Private Unfallversicherung im Vergleich
- Schutz bei Unfällen in Beruf & Freizeit
- Einmalige Invaliditätsleistung nach schwerem Unfall
- Sinnvoll für Personen ohne gesetzliche Absicherung
Update: aktualisiert 25.03.2025
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Private Unfallversicherung: Freiwillige Absicherung bei Unfällen in Beruf & Freizeit
Sinnvoll: Für Personen mit einem hohen Unfallrisiko oder ohne gesetzlichen Unfallschutz
Leistungen: Je nach Tarif eine Einmalzahlung oder Rente sowie weitere Zusätze
Kosten: Gute Tarife schon ab 50€ jährlich – je nach Alter, Beruf & Leistungsumfang
Eine private Unfallversicherung ist eine freiwillige Versicherung, welche die finanziellen Folgen eines Unfallsabmildern soll. Sie zahlt dir eine vereinbarte Geldsumme (als Einmalleistung oder Rente), wenn du nach einem Unfall dauerhaft beeinträchtigt bist – beispielsweise durch den Verlust eines Körperteils oder eingeschränkte Beweglichkeit.
Sie stellt sicher, dass du nach einem schweren Unfall das nötige Polster hast um z.B. Umbaukosten, Verdienstausfall oder spezielle Therapien zu finanzieren. Ihren Leistungsumfang kannst du frei vereinbaren und neben anderen Sozialleistungen wie der gesetzlichen Unfallversicherung oder einer BU nutzen.
Während dich die gesetzliche Unfallversicherung nur bei Arbeitsunfällen schützt, bietet die private Unfallversicherung Schutz rund um die Uhr, weltweit und auch in der Freizeit.
Sie leistet optional auch bei tödlichen Unfällen und zahlt Angehörigen eine sog. Todesfallsumme. Das dient der finanziellen Überbrückung und ist besonders sinnvoll der Versicherte Allein- oder Hauptverdiener ist.
Nicht jedes Missgeschick zählt als Unfall. Versicherungstechnisch ist er klar definiert: „Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.“ (§178 VVG)
Auf gut deutsch bedeutet das, dass 5 Kriterien erfüllt sein müssen, damit von einem Unfall die Rede sein kann:
Es muss plötzlich eintreten (unerwartet und innerhalb kurzer Zeit – keine Dauerbelastung)
Von außen (z.B. durch Sturz, Schlag)
auf den Körper einwirken (psychische Reaktionen sind oft ausgeschlossen)
eine Gesundheitsschädigung verursachen
Unfreiwillig geschehen (nicht absichtlich herbeigeführt)
Du stolperst beim Joggen, stürzt auf den Gehweg und brichst dir das Bein.
Die meisten neueren Tarife erweitern diese Grunddefinition. So gilt auch eine Verletzung als Unfall, die durch eine erhöhte Kraftanstrengung oder Eigenbewegung passiert ist. Das bedeutet, dass auch Sportverletzungen oder ein Sehnenriss nach dem Heben eines schweren Möbelstücks mitversichert ist.
Grobe Fahrlässigkeit ist aber grundsätzlich immer mitversichert, also wenn du einen Unfall durch Unachtsamkeit selbst verschuldet hast.

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Eine private Unfallversicherung kann theoretisch jeder abschließen, aber sie ist nicht für alle gleich wichtig. Ein Abschluss lohnt sich besonders, wenn du kein anderes Sicherheitsnetz bei Unfällen hast, also vor allem wenn du keine gesetzliche Unfallversicherung hast (z.B. Selbstständige).
Auch bei erhöhtem Unfallrisiko durch Beruf oder gefährliche Hobbys kann sich eine Absicherung lohnen.
Eine private Unfallversicherung ist demnach besonders sinnvoll für:
Selbstständige und Freiberufler
Hausfrauen und -männer
Rentner
Personen mit hohem Unfallrisiko
Personen ohne ausreichende Einkommenssicherung (z.B. BU)
Nicht zwingend erforderlich ist eine private Unfallversicherung für Arbeitnehmer sowie Kinder und Studenten. Sie sind bereits über ihren Arbeitsplatz bzw. die Schule/Uni geschützt. Lediglich Freizeit ist nicht abgesichert.
Auch wenn du bereits gut vorgesorgt hast, z.B. mit einer BU-Versicherung, Krankentagegeld- oder Risikolebensversicherung, brauchst du eine Unfallversicherung meistens nicht mehr. Sie kann dennoch ein sinnvoller Zusatz sein, weil sie früher greift als eine BU. Letztlich musst du entscheiden, ob dir eine solche Absicherung wichtig ist.
Die wichtigste Leistung einer Unfallversicherung ist die Invaliditätsleistung – eine einmalige Kapitalzahlung in Höhe deiner vereinbarten Versicherungssumme. Sie greift wenn du nach einem Unfall dauerhaft gesundheitlich beeinträchtigt bist. Die genaue Höhe richtet sich jedoch nach deinem Invaliditätsgrad.
Statt einer Einmalzahlung ist auch eine monatliche Unfallrente möglich, die ab einem bestimmten Invaliditätsgradgezahlt wird (z.B. ab 50%). Sie bietet dir ein dauerhaftes zusätzliches Einkommen. Jedoch sind Unfallrenten meist recht niedrig, erhöhen aber den Beitrag deutlich. Sinnvoller ist daher meist eine BU abzuschließen.
Weitere optionale Leistungen der Unfallversicherung sind:
Todesfallleistung (meist zwischen 5.000€ und 20.000€)
Krankenhaus-Tagegeld und Genseungsgeld
Hilfs- und Pflegeleistungen
Reha-Leistungen
Bergungs- und Rettungskosten
Kosmetische Operationen
Es gibt auch Situationen, in denen die private Unfallversicherung nicht leistet. Diese Leistungsausschlüsse gelten bei allen Anbietern ähnlich:
Unfälle durch vorsätzliche oder strafbare Handlungen
Unfälle durch starken Alkohol- oder Drogeneinfluss
Unfälle durch Bewusstseinsstörungen (z.B. Epilepsie oder Ohnmacht)
Schädigungen durch Vergiftung, Infektion oder psychische Reaktionen
Unfälle durch Krieg, innere Unruhe oder Kernenergie
Gesundheitsschäden ohne äußeres Unfallereignis (z.B. Bandscheibenvorfall durch Verschleiß)
Auch Vertragverletzungen deinerseits können dazu führen, dass die Versicherung nicht leistet. Verschweigst du z.B. Vorerkankungen oder gefährliche Hobbys kann der Versicherer die Leistung verweigern oder den Vertrag anfechten.Merke: Ehrlichkeit währt an längsten!
Die Kosten einer Unfallversicherung variieren stark je nach Person und gewünschtem Schutz. Eine pauschale Summe lässt sich schwer nennen. Einfache Tarife mit grundlegender Invaliditätssumme sind jedoch oft schon für wenige Euro im Monat zu haben.
Gute Tarife bekommst du bereits für etwa 50-100€ im Jahr. Aber auch mehrere hundert Euro jährlich sind durchaus üblich. Die Spanne ist also sehr groß.
Wie hoch deine genauen Kosten ausfallen hängt von folgenden Faktoren ab:
Beruf bzw. Risikogruppe: Je nach Beruf wirst du in eine Gefahrengruppe eingeordnet. So hat ein Büroangestellter ein geringeres Unfallrisiko als ein Handwerker – dementsprechend ist sein Beitrag auch niedriger.
Alter: Je jünger du bei Abschluss bist, desto niedriger ist auch dein Beitrag. Denn mit steigendem Alter wächst das Unfallrisiko und Verletzungen sind oft folgenschwerer.
Versicherungssumme & Progression: Eine höhere Grundversicherungssumme führt zu einem höheren Beitrag. Auch eine Progression beeinflusst den Preis. Sie ermöglicht, dass du bei schweren Beeinträchtigungen ein Vielfaches der Versicherungssume ausgezahlt bekommst.
Die Angebote der privaten Unfallversicherung unterscheiden sich teils erheblich. Damit du einen guten Tarif findest, solltest du vor Vertragsabschluss einige Punkte beachten:
Ausreichend hohe Versicherungssumme: Überlege dir, welche Summe du im Falle einer vollständigen Invalidität benötigst, um finanzielle Engpässe bis ans Lebensende abzudecken. Bedenke laufende und einmalige Kosten. Wir empfehlen mind. 100.000€.
Hohe Progression: Sie sorgt dafür, dass du bei schweren Beeinträchtigungen ein Vielfaches der Versicherungssumme bekommst. Sinnvoll ist daher eine Progression von 225-350 %. So erhälst du das 2,25- bis 3,5-fache der versicherten Grundsumme. Beachte aber: der Anstieg der Auszahlung beginnt meist erst ab eine Invaliditätsgrad von 25%.
Gliedertaxe: Sie legt fest, wieviel Geld du beim Funktionsverlust eines bestimmten Körperteils erhälst. Diese Taxe unterscheidet sich je nach Versicherung. Vorteilhaft sind Tarife, die höhere Prozentsätze ansetzen.
Mitwirkungsanteil von Erkrankungen: Die Versicherung kann Leistungen kürzen wenn du eine Krankheit hast, die für die gesundheitlichen Folgen eines Unfalls mitverantwortlich ist. Ein guter Tarif verzichtet auf eine Anrechnung, solange die Vorerkrankung nicht mindestens 50 % der Ursache ausmacht. Manche Anbieter streiche sie sogar ganz. Das ist besonders sinnvoll für ältere oder vorerkrankte Personen.
Erweiterter Unfallbegriff: Damit sind auch Eigenbewegungen, Überanstrengungen sowie Unfälle durch Herzinfarkt oder Schlaganfall mitversichert. Auch Alkohol sollte, zumindest bis zu einer bestimmten Grenze, nicht ausgeschlossen werden. Beeinträchtigungen nach Infektionen oder Insektenstichen sind in einigen Tarifen auch abgesichert.
Weltweiter Schutz und Geltungsbereich: Die meisten Unfallversicherungen gelten weltweit. Falls du viel reist oder im Ausland bist, prüfe, ob es zeitliche Begrenzungen gibt. In vielen Tarifen ist der Schutz in Europa unbegrenzt, außerhalb Europas manchmal auf z.B. 1 Jahr pro Auslandsaufenthalt limitiert. Wichtig ist außerdem, dass du deinen Wohnsitz in Deutschland behalten musst – die meisten Policen werden ungültig, wenn du ins Ausland wegziehst.
Eine private Unfallversicherung ist kein Muss für jeden, aber in vielen Fällen eine sinnvolle Absicherung, um finanzielle Belastungen nach einem Unfall abzufedern. Sie verschafft dir und deiner Familie mehr Sicherheit – für einen geringen monatlichen Preis.
Wie bei allen Versicherungen gilt: Prüfe deinen individuellen Bedarf und vergleiche Angebote. Hast du ein hohes Risiko oder keine andere Absicherung, ist die Unfallversicherung nahezu unverzichtbar. Bist du hingegen rundum abgesichert und scheust dich nicht vor dem (geringen) Unfallrisiko, kannst du sie eventuell hintanstellen.
Im Zweifel schadet es jedoch nie, eine extra Portion Sicherheit zu haben – die private Unfallversicherung ist genau das: Ein finanzieller Sicherheitsgurt, der hoffentlich nie gebraucht wird, aber im Notfall enorm wertvoll ist.
Möchtest du wissen, welcher Tarif optimal zu deiner Situation passt? Wir beraten dich gerne persönlich!

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Nein. In Deutschland besteht keine Pflicht zur privaten Unfallversicherung. Sie ist ein freiwilliges Zusatzangebot.
Ja, solange es sich nur um grobe Fahrlässigkeit handelt und nicht um Vorsatz.
Ja, als sonstige Vorsorgeaufwendung. Beachte hier aber den geltenden Höchstbetrag von 1.900€ für Angestellte bzw. 2.800€ für Selbstständige.
Achtung: In den meisten Fällen wird der Höchstbetrag bereits durch deine gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung ausgeschöpft.
Eine Haftpflichtversicherung schützt dich vor Schadensersatzansprüchen anderer, also wenn du z.B. mit deinem Fahrrad in jemanden rein fährst und verletzt. Eine Unfallversicherung greift wenn du selbst nach einem Unfall einen körperlichen Schaden erlitten hast, z.B. durch einen Sturz.
Eine Unfallversicherung zahlt eine vereinbarte Summe oder Rente, wenn du durch einen Unfall dauerhaft gesundheitlich geschädigt bist. Eine BU zahlt wiederum eine monatliche Rente wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst – egal ob nach Krankheit oder Unfall. Die BU schließt also alle Ursachen ein.
Nur bedingt. Freizeit- und Amateursport ist meist mitversichert. Bei Extremsportarten oder besonders gefährlichen Hobbys kann es zu Leistungsauschlüssen oder Risikozuschlägen kommen.
Kinder sind über die gesetzliche Unfallversicherung nur in Kindergarten bzw. Schule oder auf dem Weg dorthin versichert. In der Freizeit besteht kein Schutz, daher kann eine private Unfallversicherung Sinn machen. Viele Versicherungen bieten auch Familien-Unfallversicherungen an, bei denen man seine Kinder günstig mitversichern kann.
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