Die Nürnberger BU - Gesundheitsfragen
- Gesundheitsfragen - Pro & Contra
- Bewertung risikoreicher Hobbys
- Wie läuft die Risikovoranfrage ab
Update: aktualisiert 29.06.2026
Die Gesundheitsfragen sind einer der wichtigsten Punkte bei der Beantragung einer BU-Versicherung. Sie entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen du Versicherungsschutz erhältst.
Bei der Nürnberger waren die Fragen bisher teilweise recht offen formuliert. Zum 07/2026 wurde der Aufbau der Gesundheitsfragen jedoch verbessert: Ärztliche oder therapeutische Konsultationen und unbehandelte Beschwerden werden nun klarer getrennt. Reine Beschwerden ohne Arzt- oder Therapeutenkontakt werden nur noch für die letzten 12 Monate abgefragt.
In diesem Artikel erfährst du, welche Fragen die Nürnberger zur Gesundheit stellt, wie riskante Hobbys bewertet werden und warum eine anonyme Risikovoranfrage wichtig sein kann, um den optimalen Versicherungsschutz zu bekommen.
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Die Nürnberger trennt ab 07/2026 klarer zwischen ärztlich behandelten Erkrankungen und unbehandelten Beschwerden
Reine Beschwerden oder Funktionsstörungen ohne Arzt- oder Therapeutenkontakt werden nur noch für die letzten 12 Monate abgefragt
Abfragezeiträume: 5 Jahre stationär und Psyche, ambulant 3 oder 5 Jahre
BU-Aktion für unter 30-Jährige mit einer monatl. BU-Rente von 1.500 €
Gefährliche Hobbys: individuelle Prüfung, Zuschläge, Ausschlüsse möglich
Risikovoranfrage möglich
Schauen wir uns zunächst die Gesundheitsfragen der Nürnberger BU einmal genauer an:
In den letzten Jahren haben viele Versicherer ihre Gesundheitsfragen genauer formuliert. Auch die Nürnberger hat zum 07/2026 nachgebessert. Positiv ist vor allem, dass ärztliche oder therapeutische Konsultationen und unbehandelte Beschwerden jetzt klarer getrennt werden.
Behandlungen, Untersuchungen oder Beratungen bleiben weiterhin über den jeweiligen Abfragezeitraum relevant. Reine Beschwerden oder Funktionsstörungen ohne Arzt- oder Therapeutenkontakt werden dagegen nur noch für die letzten 12 Monate abgefragt. Das ist deutlich verständlicher und kundenfreundlicher als die bisherige sehr weit gefasste Frage nach „Krankheiten, Beschwerden oder Funktionsstörungen“.
Trotzdem ist die Nürnberger damit nicht marktführend. Einige Anbieter, wie z. B. die Allianz BU, die HDI BU oder die Hannoversche BU fragen unbehandelte Beschwerden nur 6 Monate, einzelne sogar nur 3 Monate ab. Die neue Regelung ist also eine klare Verbesserung, aber nicht automatisch der beste Wert im Markt.
Weiterhin positiv bleibt, dass stationäre Behandlungen, Operationen und psychische Erkrankungen nur für die letzten 5 Jahre abgefragt werden. Gerade bei psychischen Erkrankungen ist das ein Vorteil, weil manche Versicherer hier nach wie vor längere Zeiträume verwenden.

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Die Nürnberger hat die Gesundheitsfragen zum 07/2026 spürbar verbessert. Besonders positiv ist, dass ärztliche oder therapeutische Behandlungen und reine Beschwerden ohne Arztkontakt jetzt klarer getrennt werden.
Reine Beschwerden oder Funktionsstörungen ohne Arzt- oder Therapeutenkontakt werden nur noch für die letzten 12 Monate abgefragt.
Stationäre Behandlungen, Operationen und psychische Erkrankungen werden weiterhin nur die letzten 5 Jahre abgefragt
Die neue Formulierung ist verständlicher und reduziert das Risiko, dass alltägliche, unbehandelte Beschwerden über einen zu langen Zeitraum relevant werden.
❌ Marktführend kurz ist die 12-Monats-Abfrage aber nicht. Einige Anbieter fragen unbehandelte Beschwerden nur 6 Monate, einzelne sogar nur 3 Monate ab.
❌ Bei Vorerkrankungen, früheren Ablehnungen oder Unsicherheit bleibt eine anonyme Risikovoranfrage weiterhin sinnvoll.
Auf einen weiteren "Nachteil" müssen wir leider noch hinweisen. Die Nürnberger frägt nach abgelehnten / mit Erschwernis angenommenen Anträgen!
Falls dies bei dir zutrifft, könnte das negativ gewertet werden.
Vor 6 Jahren wurdest du wegen einer schwierigen privaten oder beruflichen Situation für ein paar Wochen krankgeschrieben. Der Arzt stellte mangels anderweitiger Symptome eine "F-Diagnose" (z.B. leichte depressive Episode) - danach warst du wieder gesund. In einem BU-Antrag einer anderen Gesellschaft musstest du das angeben (wegen der 10-Jahres-Abfrage), und der Antrag wurde abgelehnt.
Weil bei der Nürnberger nur 5 Jahre nach psychischen Erkrankungen gefragt wird, musst du diese Erkrankung nicht angeben.
Da die Nürnberger allerdings nach abgelehnten Voranträgen frägt, würde auch dieses Thema wieder eine Rolle spielen,weil der Versicherer die Information quasi "durch die Hintertür" bekommt und vermutlich auch verwerten würde.
Dieses Beispiel zeigt gut, wie wichtig es ist, beim Thema BU mit einem Profi zusammenzuarbeiten, der auch die Annahmerichtlinien der vielen Gesellschaften bestens kennt - so lassen sich gewisse "Fehler" bei der Antragstellung vermeiden!
Die Nürnberger möchte natürlich prüfen, ob du gefährliche Hobbys ausübst, die das Risiko einer möglichen Berufsunfähigkeit erhöhen.
Wie allgemein üblich, sind dabei folgende Risiko-Sprtarten besonders relevant: Motorsport (z. B. Motocross, Autorennen), Flugsport (Fallschirmspringen, Paragliding), Kampfsport (Boxen, MMA), Bergsport (Klettern, Downhill) sowie Tauchsport (Gerätetauchen, Apnoe).
Je nach Intensität und Wettkampfbeteiligung sind verschiedene Einstufungen möglich:
Normalannahme bei geringem Risiko, etwa gelegentlichem Sporttauchen.
Zuschläge oder Ausschlüsse, was häufig der Fall ist.
Ablehnung, insbesondere bei Extremsportarten oder intensiver Wettkampfteilnahme.
Auch scheinbar harmlose Sportarten können auf Wettkampfniveau problematisch sein. Gelegentliches Skifahren oder Snowboarden im Urlaub ist jedoch unproblematisch.
Eine anonyme Risikovoranfrage hilft, Überraschungen zu vermeiden.
Einige Versicherer bieten oft BU-Sonderaktionen mit vereinfachten Gesundheitsfragen oder verkürzten Abfragezeiträumen für bestimmte Berufsgruppen (z.B. junge Leute) an.
Bei der Nürnberger gibt es eine dauerhafte Aktion mit vereinfachten Gesundheitsfragen für alle unter 30-jährigen seit dem Update zur BU4Future Mitte 2021.
Durch diese vereinfachten Fragen wird die Nürnberger deutlich attraktiver. Erkrankungen wie Psyche und der Bewegungsapparat werden im Großen und Ganzen nur noch 3 Jahre abgefragt.
Erfreulich: Die neue Trennung zwischen Konsultationen und unbehandelten Beschwerden gilt auch für den vereinfachten Antrag.
Die vereinfachten Fragen der LV 1871 BU oder auch der Baloise BU sind jedoch deutlich genauer definiert und deshalb ggf. interessanter. Mit einer Frage nach Beschwerden der letzten 6 Monate ist man einfach noch eher auf der sicheren Seite.
Nutzen kann die vereinfachten Fragen der Nürnberger jeder bis 30-jährige, allerdings dürfen maximal 1.500 € abgesichert werden. Die Basler/Baloise würde hier sogar 2.000 € anbieten.
Jede Versicherung hat eigene Kriterien zur Risikoprüfung, was bedeutet, dass sie Gesundheitsfragen, Vorerkrankungen und Einträge im Hinweis- und Informationssystem (HIS) unterschiedlich bewertet. Deshalb kann es sein, dass ein Interessent mit Vorerkrankungen bei einem Versicherer abgelehnt und bei einem anderen angenommen wird.
Eine Risikovoranfrage hilft dir, schon vor der Antragstellung eine verbindliche Einschätzung zu deinem BU-Antrag zu erhalten, besonders bei Vorerkrankungen oder risikoreichen Hobbys.
Das ist wichtig, weil du sonst Äpfel mit Birnen vergleichst - es bringt dir ja herzlich wenig, wenn im Vergleichsportal die Pfefferminzia mit dem günstigsten Beitrag ganz oben steht und die dich dann aber aufgrund einer Erkrankung gar nicht versichern wollen - oder nur mit 50% Risikozuschlag.
Der Vorteil einer Risikovoranfrage: Du bleibst anonym, und eine mögliche Ablehnung müsste bei zukünftigen Anträgen nicht angegeben werden. So kannst du verschiedene Anbieter vergleichen und am Ende den optimalsten auswählen.
Für die anonyme Risikoprüfung ist jedoch deine aktive Mitarbeit gefordert. Eine Voranfrage kann nur erfolgreich sein, wenn alle relevanten Informationen zu Gesundheit, Vorerkrankungen und Risikofaktoren vollständig und innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens bereitgestellt werden.
Wir führen keine Voranfrage durch, wenn wir erwarten, dass sie keine positiven Ergebnisse liefern wird. Wir haben viel Erfahrung auf dem Gebiet der Risikoprüfung und können auch schon im Vorfeld häufig recht gut einschätzen, ob eine Antragstellung erfolgsversprechend ist oder nicht.
Formular ausfüllen: Zunächst füllst du ein Formular mit persönlichen Daten, beruflichen Informationen, deinem Gesundheitszustand und deinen Versicherungswünschen aus.
Wichtige Informationen sind dabei:
Genaue Diagnose
Ursprung der Erkrankung
Zeitraum
Behandlungsmethoden
Seit wann die Erkrankung vollständig ausgeheilt ist
Erste Einschätzung: Anhand dieser Angaben prüfen wir deinen Fall und informieren dich, ob weitere Unterlagen wie z.B. ärztliche Befunde benötigt werden.
Sei besonders vorsichtig bei versicherungsspezifischen Fragebögen mit Ja/Nein-Antworten! Solche Fragebögen sind oft zu standardisiert und wenig individuell, was häufig zu ungenauen oder schlechten Ergebnissen führt.
Schreib deshalb alle relevanten Details so genau und lückenlos wie möglich auf, damit der Risikoprüfer keine offenen Fragen mehr hat und auf die Idee kommt einen solchen Fragebogen nachzufordern.
Anonyme Anfrage: Mit allen gesammelten Informationen stellen wir dann eine anonymisierte Risikovoranfrage (z.B. bei der Nürnberger und bei zwei bis drei weiteren passenden Versicherern). Da die Risikobewertung je nach Gesellschaft variiert, erhöht dies deine Chancen auf ein passendes Angebot.
Ergebnisbesprechung: Nach Erhalt der Rückmeldungen besprechen wir gemeinsam deine BU Optionen und wählen das optimale Angebot aus.
Antragstellung: Passen die Annahmekonditionen, stellen wir zusammen den offiziellen BU Antrag. Dank der vorherigen Risikovoranfrage sind meist keine weiteren Rückfragen zu erwarten.
Bei einer gewünschten Absicherung von mehr als 3.000 € pro Monat ist in der Regel eine ärztliche Untersuchung erforderlich. Um mögliche Risiken zu minimieren, empfehlen wir oft, die Absicherung auf zwei Versicherer aufzuteilen. So kannst du unerwartete Befunde und ausführlichere Nachfragen vermeiden.

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Die Nürnberger hat unserer Meinung nach weiterhin eine eher strenge Gesundheitsprüfung. Das spricht zwar grundsätzlich für einen gesunden Versichertenbestand, gleichzeitig sind andere Versicherer bei bestimmten Gesundheitsangaben oft flexibler.
Durch die neue Aufteilung der Gesundheitsfrage werden unbehandelte Beschwerden zwar verständlicher abgefragt, ganz einfach ist die Antragstellung aber weiterhin nicht. Gerade bei Vorerkrankungen, leichten Beschwerden oder unklaren Arztakten kann ein Experte helfen, Fehler im Antrag zu vermeiden.
Für Personen bis 30 mit einer BU-Rente bis 1.500 € gibt es vereinfachte Gesundheitsfragen, was den Zugang erleichtert. Gefährliche Hobbys werden individuell geprüft, bei BU-Renten über 2.500 € kann eine ärztliche Untersuchung nötig sein.
Eine anonyme Risikovoranfrage bleibt der beste Weg, um Vorerkrankungen und Hobby-Risiken abzuklären, ohne direkt einen Antrag zu stellen.
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