Pflegetagegeldversicherung im Vergleich

    •  Monatliche Auszahlung im Pflegefall
    •  Schließt deine Pflegelücke
    •  Schützt dich & deine Familie vor hohen Kosten
Autor: Maximilian Waizmann - Experte Zahnzusatzversicherung

Maximilian Waizmann | Versicherungsfachmann BWV

Update: aktualisiert 26.03.2025

In Deutschland beziehen schon heute rund 5 Millionen Menschen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung – Tendenz steigend. Da die Sozialversicherung nur einen Teil der Pflegekosten übernimmt, müssen Pflegebedürftige oft erhebliche Kosten tragen.

Je nach Pflegegrad liegen diese ungedeckten Kosten („Pflegelücke“) durchschnittlich zwischen ca. 600 € und 2.600 € im Monat bei ambulanter Pflege bzw. rund 2.000 - 3.000 € im Monat in stationären Heimen. Die Pflegetagegeldversicherung schützt dich und deine Familie vor dieser enormen finanziellen Belastung!

Das Wichtigste in Kürze

​  Pflegetagegeldversicherung: Eine private Zusatzversicherung, die bei Pflegebedürftigkeit einen festen Betrag pro Monat auszahlt

​  Schließt Versorgungslücken: Sie ergänzt die gesetzliche Pflegeversicherung und schließt so die finanzielle Versorgungslücke

​  Keine Zweckbindung: Die Auszahlung erfolgt unabhängig von tatsächlichen Pflegekosten und ist frei verwendbar

​  Abhängig vom Pflegegrad: Der Pflegegrad bestimmt die Höhe der tatsächlich ausgezahlten Leistungen

Was ist eine Pflegetagegeldversicherung genau?

Die Pflegetagegeldversicherung ist eine private Zusatzversicherung, die im Pflegefall täglich einen vorher vereinbarten festen Geldbetrag zahlt – das sog. Tagegeld. Dieses kannst du bei Vertragsabschluss frei bestimmen. Je nach Versicherung gibt es aber unterschiedliche Regelungen wie hoch das Pflegetagegeld sein kann.

Die maximal versicherbare Summe variiert. Ein Pflegetagegeld kann maximal 100€ oder 150€ betragen – was 3.000-4.500€ im Monat entspricht. Sinnvoll ist für die meisten Versicherten aber ein Betrag von etwa 50-85€ (1.500-2.500€ im Monat). Dies entspricht zwar nicht ganz der erwarteten Pflegelücke, deckt aber schon mal einen ordentlichen Teil der entstehenden Pflegekosten ab.

Diese Leistung wird dir in der Regel monatlich überwiesen und du kannst es frei verwenden. Du musst dafür auch keine Rechnungen oder andere Belege einreichen. Somit kannst du das Geld frei nach deinen individuellen Bedürfnissen nutzen.

Ein Beispiel: Du vereinbarst ein Pflegetagegeld von 50 Euro pro Tag. Wenn du pflegebedürftig wirst, erhältst du monatlich etwa 1.500 Euro (bei 100% Auszahlung), die du flexibel für Pflegekosten, Haushaltshilfen oder andere Ausgaben einsetzen kannst.

Somit stellt das Pflegetagegeld einen sinnvollen Baustein dar, um deine gesetzliche Pflegeversicherung zu ergänzen.Denn sie zahlt je nach Pflegegrad feste Beträge (z.B. Pflegegrad 4: 765€ Pflegegeld bzw. 1.775€ für Pflegesachleistungen), welche die tatsächlichen Pflegekosten nicht decken.

Ab wann zahlt die Pflegetagegeldversicherung?

Die Pflegetagegeldversicherung zahlt, sobald die gesetzliche Pflegeversicherung bzw. der Medizinische Dienst eine anerkannte Pflegebedürftigkeit feststellt. Diese wird in die Pflegegrade 1 bis 5 eingestuft. Wo du gepflegt wirst – ob zuhause oder in einem Pflegeheim – spielt bei guten Tarifen keine Rolle. Jedoch gibt es Ausnahmen: So schließen manche Tarife Leistungen bei ambulanter Pflege aus. Von solchen Tarifen raten wir unbedingt ab, da der Großteil der Pflegefälle (ca. 84%) zuhause versorgt wird.

Gute Tarife knüpfen den Anspruch auch immer an die Einstufung der Pflegekasse – ohne zusätzliche Prüfung. Doch Vorsicht: Einige Verträge können Klauseln beinhalten, die eine zusätzliche Arztuntersuchung verlangen oder den Pflegezustand regelmäßig überprüfen. Das kann für dich einen Nachteil darstellen, wenn dadurch der Zugang zur Leistung erschwert wird. Deshalb ist es ratsam nur Tarife ohne solche Prüfungen zu wählen.

Jedoch ist das tatsächlich ausgezahlte Pflegetagegeld häufig nach der Schwere der Pflegebedürftigkeit gestaffelt. Meist erhältst du erst bei Pflegegrad 5 die volle vereinbarte Leistung. In den darunterliegenden Pflegegraden reduziert sich das ausgezahlte Tagegeld meist anteilig, angeglichen an die erwartete Beeinträchtigung im Alltag:

  • Pflegegrad 5: 100%

  • Pflegegrad 4: 50-70%

  • Pflegegrad 3: 30-50%

  • Pflegegrad 2: 20-30%

  • Pflegegrad 1: meist noch keine bzw. sehr geringe Leistungen

Hochwertige Tarife zeichnen sich dadurch aus, dass sie bereits ab Pflegegrad 2 oder sogar schon ab Pflegegrad 1 leisten und keine zusätzlichen medizinischen Gutachten verlangen. Das bedeutet für dich: Sobald die gesetzliche Pflegeversicherung einen Pflegegrad feststellt, erhältst du direkt deine Versicherungsleistungen, ohne zusätzliche bürokratische Hürden überwinden zu müssen.

Deshalb ist es wichtig, dass du einen Tarif wählst der bereits in niedrigen Graden zumindest anteilig leistet. Vor allem Pflegegrad 2 und 3 sollten ausreichend abgedeckt sein. Denn: Die meisten Pflegebedürftigen werden in die Pflegegrade 1-3 eingestuft.

Die Zahlung des Pflegetagegeldes erfolgt in der Regel lebenslang – zumindest solange eine Pflegebedürftigkeit besteht. Das ist ein weiterer Vorteil der Pflegetagegeldversicherung, denn andere Absicherungen (z.B. die Unfallrente) sind auf ein bestimmtes Alter begrenzt.

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Was kostet eine Pflegetagegeldversicherung?

Die Beiträge einer Pflegetagegelversicherung können sehr unterschiedlich ausfallen, sodass eine pauschale Aussage zu den Kosten schwierig ist. Die genauen Kosten hängen maßgeblich von drei Faktoren ab: deinem Alter bei Vertragsabschluss, deinem Gesundheitszustand und der gewählten Höhe des Tagegeldes:

  • Eintrittsalter: Generell gilt je jünger du bist, desto günstiger ist auch dein monatlicher Beitrag. Denn du zahlst voraussichtlich länger ein, ehe ein Leistungsfall eintritt. Umgekehrt steigen die Kosten mit höherem Alter teils stark an.
  • Gesundheitszustand: Bei der Pflegetagegeldversicherung musst du dich einer Gesundheitsprüfung unterziehen. Hast du bereits Vorerkrankungen kann es sein, dass du einen Risikozuschlag zahlen musst oder dein Antrag gänzlich abgelehnt wird.
  • Höhe des versicherten Tagegeldes: Der Leistungsumfang wirkt sich proportional auf den Preis aus. Das heißt: je mehr du absicherst, desto mehr musst du monatlich einzahlen.

Zudem können sich auch die Vertragsgestaltung und optionale Zusatzbausteine auf deinen Beitrag auswirken. So kannst du z.B. eine Dynamik einschließen. Dann erhöht sich dein Beitrag automatisch in regelmäßigen Abständen. Das ist auch sinnvoll, da so die Inflation ausgeglichen wird, damit dein Tagegeld auch in Zukunft nicht an Wert verliert.

Auch eine Beitragsbefreiung im Pflegefall kann deinen Beitrag erhöhen. Sie sorgt dafür, dass du im deine Beiträge im Pflegefall nicht weiter zahlen musst. Das ist sinnvoll, da es sonst schnell zu einer finanziellen Doppelbelastung kommt.

Beachte

Die Beiträge bleiben nicht garantiert konstant. Versicher dürfen sie nämlich anheben, wenn die Leistungsfälle teurer werden als ursprünglich kalkuliert (z B. durch höhere Pflegekosten, längere Pflegezeiten oder Niedrigzinsphasen für ihre Rücklagen). So sind Steigerungen von 5-10% alle paar Jahre durchaus möglich. Plane solche Steigerungen daher unbedingt in deine Kostenplanung ein!

Für wen ist die Pflegetagegeldversicherung sinnvoll?

Ob eine Pflegetagegeldversicherung sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab. Nicht jeder braucht diese Absicherung im gleichen Maße. Folgende Überlegungen helfen einzuschätzen, welche Personengruppen am meisten profitieren und wann der richtige Zeitpunkt für einen Abschluss sein kann:

  • Vermögen oder Wohneigentum: Hast du bereits ein Vermögen oder eine Immobilie, das du schützen und später vererben möchtest, kann eine Pflegetagegeldversicherung sinnvoll sein. Denn hohe Pflegekosten können Ersparnisse schnell aufbrauchen. Gleiches gilt wenn du kein großes Vermögen hast, deine Angehörigen aber nicht finanziell belasten möchtest.

  • Mittleres Einkommen und begrenzte Rente: Ein Pflegetagegeld lohnt sich grundsätzlich für alle, die die erwartete Pflegelücke nicht aus eigener Tasche zahlen können. Wer nur eine durchschnittliche Rente und wenige Ersparnisse hat, aber über der Sozialhilfeschwelle liegt, kann schnell in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

  • Mittleres Erwachsenenalter: Der Abschluss einer Pflegetagegelversicherung wird für die meisten Menschen ab etwa 40-50 Jahren empfohlen. Davor sind andere Absicherungen, z.B. eine BU, sinnvoller.

Wann lohnt sich ein Abschluss?

Am sinnvollsten ist eine Pflegetagegeldversicherung vor allem für Personen der (guten) Mittelschicht im mittleren Alter, die das Pflegerisiko weder selbst tragen können, noch auf Sozialhilfe setzen können. So können sie ihr Vermögen dauerhaft schützen und im Pflegefall selbstbestimmt bleiben.

Jüngere Menschen sollten zunächst andere Bereiche absichern, z.B. mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer privaten Altersvorsorge.

Worauf du vor Vertragsabschluss unbedingt achten musst

Bevor du eine Pflegetagegeldversicherung abschließt, ist es wichtig, dass du die Vertragsbedingungen genau prüfst. Es gibt mehrere wichtige Klauseln und mögliche Fallstricke, die den Unterschied zwischen einem verbraucherfreundlichen und einem unzureichenden Tarif ausmachen:

​  Klare Leistungsfall-Definition: Auszahlung ab Feststellung der Pflegebedürftigkeit durch die gesetzliche Kasse ohne Nachweispflichten.

​  Beitragsbefreiung im Pflegefall: Verzicht des Versicherers auf Beitragserhebung ab Pflegegrad 2 oder höher.

​  Leistung bei häuslicher Pflege: Der Tarif sollte sowohl bei ambulanter wie stationärer Pflege ohne Leistungsbeschränkung leisten.

​  Staffelung der Leistung: Auch bei Pflegegrad 1 sollte bereits eine Zahlung möglich sein. Mind. aber Grad 2 und 3 benötigen einen ausreichend hohen Satz.

​  Dynamik: Möglichkeit, Leistungen regelmäßig zu erhöhen (Inflationsausgleich).

​  Kündigungsrecht und Laufzeit: Versicherungen laufen unbegrenzt und es gibt keine Rückerstattung bei Kündigung.

​  Wartezeit: Meist gilt Versicherungsschutz ab sofort, aber es gibt auch Ausnahmen.

​  Staatliche Förderung: Es gibt Tarife, die staatlich gefördert werden – aber mit schwächerer Leistung.

​  Gesundheitsfragen: Achte auf korrekte und wahrheitsgemäße Antragstellung. Sonst droht Leistungsausschluss.

​  Weltgeltung: falls du vielleicht im Alter woanders leben möchtest

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Helden-Fazit

Die Pflegetagegeldversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung, um dein finanzielles Risiko im Pflegefall zu minimieren – vor allem, wenn du eine durchschnittliche Rente erhälst oder dein Vermögen schützen willst. Sie bietet maximale Flexibilität, kann aber je nach individuellen Faktoren mächtig in die Tasche drücken. Prüfe daher genau, ob die Beiträge langfristig für dich tragbar sind, und wähle einen Tarif, der zu deinem persönlichen Bedarf passt. Wir unterstützen dich gerne!

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FAQ zur Pflegetagegeldversicherung

Muss das Pflegetagegeld versteuert werden?


Nein. Das Pflegetagegeld wird steuerfrei ausgezahlt und du musst es auch nicht bei deiner Steuererklärung angeben.

Gibt es auch Startertarife?

Ja, einige Versicherer bieten auch Startertarife mit einem vergünstigten Beitrag in den ersten Jahren an. Beachte jedoch, dass der Beitrag danach höher ausfällt als bei einem normalen Tarif. Wege daher gut ab, ob sich das für dich lohnt.

Was ist der Unterschied zwischen Pflegegeld und Pflegetagegeld?

Das Pflegegeld erhälst du von der GKV, wenn du zu Hause gepflegt wirst. Die Höhe des Pflegegeldes richtet sich nach deinem Pflegegrad und es wird nur ausgezahlt wenn du von Anghörigen, Freunden oder Ehrenamtlichen unentgeltlich versorgt wirst.

Das Pflegetagegeld wird unabhängig deiner tatsächlichen Pflegekosten gezahlt. Die tatsächliche Leistung richtet sich nach deinem Pflegegrad.

Was passiert, wenn ich nie pflegebedürftig werde? Bekomme ich mein Geld zurück?

Nein. Die Pflegetagegeldversicherung ist eine Risikoversicherung. Du bekommst dein Geld nicht rückerstattet, auch wenn du nie pflegebedürftig wirst.

Kann ich das vereinbarte Pflegetagegeld später erhöhen oder verringern?

Ja, viele Versicherer bieten eine Dynamik-Option an, mit der du regelmäßig dein Tagegeld erhöhen kannst. Reduzierungen sind ebenfalls möglich, allerdings oft nur auf Antrag und mit Zustimmung des Versicherers.

Was passiert mit meiner Versicherung, wenn ich ins Ausland ziehe?

Das hängt von deinem Vertrag ab. Manche Anbieter leisten uneingeschränkt weltweit, andere nur innerhalb der EU oder eingeschränkt. Informiere dich daher vor Vertragsabschluss über die Bedingungen für Auslandsaufenthalte.

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