Dread Disease Versicherung oder BU: Das musst du wissen
- Dread Disease/Schwere Erkrankungen – für wen sinnvoll?
- Welche Krankheiten sind versichert?
- Wie sehen die Gesundheitsfragen aus?
Update: aktualisiert 10.06.2026
Wenn eine schwere Krankheit das Leben auf den Kopf stellt, gerät oft auch die finanzielle Existenz ins Wanken. Eine Dread Disease Versicherung, auch Schwere Krankheiten Versicherung genannt, bietet dir in solchen Momenten wichtige Unterstützung. Sie zahlt dir bei bestimmten Krankheitsdiagnosen eine einmalige Summe aus – ganz unabhängig davon, ob du noch arbeiten kannst oder nicht.
Vielleicht kennst du selbst jemanden, der durch ein plötzliche Erkrankung beruflich kürzertreten musste. Plötzlich standen nicht nur gesundheitliche, sondern auch finanzielle Sorgen im Raum. Genau hier setzt die Dread Disease Versicherung an und sorgt für finazielle Sicherheit, wenn du sie am dringendsten brauchst.
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Die Dread Disease Versicherung zahlt eine Einmalleistung bei bestimmten schweren Krankheiten
Versichert sind u. a. Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Multiple Sklerose, Organversagen
Sie leistet unabhängig von der Berufsfähigkeit
Sinnvoll bei fehlendem BU-Schutz, als Ergänzung oder für Selbstständige
Gesundheitsprüfung notwendig, aber oft kulanter als bei der BU
Versicherungssumme frei wählbar, z. B. 100.000 bis 300.000 €
Die Dread Disease Versicherung ist eine Kapitalversicherung, die eine vorab definierte Summe auszahlt, wenn eine bestimmte schwere Krankheit diagnostiziert wird. Das Besondere: Du bekommst das Geld sofort nach Diagnosestellung, unabhängig davon, ob du beruflich eingeschränkt bist.
Du erhältst die Summe steuerfrei und kannst selbst entscheiden, wofür du sie einsetzen möchtest – für Therapien, Umbauten, Kreditrückzahlung oder einfach, um finanziell durchatmen zu können. In der Regel endet der Vertrag nach der Auszahlung.
Dread Disease |
Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) |
|
|---|---|---|
Leistungsart |
Einmalzahlung |
Monatliche Rente |
Kriterium |
Schwere Krankheit laut Liste |
Mind. 50 % Berufsunfähigkeit |
Psychische Leiden |
Nicht versichert |
Ja, voll versichert |
Nach der Leistung |
Vertrag endet |
Rente bis max. Endalter |
Kosten |
Abhängig von Summe |
Abhängig von Rente, Beruf, Gesundheit |
Fazit: Wenn möglich, solltest du immer zuerst eine BU abschließen. Die Dread Disease kann eine sinnvolle Ergänzung oder Notlösung sein, wenn BU nicht machbar ist. Wenn dir eine schnelle Hilfe bei Diagnose einer schweren Krankheit wichtig ist, kann auch ein Dread-Disease-Baustein in der BU sinnvoll sein. Mit ihm erhältst du eine zusätzliche Einmalzahlung von bis zu 18 Monatsrenten ohne, dass eine Berufsunfähigkeit bereits festgestellt worden sein muss.

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Anbieter |
Krankheiten |
Wartezeit |
Kinder mitversichert? |
|---|---|---|---|
Canada Life |
55 + Zusatzoption |
6 Monate |
Ja, bis 25 J. |
Nürnberger |
ca. 50 |
3 Monate |
Ja, bis 18 J. |
Zurich |
63 |
3 Monate |
Ja, bis 18 J. |
Bayerische |
38 |
6 Monate |
Ja, bis 17 J. |
BarmeniaGothaer |
>50 |
3 Monate |
Ja, bis 17 J. |
Beachte: Beiträge variieren je nach Anbieter, Laufzeit, Summe und Gesundheitszustand. Lass dir daher ein individuelles Angebot berechnen.
Auch bei der Dread Disease musst du Gesundheitsfragen beantworten. Diese Prüfung dient dem Versicherer dazu, dein individuelles Krankheitsrisiko einzuschätzen. Anders als bei der BU spielen bestimmte Vorerkrankungen – etwa psychische Leiden – eine geringere Rolle, da sie im Leistungsfall ohnehin nicht versichert sind.
Wichtig zu wissen: Die Fragen unterscheiden sich je nach Anbieter – sowohl im Abfragezeitraum (3, 5 oder 10 Jahre) als auch in der Tiefe. Einige fragen sehr detailliert (z. B. nach jeder einzelnen Körperregion), andere fassen Krankheiten thematisch zusammen.
Beispiel: Du hattest vor sieben Jahren eine diagnostizierte, aber harmlose Zyste an der Schilddrüse. Da die Zyste nicht entfernt wurde, aber regelmäßig kontrolliert wird, möchte der Versicherer einen aktuellen Ultraschallbefund – und nimmt dich nun nur mit Ausschluss der Schilddrüse an.
Anderer Fall: Eine Kundin hatte eine Lumbalpunktion zur Abklärung von Kopfschmerzen – MS wurde ausgeschlossen, es blieb bei der Diagnose Spannungskopfschmerz. Dennoch fragte ein Versicherer nach dem neurologischen Befundbericht und verzögerte die Annahme um vier Wochen.
Tipp aus der Praxis: Lass vorab eine anonyme Risikovoranfrage über uns durchführen. Dabei prüfen wir für dich bei mehreren Versicherern, ob und zu welchen Bedingungen du versicherbar bist – ohne dass deine Daten in der Hinweis- und Informationsdatei (HIS) landen. So vermeidest du unnötige Ablehnungen und sicherst dir die besten Chancen auf Annahme.
Die Gesundheitsprüfung bei der Dread Disease ist verpflichtend, fällt aber in vielen Fällen moderater aus als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung – insbesondere dann, wenn deine Vorerkrankungen nicht zu den versicherten Krankheiten zählen.
Trotzdem solltest du die Gesundheitsfragen keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Eine sorgfältige Vorbereitung mit vollständigen Arztunterlagen, Diagnosen und – falls nötig – ergänzenden Attesten ist entscheidend, um Missverständnisse zu vermeiden und die bestmögliche Annahme zu erreichen.
Eine Dread Disease Versicherung ist nicht für jeden zwingend notwendig, aber in bestimmten Situationen kann sie sehr sinnvoll sein:
Wenn du keine BU-Versicherung bekommst (z. B. wegen psychischer Vorerkrankung oder riskantem Beruf), kann sie eine wertvolle Alternative sein. Auch als Ergänzung zur BU, um im Krankheitsfall eine Kapitalleistung zur freien Verfügung zu erhalten, ist sie interessant.
Besonders für Selbstständige oder kleine Firmen kann eine Dread Disease Versicherung sinnvoll sein – etwa als Absicherung für den Fall, dass eine zentrale Person wie der Inhaber oder ein wichtiger Mitarbeiter krankheitsbedingt länger ausfällt.
Für Familien-Hauptverdiener mit Immobilienkredit oder hohem Einkommensbedarf stellt sie ebenfalls eine sinnvolle Absicherung dar. Ebenso für Personen mit familiärer Vorbelastung für bestimmte Krankheiten.
Viele Tarife bieten zudem die Mitversicherung von Kindern oder Partnern an – ein Pluspunkt für Familien.
Nicht versichert sind beispielsweise psychische Erkrankungen (z. B. Depression, Burn-out), Rückenleiden, Bandscheibenvorfälle oder chronische Schmerzen. Erkrankungen ohne klar definierte Schweregrade fallen ebenfalls heraus.
Achte unbedingt auf die medizinischen Definitionen im Tarif: Viele Krankheiten sind nur ab einem bestimmten Stadium versichert.
Zum Beispiel wird ein Herzinfarkt nur dann anerkannt, wenn bestimmte Laborwerte erfüllt sind oder ein dauerhafter Schaden vorliegt. Bei Krebs wird meist nur bei invasiven, bösartigen Tumoren geleistet – Frühstadien wie ein Carcinoma in situ lösen oft nur Teilzahlungen oder gar keine Leistung aus.
Die Wartezeit beträgt meist drei bis sechs Monate. Das bedeutet: Erst danach besteht voller Versicherungsschutz.
Karenzzeit: Ist die Diagnose ärztlich bestätigt, musst du mit einer Wartefrist rechnen, bis das Geld ausgezahlt wird. Diese beträgt meist 14 oder 28 Tage. Bei einigen Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Koma kann sie auch bis zu drei Monate dauern – denn oft lässt sich erst nach dieser Zeit abschätzen, ob bleibende Schäden wie Lähmungen oder Sehverlust bestehen.
Die Versicherungssumme ist frei wählbar, etwa 100.000 €, 200.000 € oder 300.000 € und mehr. Sie wird steuerfrei und zur freien Verwendung ausgezahlt.
Beispiel: Du schließt eine Dread Disease Versicherung mit einer Summe von 200.000€ ab. Nach Ablauf der dreimonatigen Wartezeit hast du vollen Versicherungsschutz. Ein paar Jahre später wird eine Krebserkrankung diagnostiziert. Mit einer ärztlichen Bestätigung beantragst du deine Leistung. Diese erhälst du nach Ablauf deiner vertraglich definierten Karenzzeit von 28 Tagen.
Doch was ist eigentlich eine realistische Versicherungssumme? Unsere Empfehlung: In rund 9 von 10 Leistungsfällen sind es drei Diagnosen, die zur Auszahlung führen: Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall. Eine realistische Wahl der Versicherungssumme sollte sich daher an den finanziellen Folgen genau dieser Erkrankungen orientieren.
Mit der Auszahlung endet der Vertrag – es sei denn, du hast einen Tarif mit sogenannter Multi-Claim-Option abgeschlossen. Diese Option ermöglicht es dir, auch bei einer zweiten, unabhängigen schweren Krankheit erneut eine (anteilige) Leistung zu erhalten.
Wenn du beispielsweise zunächst wegen eines Herzinfarkts eine Zahlung erhältst und Jahre später zusätzlich an Krebs erkrankst, kann die Versicherung – je nach Tarif – nochmals eine Summe auszahlen, etwa 50 % der ursprünglichen Versicherungssumme.
Bei vielen Anbietern kannst du eine Beitragsdynamik vereinbaren. Das bedeutet: Die Versicherungssumme erhöht sich jährlich automatisch, z. B. um 3 %, damit dein Schutz mit der Inflation Schritt hält. Dadurch bleibt deine Absicherung auch in Zukunft realistisch. Besonders bei langen Laufzeiten ist diese Option sinnvoll.
Auch Nachversicherungsgarantien sind bei guten Tarifen enthalten. Du kannst bei bestimmten Lebensereignissen – z. B. Heirat, Geburt eines Kindes, Immobilienerwerb oder beruflichem Aufstieg – deine Versicherungssumme erhöhen, ohne eine neue Gesundheitsprüfung ablegen zu müssen.
Tipp: Achte auf die genauen Bedingungen und Grenzen. Manche Anbieter setzen eine Frist nach dem Ereignis (z. B. sechs Monate) und verlangen einen Nachweis.
Dynamik und Nachversicherung erhöhen deine Flexibilität – du kannst deinen Schutz mit deinem Leben mitwachsen lassen, ohne dafür jedes Mal einen neuen Vertrag abschließen zu müssen.
Laut Maklerumfrage der VEMA 2024:
Auch das DFSI bewertet Canada Life und Nürnberger regelmäßig mit sehr gut.
Ein selbstständiger Malermeister erleidet einen Herzinfarkt. Er erhält aus seiner Dread-Disease-Versicherung 200.000 €, mit denen er laufende Kosten deckt und einen Vertreter einstellt – sein Betrieb überlebt die Krise.
Eine 35-jährige Angestellte mit Vorerkrankungen (Depressionen in der Jugend) bekommt keine BU, aber eine Dread Disease über 150.000 €. Bei Brustkrebs erfolgt die Auszahlung und sie kann sich auf ihre Genesung konzentrieren.
Ein Bauarbeiter mit Bandscheibenvorfall ist berufsunfähig, aber seine Dread Disease greift nicht – Rückenleiden sind nicht versichert. Eine BU hätte hier geholfen.
Eine Frau erhält eine Krebsdiagnose im Frühstadium (Carcinoma in situ). Der Tarif zahlt nicht, da die Krankheit die geforderte Schwere nicht erreicht.
Wenn du keine BU bekommst oder deine Familie im Ernstfall schnell Kapital benötigt, kann die Dread Disease ein wertvoller Schutz sein. Auch als Ergänzung zur BU macht sie Sinn.
Unser Tipp aus der Praxis:
Lass uns gemeinsam prüfen, welcher Schutz für dich Sinn macht.

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Ab ca. 30 €/Monat, je nach Summe, Alter, Laufzeit und Gesundheit
Meist: Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Multiple Sklerose, Bypass etc.
Die Karenzzeit ist der Zeitraum zwischen der Diagnose einer versicherten Krankheit und der Auszahlung. In der Regel beträgt sie 14 oder 28 Tage. Bei bestimmten Krankheiten wie Schlaganfall oder Koma kann sie bis zu 3 Monate betragen.
Ja, viele Tarife erlauben eine Erhöhung der Versicherungssumme bei bestimmten Anlässen – etwa Heirat, Geburt oder Immobilienkauf – ohne erneute Gesundheitsprüfung, dafür aber mit Frist (meist 6 Monate) und entsprechenden Nachweisen.
Ja, bei vielen Tarifen bis 17–25 Jahre beitragsfrei
Eine Multi-Claim-Option ermöglicht es dir, auch bei einer zweiten, unabhängigen schweren Krankheit erneut eine (anteilige) Leistung aus der Dread Disease Versicherung zu erhalten. Beispiel: Nach einem Herzinfarkt erhältst du die volle Summe. Tritt Jahre später zusätzlich Krebs auf, zahlt die Versicherung erneut, z. B. 50 % der ursprünglichen Versicherungssumme.
Dread Disease zahlt bei Krankheit, Grundfähigkeit bei Verlust von Alltagsfunktionen (z. B. Gehen, Hören)
Dabei handelt es sich um einen Kombi-Tarif, der mehrere biometrische Risiken in einem Produkt abdeckt – z. B. Dread Disease, Grundfähigkeiten und Pflege. Der Vorteil: Du musst nur einmal Gesundheitsfragen beantworten und bekommst eine breitere Absicherung.
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