik und Nachversicherung sind essenziell, um deinen Schutz mit deinem Leben wachsen zu lassen – sie ersetzen aber keine zu geringe Startabsicherung. Plane deshalb klug und sichere gleich zu Beginn mindestens deinen realistischen Grundbedarf ab.
Wenn du mehr absichern möchtest, als ein Versicherer allein erlaubt, kann es sinnvoll sein, deine BU-Rente auf zwei Gesellschaften zu verteilen. Vorteile:
Höhere Gesamtabsicherung möglich (z. B. 2 × 2.500 €)
Vermeidung ärztlicher Untersuchungen durch zwei kleinere Anträge
Doppelte Nachversicherungsoptionen & Dynamiken
Mehr Flexibilität im Leistungsfall – falls ein Versicherer nicht leistet, bleibt der andere evtl. zahlungsbereit
Achte dabei auf eine saubere Antragstellung: Jeder Versicherer muss von den bereits bestehenden BU-Verträgen erfahren.
Wenn du ein privates Krankentagegeld (z. B. ab dem 43. Krankheitstag) abgeschlossen hast, achte auf eine saubere Schnittstelle zur BU-Rente.
Wichtig:
BU-Versicherer zahlen meist rückwirkend ab 6 Monaten Berufsunfähigkeit
KTG-Versicherer fordern zu viel gezahltes Krankentagegeld zurück, wenn BU rückwirkend anerkannt wird
Deine BU-Rente sollte mindestens dem 30-fachen deines Krankentagegeldsatzes entsprechen.
Beispiel: 100 € Krankentagegeld/Tag → mind. 3.000 € BU-Rente
Ärzte, Architekten, Steuerberater & Co. sind meist Mitglied in einem Versorgungswerk, das ebenfalls eine Art BU-Leistung vorsieht. Aber:
Nur bei vollständiger Berufsunfähigkeit wird gezahlt
Keine Leistung bei Teil-BU oder Umschulungsfähigkeit
Viele private Versicherer rechnen die mögliche Rente aus dem Versorgungswerk an, wenn du eine sehr hohe BU-Rente beantragen willst. Deshalb ist es wichtig, die Rolle des Versorgungswerks bereits bei der Ermittlung deiner richtigen BU-Rentenhöhe zu berücksichtigen.
Wenn du weißt, dass dein Versorgungswerk nur im Extremfall zahlt – also bei voller Berufsunfähigkeit ohne Möglichkeit zur Umorientierung – dann solltest du deine private BU-Rente entsprechend großzügig kalkulieren. Denn bei z. B. 50 % BU, bei psychischer Erkrankung oder bei Einschränkungen im spezifischen Tätigkeitsfeld bekommst du dort oft keine Leistung – die private BU springt aber genau dann ein.
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Wenn du aktuell kein oder nur geringes Einkommen hast, gelten spezielle Obergrenzen:
Schüler BU: meist max. 1.000–1.500 €/Monat
Studenten BU: bis zu 2.000 €/Monat je nach Anbieter & Studienrichtung
Elternzeit / ohne Einkommen: häufig nur bis 1.500 €, evtl. mehr bei baldiger Rückkehr in den Beruf
Wichtig: Nutze in diesen Fällen unbedingt Nachversicherungsgarantien, um später nach oben anzupassen – ohne erneute Gesundheitsprüfung.
In manchen Situationen ist eine abgespeckte Absicherung besser als gar keine:
Azubis oder Studenten: Noch kein hohes Einkommen – trotzdem lieber 1.000–1.500 € versichern, um Gesundheitszustand und günstige Beiträge zu sichern
Teilzeitkräfte oder Elternzeit: Auch hier ist ein kleiner Schutz ist besser als keiner
Einstieg mit kleinem Budget: Hauptsache du startest! Dynamiken & Nachversicherungen ermöglichen dir später eine Anpassung.
Achte bei geringeren Renten besonders auf:
Dynamik vereinbaren (jährliche Steigerung)
Leistungsdynamik bei jungen Leuten, die früh berufsunfähig werden könnten
Verzicht auf erneute Risikoprüfung bei Nachversicherung (Top-Klauseln!)
Fazit: Lieber 1.000 € BU-Rente mit Aufstockungsmöglichkeiten als gar keine BU!
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert deine Existenz. Aber nur, wenn die Rente im Leistungsfall auch reicht. Daher gilt: Lieber ein paar Euro mehr versichern, als im Ernstfall jeden Cent umdrehen zu müssen.
Berechne deine individuelle BU-Rente am besten mit einer Kostenaufstellung, nutze Dynamik & Nachversicherung, und orientiere dich an deinem realistischen Bedarf statt pauschalen Faustregeln. Wir helfen dir gern dabei, die passende Lösung zu finden.
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Die meisten Versicherer orientieren sich an einer Grenze von 60–70 % des Bruttoeinkommens oder 90 % des Nettos. Ohne Einkommensnachweis sind häufig pauschal bis zu 2.500–3.000 € monatlich möglich.
Ja, das gibt es. Allerdings greift das Bereicherungsverbot in der BU nur vor Vertragsabschluss, indem die finanzielle Angemessenheit deiner Rente geprüft wird. Im Leistungsfall selbst wird die BU-Rente nicht mehr gekürzt, da es sich um eine Summenversicherung handelt.
Private BU-Versicherungen sind Summenversicherungen – es gibt keine Leistungskürzung im Leistungsfall. Aber: Versicherer prüfen die Angemessenheit vor Vertragsabschluss. Ist die beantragte Rente im Verhältnis zum Einkommen zu hoch, wird sie abgelehnt oder angepasst.
Nein. Deine private BU-Rente wird nicht gekürzt, wenn du zusätzlich eine gesetzliche EM-Rente erhältst. Beide Leistungen kannst du parallel beziehen.
Ja, über Nachversicherungsgarantien (z. B. bei Heirat, Kind, Jobwechsel) und Beitragsdynamik. Aber Achtung: Diese Mechanismen ersetzen keine zu geringe Einstiegsrente!
Je nach Krankenversicherungsstatus (GKV/PKV) und Steuerpflicht bleiben dir etwa 75–82 % der versicherten Summe. Plane daher mindestens 20–25 % Zuschlag auf deinen Bedarf ein.
Diese Zahl ist ein Erfahrungswert. Sie sichert dir in der Regel den gewohnten Lebensstandard. Wichtig ist aber: Mach eine konkrete Bedarfsrechnung. Vielleicht brauchst du weniger – oder sogar mehr.
Wenn du berufsunfähig wirst, zahlst du nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Dadurch bauen sich keine weiteren Rentenansprüche auf. Das bedeutet: Du musst mit einer niedrigeren Altersrente rechnen. Unsere Empfehlung: Plane bei deiner BU-Rentenhöhe einen Anteil ein, den du z. B. für ETF-Sparen oder eine private Rentenversicherung nutzt – um deine spätere Alterslücke auszugleichen.
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