Sterbegeldversicherung im Vergleich

    •  Übernimmt im Todesfall die Bestattungskosten
    •  Schützt deine Familie vor hohen Kosten
    •  Leistung, Kosten & Tipps für den Vertragsabschluss
Autor: Maximilian Waizmann - Experte Zahnzusatzversicherung

Maximilian Waizmann | Versicherungsfachmann BWV

Update: aktualisiert 21.03.2025

Stirbt plötzliche ein Familienmitglied ist nicht nur die Trauer groß, sondern auch die Kosten. Bereits eine einfache Beerdigung kostet im Schnitt 3.000€. Für eine klassische Erdbestattung kommen sogar rund 13.000€ zusammen.

Möchtest du deine Liebsten vor solch hohen Kosten schützen, lohnt es sich bereits früh vorzusorgen. Eine Möglichkeit dafür ist eine Sterbegeldversicherung. Sie zahlt deinen Angehörigen eine feste Summe, mit der sie die Kosten für die Beerdigung, Trauerfeier oder Grabpflege decken können.

Doch lohnt sich der Abschluss einer Sterbegeldversicherung wirklich? Wir erklären dir in unserem Ratgeber für wen die Versicherung sinnvoll ist und geben dir alle wichtigen Informationen.

Das Wichtigste in Kürze

​  Sterbegeldversicherung: Übernimmt im Todesfall die Kosten der eigenen Bestattung

​  Absicherung: Sinnvoll für Menschen ohne ausreichende Rücklagen

​  Beiträge: Zwischen 10 und 50 Euro monatlich – abhängig von Alter und Versicherungssumme

​  Alternativen: Eigene Rücklagen, Bestattungsvorsorgeverträge oder Risikolebensversicherung

Was ist eine Sterbegeldversicherung?

Die Sterbegeldversicherung ist eine kapitalbildende Lebensversicherung. Sie zahlt nach deinem Tod eine festgelegte Summe an deine Hinterbliebenen oder einen vorher bestimmten Begünstigten.

Die Auszahlung ist speziell dafür gedacht, die Bestattungskosten wie Trauerfeier, Grabstein und Beerdigungskostenabzudecken – damit deine Hinterbliebenen nicht finanziell belastet werden.

Seit das staatliche Sterbegeld der Krankenkassen 2004 abgeschafft wurde, muss jeder selbst für seine Beerdigungaufkommen. Daher lohnt es sich rechtzeitig vorzusorgen – sonst sind deine Angehörigen in der Pflicht.

Leistungen einer Sterbegeldversicherung

Die Hauptleistung einer Sterbegeldversicherung ist das Auszahlen der Todesfallsumme. Diese wird vertraglich vereinbart – ihre Höhe kannst du dabei frei wählen. Üblich sind Beträge von 5.000 bis 15.000€.

Das Sterbegeld ist dabei zweckgebunden und für Ausgaben rund um die Bestattung vorgesehen. Dazu gehören Kosten für das Bestattungsunternehmen (wie Transport, Versorgung des Verstorbenen) und Gebühren für Friedhof, Grabstelle, Sarg oder Urne. Auch die Trauerfeier inkl. Bewirtung fällt unter den angedachten Zweck.

Die tatsächlich anfallenden Kosten variieren stark – je nach Art der Bestattung und der Ausgestaltung der Trauerfeier. Im Durchschnitt fallen bereits bis zu 8.000€ für eine Bestattung an. Kosten, welche die Sterbegeldversicherung übernimmt.

Je nach Anbieter und Vertrag können weitere Zusatzleistungen gewählt werden. Dazu gehören z.B. eine Auszahlung derdoppelten Versicherungssumme bei einem Unfalltod oder eine Rücküberführung bei einem Todesfall im Ausland.

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Vor- und Nachteile einer Sterbegeldversicherung

Vorteile

Gute Arbeitsunfähigkeitsklausel (24 Monate)

Finanzielle Entlastung deiner Angehörigen

Deine Bestattungswünsche werden gewahrt

Günstige monatliche Beiträge

Viele Tarife ohne Gesundheitsprüfung

Steuerfreie Auszahlung

Keine Anrechnung auf Sozialleistungen

Keine Kürzung von Hinterbliebenenrenten

Gute Teilzeitklausel

Nachteile

❌ Du zahlst mehr ein als ausgezahlt wird

❌ Hohe Verwaltungskosten

Steigende Beiträge im Alter

Wartezeit in den ersten 1-3 Jahren

Verluste bei vorzeitiger Kündigung

 

Für wen ist eine Sterbegeldversicherung sinnvoll?

Ob sich der Abschluss einer Sterbegeldversicherung für dich lohnt, hängt stark von deiner persönlichen finanziellen Situation, Alter und Vorsorgemöglichkeiten ab. Meist lohnt sich ein Abschluss erst in einem Alter von 40 bis 75 Jahren und wenn du eine Familie hast – um sicher zu stellen, dass im Todesfall genug Geld für eine Bestattung vorhanden ist.  

Eine Sterbegeldversicherung lohnt sich besonders für:

  • Personen ohne ausreichende Rücklagen

  • Ältere und gesundheitlich Angeschlagene

  • Menschen mit konkreten Bestattungswünschen

Weniger bis gar nicht sinnvoll ist eine Sterbegeldversicherung für jüngere Menschen, die noch ausreichend Sparpotenzial haben. So ist es meist sinnvoller selbst Geld zurückzulegen, z.B. auf ein Tagesgeldkonto, als Jahrzehnte lang Beiträge zu zahlen. Außerdem sind andere Versicherungen, wie eine BU oder private Altersvorsorge, in jungen Jahren wichtiger.

Wer ohnehin bereits über ein ausreichendes Vermögen oder andere Lebensversicherungen, wie eine Risikolebensversicherung, verfügt, braucht ebenfalls keine zusätzliche Sterbegeldversicherung.

Kosten einer Sterbegeldversicherung

Die monatlichen Beiträge einer Sterbegeldversicherung hängen von mehreren Faktoren ab – daher lässt sich nur schwer eine pauschale Summe nennen. Die wichtigsten Einflussgrößen sind:

  • Eintrittsalter: Je älter du bei Vertragsabschluss bist, desto teurer werden die Beiträge

  • Höhe der Versicherungssumme: Je höher die Absicherung, desto teurer werden natürlich auch die Beiträge

  • Vertragsdauer: Du hast die Wahl zwischen lebenslanger oder kürzerer Vertragsdauer – je kürzer, desto günstiger

  • Zahlungsweise: Einige Versicherer bieten Rabatte bei jährlicher statt monatlicher Zahlung

  • Gesundheitszustand: Bei Tarifen mit Gesundheitsprüfung kann ein guter Gesundheitszustand zu niedrigeren Beiträgen führen 

In der Praxis liegen die monatlichen Beiträge für Sterbegeldversicherungen typischerweise in einem moderaten Bereich. Durchschnittlich bewegen sie sich bei ca. 10-50€ pro Monat – je nach Alter und Versicherungssumme. So zahlt beispielsweise ein 54-jähriger Neukunde beim Münchener Verein für 5.000€ Sterbegeld einen monatlichen Beitrag von 21,35€.

Aber Achtung

Risikolebensversicherungen sind sehr preiswert für die finanzielle Sicherheit, die sie bieten. Wichtig ist ein Vergleich der Tarife, da die Preise von Versicherer zu Versicherer variieren. Wir empfehlen, verschiedene Angebote einzuholen – wir beraten dich natürlich gerne!

Worauf musst du beim Abschluss achten?

Hast du dich für eine Sterbegeldversicherung entschieden, lohnt sich ein sorgfältiger Tarifvergleich – damit du einen Vertrag findest, der deinen Bedürfnissen entspricht. Wichtige Kriterien, die du dabei beachten solltest, sind:

  • Gesundheitsprüfung vs. Wartezeit: Prüfe, ob der angebotene Tarif ohne Gesundheitsfragen auskommt – das sollte aber bei den meisten der Fall sein. Der Vorteil ist, dass es den Antrag vereinfacht und der Abschluss auch mit Vorerkrankungen möglich ist. Jedoch setzen Anbieter stattdessen auf eine Wartezeit, d.h. in dieser Zeit gilt nur ein begrenzter Leistungsanspruch. Daher solltest du einen Tarif wählen, der höchstens 24 Monate Wartezeit beinhaltet und sich zumindest teilweise an den Beerdigungskosten beteiligt, falls du in dieser Zeit stirbst. Wichtig: Unfalltod ist aber fast immer sofort mitversichert.
  • Zahlungsdauer: Je nach Versicherer hast du die Möglichkeit deinen Vertrag lebenslänglich oder aber bis zu einem bestimmten Höchstalter laufen zu lassen. Wir empfehlen eine kürzere Zahldauer zu wählen, da es sonst zu einer hohen finanziellen Belastung im Alter kommen kann.
  • Höhe der Versicherungssumme: Wichtig ist, eine angemessene Versicherungssumme zu wählen. Orientiere dich dabei an den voraussichtlichen Bestattungskosten. Überhöhe diese Summe nicht unnötig – das führt nur zu höheren Beiträgen.
  • Bezugsberechtigter: Benenne im Antrag unbedingt eine bezugsberechtigte Person, die im Todesfall das Geld erhalten soll. Das kann z.B. dein Partner, dein erwachsenes Kind oder auch ein Bestatter (über eine Bestattungsverfügung) sein. Besprich mit dieser Person alle Einzelheiten, die sie für deine Bestattung beachten soll und wo die Police sowie alle relevanten Unterlagen hinterlegt sind. In vielen Tarifen hast du zudem die Möglichkeit das Bezugsrecht zu widerrufen, falls du doch eine andere Person wählen willst.
  • Zusatzleistungen: Je nach Anbieter kannst du verschiedene Leistungen in deinem Vertrag dazubuchen. Dazu zählt z.B. eine doppelte Auzahlung bei Unfalltod oder eine Bonuszahlung von Überschüssen.
  • Zusätzliche Bestattungsverfügung: Es ist sinnvoll deine Bestattungswünsche in einer Bestattungsverfügungschriftlich festzuhalten. So kannst du festlegen, was dir für deine Beerdigung wichtig ist. Du solltest die Verfügung handschriftlich unterschreiben und an einem sicheren Ort aufbewahren, an dem deine Angehörigen sie finden können – am besten mit allen anderen wichtigen Dokumenten für deine Sterbegeldversicherung.

Alternativen zur Sterbegeldversicherung

Neben der Sterbegeldversicherung gibt es weitere sinnvolle Alternativen, die je nach Lebenslage geeignet sind um für den Fall der Fälle vorzusorgen. Dazu zählen aus unserer Sicht:

  • Tagesgeldkonto: Wenn du Geld für deine Bestattung auf die Seite legen möchtest, empfiehlt sich ein Tagesgeldkonto zu eröffnen. Mit einem zusätzlichen Sperrvermerk sorgst du dafür, dass das Geld auch wirklich nur für den angedachten Zweck verwendet werden kann.

  • Bestattungsvorsorgevertrag: Du hast auch die Möglichkeit mit einem Bestattungsinstitut deiner Wahl einen Vorsorgevertrag zu vereinbaren. So kannst du frühzeitig alle Einzelheiten der Beerdigung festlegen. Die Bestattungskosten zahlst du dann an ein Treuhandkonto.

  • Risikolebensversicherung: Auch eine Risikolebensversicherung zahlt im Todesfall eine Summe an deine Hinterbliebenen. Anders als beim Sterbegeld ist die Auszahlung nicht zweckgebunden und dient der Absicherung deiner Familie. 
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Helden-Fazit: Ist eine Sterbegeldversicherung sinnvoll?

Eine Sterbegeldversicherung ist eine Möglichkeit, bereits zu Lebzeiten für die eigenen Bestattungskosten vorzusorgen– und so die Angehörigen vor hohen Kosten zu schützen. Sie ist daher besonders dann sinnvoll, wenn du keine eigenen Rücklagen bilden kannst.

Allerdings ist sie im Verhältnis teuer, insbesondere bei einem späten Abschluss oder langer Laufzeit. Prüfe also genau, ob sich der Abschluss einer Sterbegeldversicherung wirklich lohnt oder andere Absicherungen für deine persönliche Situation günstiger sein könnten.

Wir von my-finanzheld.de beraten dich gern und finden gemeinsam heraus, welcher Weg für dich der Richtige ist.

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FAQ – Häufige Fragen zur Sterbegeldversicherung

Gibt es Wartezeiten?

Ja, sie kann bis zu 3 Jahre betragen. Stirbt der Versicherungsnehmer vor Ablauf der Frist, zahlt die Versicherung entweder einen Teil der gezahlten Beiträge an die Erben oder beteiligt sich anteilig an den Bestattungskosten. Ausnahme: Unfalltod – viele Versicherer verzichten oder verkürzen die Wartezeit.

Kann ich die Versicherung kündigen?

Ja, allerdings erhältst du dann oft weniger zurück, als du eingezahlt hast.

Wird die Versicherungssumme versteuert?

Nein, sie ist einkommensteuerfrei und zählt meist nicht zur Erbmasse.

Können Beiträge steigen?

Die Beiträge bleiben meist stabil, wenn im Vertrag nichts anderes geregelt ist (wie z.B. eine Dynamik).

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