Private Krankenversicherung (PKV) im Vergleich

Private Vollkrankenversicherung (PKV) im Vergleich

    •  Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung
    •  Maßgeschneiderte Gesundheitsvorsorge
    •  Sinnvoll für Selbstständige, Beamte & Gutverdiener
Autor: Maximilian Waizmann - Experte Zahnzusatzversicherung

Maximilian Waizmann | Versicherungsfachmann BWV

Update: aktualisiert 17.03.2025

Du möchtest dich privat krankenversichern und fragst dich, ob eine Private Vollkrankenversicherung (PKV) für dich sinnvoll ist? Wir erklären Dir, worauf es wirklich ankommt.

Das Wichtigste in Kürze

​  Private Krankenversicherung (PKV): als Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

​  Sinnvoll für: Selbstständige, Beamte und Angestellte mit hohem Einkommen

​  Individuellle Bedingungen: Achte bei der PKV besonders auf Leistungen, Versicherungsbedingungen und Tarifdetails.

​  Vorteile: bessere medizinische Versorgung und individuelle Tarifwahl

Was ist eine Private Vollkrankenversicherung (PKV)?

In Deutschland existiert ein duales Gesundheitssystem, bestehend aus der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)und der privaten Krankenversicherung (PKV). Während die GKV auf dem Solidaritätsprinzip basiert und Beiträge einkommensabhängig berechnet, berechnen sich die Beiträge der PKV nach individuellen Gesundheitsrisiken (wie Alter und Gesundheitszustand) und den gewünschten Leistungen.

Dabei gilt grundsätzlich eine Versicherungspflicht: Jeder, der in Deutschland lebt, muss eine Krankenversicherung besitzen, entweder gesetzlich oder privat.

Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bietet dir die PKV individuellere Leistungen und die Möglichkeit, schneller Termine bei Fachärzten zu bekommen.

Die PKV existiert in unterschiedlichen Formen:

  • Vollversicherung: Ersetzt die gesetzliche Krankenversicherung vollständig und deckt alle medizinischen Leistungen ab. Das gilt sowohl für ambulante als auch stationäre Leistungen.
  • Zusatzversicherung: Ergänzend zu GKV, sichert zusätzliche Risiken ab. Dazu gehört z.B. eine Auslandskrankenversicherung oder eine Zahnzusatzversicherung.

Wer kann eine PKV abschließen?

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, können nur bestimmte Gruppen eine PKV abschließen. Dazu gehören:

  • Selbstständige und Freiberufler (unabhängig vom Einkommen, jedoch teilweise Ausnahmen für Künstler, Publizisten und Landwirte)

  • Beamte (und andere Personen mit Anspruch auf Beihilfe)

  • Angestellte mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze (2025: 73.800€ Jahresbrutto)

  • Personen ohne eigenes Einkommen bzw. mit einem Einkommen unter der Geringfügigkeitsgrenze (z. B. Hausfrauen oder -männer, Kinder)

  • Studierende, die sich von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht befreien lassen

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Wann ist der Wechsel in eine PKV sinnvoll?

Ein Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) kann sinnvoll sein, wenn folgende Bedingungen auf Dich zutreffen:

  du langfristig stabile und hohe Einkünfte oder ausreichend Vermögen hast

  du jünger als 40 Jahre alt bist.

  du weitgehend gesund bist

  deine Familienplanung abgeschlossen ist oder keine Familie geplant ist

 du keinen risikoreichen Beruf ausübst

Berücksichtige unbedingt, dass PKV-Beiträge unabhängig von deinem Einkommen sind und besonders im Alter stark steigen können. Daher solltest du vor dem Wechsel genau prüfen, ob du dir die Beiträge dauerhaft leisten kannst.

Allgemeine Versicherungsbedingungen, Tarife und Bestimmungen

Jeder Anbieter der PKV hat individuelle Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB). Diese regeln, welche Leistungen übernommen werden, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und welche Ausschlüsse bestehen könnten. Beispielsweise legen AVB fest, in welchem Umfang psychotherapeutische Behandlungen übernommen werden oder ob und wie häufig dir Vorsorgeuntersuchungen erstattet werden.

Auch innerhalb eines Anbieters gibt es meist sehr unterschiedliche Tarife. Die Tarife unterscheiden sich vor allem hinsichtlich des Leistungsumfangs. Wichtige Tarifmerkmale können beispielsweise sein:

  • Stationäre Behandlung: Bekommst du Anspruch auf ein Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus? Wird die Chefarztbehandlung übernommen?

  • Ambulante Behandlung: In welchem Umfang werden Arztkosten, Medikamente oder Therapien (z.B. Physiotherapie) übernommen?

  • Zahnleistungen: Wie hoch ist die Erstattung bei Zahnersatz, Zahnreinigung oder kieferorthopädischen Behandlungen?

  • Selbstbeteiligung: Wie viel musst du pro Jahr selbst zahlen, bevor deine Versicherung einspringt? Eine höhere Selbstbeteiligung reduziert den monatlichen Beitrag, bedeutet aber höhere Kosten, wenn du tatsächlich krank wirst – besonders im Alter.

Die Bestimmungen können sich ebenfalls stark unterscheiden. Achte besonders auf die Regelungen zur Beitragsanpassung, den Umgang mit Vorerkrankungen (Risikoaufschläge oder Leistungsausschlüsse) sowie die Möglichkeit, den Tarif im Laufe des Lebens anzupassen (z. B. bei Geburt eines Kindes oder Renteneintritt).

Es ist deshalb besonders wichtig, dir vor Vertragsabschluss genau zu überlegen, welche Leistungen dir persönlich wichtig sind und welche eher nicht. Ein ausführlicher Vergleich hilft dir, genau die Versicherung zu finden, die optimal zu deinen Bedürfnissen und deinem Budget passt.

Vor- und Nachteile der PKV auf einen Blick

Vorteile der Privaten Vollkrankenversicherung

  Bessere medizinische Versorgung und bevorzugte Terminvergabe

  Individuell zugeschnittene Leistungspakete

  Beitragsvorteile insbesondere für junge und gesunde Versicherte

 

Nachteile der Privaten Vollkrankenversicherung

Potenziell hohe Beiträge im Alter

Keine Familienversicherung wie in der GKV

Schwieriger Wechsel zurück in die GKV

 

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Helden-Fazit: Ist die PKV die richtige Wahl für dich?

Die PKV bietet attraktive Vorteile im Vergleich zu einer GKV, insbesondere für Beamte und Besserverdiener. Jedoch kann nicht jeder eine abschließen und sie birgt auch Risiken.

Prüfe deshalb genau, ob sie wirklich zu deiner Lebenssituation und deinen langfristigen Plänen passt. Denn einmal in der PKV, ist ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung schwierig.

Wir empfehlen dir daher, verschiedene Tarife gründlich zu vergleichen und dich professionell beraten zu lassen – wir unterstützen dich dabei gerne!

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FAQ zur Privaten Vollkrankenversicherung (PKV)

Kann ich von der PKV zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln?


Ein Wechsel zurück ist schwierig & meist nur unter bestimmten Bedingungen möglich. So kann ein Wechsel meist erst infrage kommen, wenn dein Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze von 73.800€ im Jahr fällt. Das gilt auch nur, solange du unter 55 Jahre alt bist – ab dann ist ein Wechsel in die GKV meist nicht mehr möglich.

Ist eine PKV günstiger als eine gesetzliche Krankenversicherung?

Das lässt sich pauschal nicht sagen, denn die Beiträge der PKV sind von unterschiedlichen Faktoren, wie Tarif, Alter und Gesundheitszustand abhängig. Der Höchstbeitrag der GKV liegt aktuell bei 924,64€ im Monat (von dem ein Angestellter nur die Hälfte zahlen muss). Meist kommen noch Zusatzversicherungen hinzu, die in der PKV bereits mit abgesichert sind. So können Tarife der PKV in bestimmten Fällen durchaus günstiger ausfallen.

Kann ich meine Kinder in der PKV kostenlos mitversichern?

Eine kostenlose Familienversicherung wie bei der GKV gibt es bei der PKV nicht. Für jedes Kind muss ein eigener Versicherungsbeitrag gezahlt werden. Es hängt aber vom Versicherungsstatus und Einkommen der Eltern ab, ob ein Kind in die PKV muss. Wenn beide Elternteile in der PKV sind, müssen auch die Kinder gegen einen zusätzlichen Beitrag in die private. Ist ein Elternteil gesetzlich versichert, kann dieses die Kinder auch bei sich mitversichern lassen – sofern das Einkommen des Privatversicherten nicht höher ist und die Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt. Dann muss für das Kind eine eigene Krankenversicherung abgeschlossen werden.

Was passiert mit meiner PKV, wenn ich arbeitslos werde oder finanzielle Schwierigkeiten habe?

Grundsätzlich musst du trotzdem weiter deine Beiträge zahlen. Du hast aber die Möglichkeit in einen günstigeren Tarif zu wechseln. Bei Arbeitslosigkeit wirst du i.d.R. von der Arbeitsagentur unterstützt.

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